Fibromyalgie, Studien

Fibromyalgie: Neue Studien belegen Nutzen pflanzlicher Ernährung

01.06.2026 - 03:30:17 | boerse-global.de

Multimodale Therapie bleibt Standard, während pflanzliche Sprays und Mikrobiom-Forschung neue Behandlungswege bei Fibromyalgie eröffnen.

Fibromyalgie: Neue Studien belegen Nutzen pflanzlicher Ernährung - Foto: über boerse-global.de
Fibromyalgie: Neue Studien belegen Nutzen pflanzlicher Ernährung - Foto: über boerse-global.de

Rund 3 bis 4 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter dem chronischen Schmerzsyndrom, das vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betrifft. Während die multimodale Therapie weiterhin der klinische Standard bleibt, erweitern spezialisierte Pflanzenpräparate und neue Forschungserkenntnisse das Behandlungsspektrum.

Multimodale Therapie bleibt der Standard

Die Behandlung von Fibromyalgie erfordert ein Zusammenspiel aus medizinischen, psychologischen und physiotherapeutischen Maßnahmen. Darauf wies Stefan Rieckhof, ärztlicher Direktor der Interdisziplinären Schmerzklinik Travemünde, bei einer Patienteninformationsveranstaltung am 2. Juni 2026 in Lübeck hin. Die Sana Kliniken Lübeck bieten seit 2014 multimodale Schmerztherapie an.

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Weil Fibromyalgie mit einer komplexen Schmerzverarbeitung einhergeht, müssen Behandlungspläne individuell auf die vielfältigen Symptome zugeschnitten sein. Eine frühzeitige Diagnose und Intervention gelten als entscheidend für den Therapieerfolg.

Pflanzliche Sprays erobern den Markt

Das Interesse an Phytotherapie wächst – und mit ihm das Angebot an pflanzlichen Präparaten. Spezielle Spray-Formulierungen haben den Weg in den deutschen Apothekenmarkt gefunden. Die Zimply Natural GmbH etwa produziert in deutschen Partnerapotheken Komplexe aus verschiedenen Pflanzenextrakten, die traditionell bei chronischen Beschwerden und zur Unterstützung des Nervensystems eingesetzt werden.

Die 30-Milliliter-Sprays enthalten unter anderem:
- Hanfsamen und Kava-Kava – für ihre potenziell beruhigende Wirkung bekannt
- Johanniskraut und Ginkgo – zur Stabilisierung der Stimmung und kognitiven Unterstützung
- Sibirischer Ginseng und Meisterwurz – gegen Erschöpfung und zur Stärkung der Widerstandskraft
- Colocynth und Eisenkraut – ergänzt durch Mineralstoffe wie Calciumphosphat und Kaliumphosphat

Der Preis für solche Spezialpräparate liegt bei etwa 26,99 Euro. Sie richten sich an Patienten, die selbstständig unterstützende Therapien nutzen möchten.

Neue Forschung: Das Mikrobiom und chronische EntzĂĽndungen

Aktuelle Studien aus Ende Mai 2026 beleuchten den Zusammenhang zwischen Ernährung, Immunsystem und chronischen Entzündungen – Faktoren, die bei Fibromyalgie eine zentrale Rolle spielen.

Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) und der Universität Jena veröffentlichten eine Studie in PLoS Biology. Ihr Ergebnis: Die Destabilisierung des Darmmikrobioms im Alter wird durch Immunoseneszenz verursacht – nicht durch die Bakterien selbst. Dieser als „Inflammaging" bezeichnete Prozess entsteht, weil das Immunsystem seine Fähigkeit verliert, dominante Mikroben zu kontrollieren.

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Weitere Erkenntnisse aus dem späten Mai:
- Darm-Hirn-Achse: Eine Studie vom 29. Mai 2026 belegt, dass Lactobacillus plantarum 299v Symptome des Reizdarmsyndroms lindern kann – eine häufige Begleiterkrankung bei Fibromyalgie.
- Ernährungsmuster: Laut einer Untersuchung im Journal of Affective Disorders mit über 21.000 Teilnehmern steigt das Risiko für Depressionen signifikant, wenn weniger als fünf Hauptmahlzeiten pro Woche eingenommen werden. Depressionen wiederum erschweren oft die Schmerzbehandlung.
- Pflanzliche Ernährung: Eine Studie in Neurology mit knapp 93.000 Probanden zeigt, dass pflanzliche Kost das Demenzrisiko um 7 Prozent senken kann – ein weiterer Hinweis auf den systemischen Nutzen pflanzenbasierter Ernährung.

Medizinisches Cannabis: Milliardenmarkt in Bewegung

Auch der Markt für medizinische Cannabisprodukte wächst rasant. Bioxyne Limited schloss kürzlich einen exklusiven Zweijahresvertrag mit ADREXpharma GmbH zur Lieferung von Medizinalcannabis nach Deutschland. Das Abkommen hat einen Wert von 50 Millionen australischen Dollar, mit einem garantierten Mindestumsatz von 25 Millionen Dollar im ersten Jahr. Der deutsche Markt umfasst jährlich über 200 Tonnen.

Parallel dazu wurde Vayamed GmbH zum exklusiven Großhandelspartner für Bedrocan-Produkte in Deutschland ernannt. Diese Entwicklungen deuten auf eine zunehmend formalisierte Infrastruktur für pflanzliche Schmerzmittel hin – jenseits von Nahrungsergänzungsmitteln hin zu regulierten Medizinalpflanzen.

Neue Wirkstoffe in der Pipeline

Die industrielle Forschung arbeitet zudem an neuen entzündungshemmenden Verbindungen. Ningbo Inno Pharmchem meldete Fortschritte bei N-Acetyl-D-Glucosamin (NAG)-Derivaten. Die Substanz BNAG1 zeigte in Labormodellen die Fähigkeit, Entzündungsmarker wie IL-6 und TNF-? zu reduzieren. Ein möglicher Weg zu pharmazeutischen Entzündungshemmern der nächsten Generation – auch wenn klinische Studien noch ausstehen.

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