Feuerquallen: 270 Badegäste auf Fehmarn verletzt
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 09:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mediziner beobachten aktuell eine Zunahme von Entzündungen, die durch Reibung, UV-Licht oder Kontakt mit Quallen und Insekten ausgelöst werden. Besonders gefährdet sind Menschen mit empfindlicher Haut.
Hitzepickel und wunde Stellen: So schützt ihr euch
Bei hoher Luftfeuchtigkeit und starkem Schwitzen treten vermehrt Hitzepickel, Wärmeurtikaria und Intertrigo auf. Dermatologen raten: Haut möglichst kühl halten und atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle tragen.
Bei körperlicher Aktivität kommt es oft zu schmerzhaften Reibungen an den Oberschenkeln. Abhilfe schaffen Hosen mit glatten Nähten oder spezielle Radlerhosen. Zinkschäume können die Hautbarriere zusätzlich schützen.
Auch die Füße leiden im feuchtwarmen Klima. Blasen sollten nicht aufgestochen werden, um Infektionen zu vermeiden. Stattdessen helfen Blasenpflaster, die eine Heilung innerhalb weniger Tage ermöglichen. Zur Vorbeugung von Fußpilz ist gründliches Abtrocknen der Zehenzwischenräume essenziell. In öffentlichen Bädern empfehlen Ärzte desinfizierbare Latschen aus Hartplastik. Bei bestehendem Befall helfen antimykotische Sprays oder Salben.
Sonnenallergie und Mallorca-Akne: Der richtige UV-Schutz
Neben dem klassischen Sonnenbrand treten vermehrt spezifische Lichtreaktionen auf. Dazu zählen die polymorphe Lichtdermatose, besser bekannt als Sonnenallergie, sowie die Mallorca-Akne. Dermatologen empfehlen Lichtschutzfaktoren zwischen 30 und 50.
Für Menschen mit empfindlicher Haut oder Vorerkrankungen wie Rosazea, Neurodermitis oder Psoriasis ist die Wahl des Sonnenschutzes entscheidend. Sonnenschutzmittel gehören grundsätzlich vor das Make-up. Akne-Patienten greifen zu leichten, nicht komedogenen Formulierungen mit Niacinamid. Bei Neurodermitis sind reichhaltigere Cremes besser geeignet, bei Rosazea reizarme Produkte ohne Duftstoffe. Zum Auffrischen über den Tag eignen sich SPF-Puder oder spezielle Sprays.
Feuerquallen, Zerkarien und der Eichenprozessionsspinner
An den Küsten und Binnengewässern lauern zusätzliche Risiken. Mitte Juli mussten auf Fehmarn über 270 Badegäste nach Kontakt mit Feuerquallen medizinisch versorgt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfehlen Rettungskräfte: Rasierschaum auftragen und mit einem Schaber vorsichtig entfernen. Süßwasser sollte vermieden werden, da es verbliebene Nesselzellen auslösen kann.
An Binnengewässern verursachen Algen oder Zerkarien juckende Ausschläge. Dermatologen raten zu sofortigem Abtrocknen und Kleidungswechsel nach dem Baden. In Gebieten wie dem Unterspreewald oder Dessau führen Eichenprozessionsspinner zu Sperrungen von Gewässern und Strandbädern. Die Brennhaare der Raupen lösen starke Hautreizungen, Quaddeln und anhaltenden Juckreiz aus.
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Tigermücken und Zecken: Neue Gefahren in Deutschland
Die Ausbreitung invasiver Insektenarten schreitet voran. Anfang Juli wurde im Landkreis Reutlingen erstmals eine Asiatische Tigermücke nachgewiesen. In Sachsen rechnen Insektenkundler mit einer dauerhaften Ansiedlung. Die Mücken können Viren wie Dengue oder Zika übertragen – lokale Übertragungen sind in Deutschland bisher nicht dokumentiert.
Auch Zecken bleiben ein Problem. In Sachsen verzeichneten Mediziner bis Ende Juni 19 FSME-Fälle – im Vorjahreszeitraum waren es nur 11. Ein Großteil der Erkrankten war nicht geimpft, so das Robert Koch-Institut. Die Zahl der Borreliose-Fälle lag im gleichen Zeitraum bei 546.
UV-Schutz durch Kleidung: Kunstfasern schützen besser
Die Wahl der Kleidung spielt eine wesentliche Rolle beim Sonnenschutz. Aktuelle Materialanalysen zeigen: Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Elastan bieten aufgrund ihrer dichten Webstruktur einen höheren Schutz als Naturfasern. Dunkle Farben absorbieren UV-Licht effektiver als helle.
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Ein kritischer Faktor ist Feuchtigkeit. Während nasse Baumwolle deutlich an Schutzwirkung verliert, behält zertifizierte UV-Kleidung (nach UV-Standard 801) ihre Schutzfunktion auch im nassen Zustand.
Gesundheitsämter raten Reisenden zudem, den Impfstatus für Standardimpfungen wie Tetanus oder Masern zu prüfen und je nach Zielgebiet spezifische Vorsorgemaßnahmen gegen mückengebundene Krankheiten zu treffen. Dazu gehören Repellentien und das Tragen langer, heller Kleidung.
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