Fibromyalgie, Marken

Fibromyalgie in den Marken: Zuzahlungsbefreiung ab FIQR-Wert über 82

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei schwerer Fibromyalgie ermöglicht die Region Marken eine Zuzahlungsbefreiung für definierte Untersuchungen und Bewegungstherapien.

Region Marken erleichtert Fibromyalgie-Patienten den Zugang zu Leistungen
Ein minimalistischer und heller medizinischer Untersuchungsraum in einer italienischen Gesundheitseinrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen erfährt im italienischen Gesundheitssystem eine schrittweise Neuausrichtung. Ein zentraler Baustein ist dabei die regionale Umsetzung der aktualisierten grundlegenden Versorgungsleistungen, der sogenannten LEA.

Wie Berichte vom 13. Oktober 2026 verdeutlichen, hat die Regionalregierung der Region Marken einen entsprechenden Beschluss gefasst, um Betroffenen mit schweren Verlaufsformen der Fibromyalgie den Zugang zu gezielten Leistungen durch eine Gebührenbefreiung zu erleichtern.

Kriterien und Leistungsumfang in der Region Marken

Die in den Marken beschlossene Maßnahme knüpft die Befreiung von den Zuzahlungen an eine medizinische Schweregradeinstufung. Voraussetzung für die Freistellung unter dem neuen Befreiungscode 068 für das Fibromyalgiesyndrom ist ein Wert von mehr als 82 Punkten im standardisierten Fragebogen FIQR.

Für anspruchsberechtigte Patienten umfasst das definierte Paket eine jährliche Kontrolluntersuchung, zehn Gruppensitzungen Bewegungstherapie pro Jahr sowie bei Bedarf eine jährliche psychiatrische Untersuchung.

Diese Zuzahlungsbefreiung besitzt eine Gültigkeit von mindestens zwei Jahren. Über dieses eng umgrenzte Kernpaket für schwere Fälle hinaus sieht der Regionalbeschluss vor, dass Thermalbehandlungen für alle Fibromyalgie-Patienten unabhängig von der Schwere der Erkrankung vollständig zu Lasten des nationalen Gesundheitsdienstes erbracht werden.

Paolo Calcinaro, Assessore der Region Marken, bewertete die Neuregelung laut Berichten vom 13. Oktober 2026 als ersten Schritt, da bislang nicht alle Ausprägungen der Erkrankung berücksichtigt würden.

Der Beschluss der Giunta regionale beinhaltet zudem Regelungen für weitere Indikationen: So wurden neue Befreiungen für das Stadium III der Hidradenitis suppurativa nach Hurley sowie für Lungeninfektionen durch nichttuberkulöse Mykobakterien geschaffen.

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Der nationale Rahmen durch das Dekret vom 7. August 2026

Die regionalen Bestimmungen stützen sich auf Vorgaben der Zentralregierung in Rom. Mit dem ministeriellen Dekret vom 7. August 2026 wurden die LEA grundlegend modernisiert und mehr als 800 Leistungen überarbeitet. Dieses Dekret legte fest, dass die Befreiung bei Fibromyalgie auf nationaler Ebene an den Grenzwert eines FIQR-Werts von über 82 gebunden bleibt.

Das Dekret vom 7. August 2026 definierte zugleich zahlreiche weitere Anpassungen für das italienische Gesundheitssystem. Neben den Befreiungen für fortgeschrittene Hidradenitis suppurativa und nichttuberkulöse Mykobakterieninfektionen schließt die Neufassung ein erweitertes Neugeborenen-Screening ein, das Krankheiten wie SMA, SCID, MPS I, X-ALD sowie Fabry, Gaucher und Pompe umfasst.

In der Schwangerschaftsvorsorge wurden nicht-invasive Pränataltests als kontingentes Screening sowie IgG- und IgM-Tests für das Zytomegalovirus verankert. Zudem erfolgten Aktualisierungen bei seltenen Erkrankungen, darunter das Kawasaki-Syndrom und Enzephalopathien, sowie bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

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Gesundheitsminister Orazio Schillaci verwies im Senat darauf, dass die Veröffentlichung der überarbeiteten Leistungen im Amtsblatt ein wichtiger Schritt sei, um schwere Fibromyalgie offiziell als chronisch-invalidisierende Krankheit anzuerkennen. Ziel sei es, Versorgungsunterschiede zwischen den Landesteilen abzubauen und eine einheitliche Versorgungsqualität zu sichern.

Am 12. Oktober 2026 hob der Minister im Kontext der nationalen Reformen Finanzmittel in Höhe von 17 Milliarden Euro für den nationalen Gesundheitsfonds hervor und verwies auf Investitionen in Gemeinschaftshäuser, Telemedizin sowie den Ausbau der häuslichen Pflege für Menschen über 65 Jahre.

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