Fibromyalgie: TENS plus Physiotherapie hilft 72 Prozent der Patienten
20.06.2026 - 00:51:22 | boerse-global.de
Forscher entdecken einen biologischen Schmerzschalter, neue Therapien gegen Fibromyalgie zeigen Erfolge – und KI diagnostiziert Hirntumore in Minuten.
Der cNTS?PAG-Schaltkreis: Ein Schmerzschalter im Gehirn
Eine Studie in Nature Neuroscience vom 19. Juni 2026 hat einen spezifischen neuronalen Schaltkreis im Hirnstamm von Mäusen identifiziert. Er fungiert als eine Art Schmerzschalter und wird durch die Stimulation des Vagusnervs (VNS) aktiviert.
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Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Stimulation unterdrückt nicht nur Schmerzsignale. Sie verhindert auch den typischen Abfall des Dopaminspiegels, der oft mit Schmerzzuständen einhergeht. Die Wissenschaftler beobachteten, dass die VNS lokale „Brems“-Signale im Gehirn auslöst.
Klar ist: Die Erkenntnisse stammen aus Tierstudien. Die Übertragbarkeit auf den Menschen muss noch geklärt werden. Doch der Mechanismus bietet einen theoretischen Ansatzpunkt, um künftig sowohl physische als auch emotionale Komponenten von Schmerz gemeinsam zu behandeln.
TENS plus Physiotherapie: Besser als allein
Neben der Grundlagenforschung gibt es klinische Fortschritte bei der Behandlung von Fibromyalgie. Eine Studie in JAMA Network Open vom 18. Juni 2026 untersuchte die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) als Ergänzung zur Physiotherapie.
384 Patienten, überwiegend Frauen, erhielten täglich zwei Stunden TENS über einen Zeitraum von 60 Tagen. Das Ergebnis: Die Kombinationstherapie reduzierte bewegungsinduzierte Schmerzen signifikant stärker als die Physiotherapie allein. Rund 41 Prozent der Teilnehmenden erreichten eine Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent.
In der Kombinationsgruppe verbesserten sich 72 Prozent der Patienten klinisch. In der Kontrollgruppe waren es nur 51 Prozent.
Zellschutz und Enzymregulation: Neue Angriffspunkte bei Schlaganfall und Alzheimer
Das Universitätsklinikum Essen veröffentlichte am 19. Juni 2026 in Nature Communications eine Studie zum Peptid B-017. Der Wirkstoff blockiert den mitochondrialen Zelltod – in Versuchsmodellen reduzierte er die Infarktgröße bei Schlaganfällen um etwa 52 Prozent. Für die weitere klinische Entwicklung wurde die Bimyo GmbH ausgegründet.
Parallel dazu gibt es neue Erkenntnisse zur Alzheimer-Behandlung. Eine Studie in Genomic Psychiatry vom 19. Juni 2026 identifizierte das Enzym OTULIN als Regulator der Tau-Protein-Bildung. Eine Deaktivierung des Enzyms stoppte die Produktion von Tau-Proteinen und baute bestehende Ablagerungen in Neuronen ab.
Ergänzt werden diese Ansätze durch Fortschritte in der Diagnostik. Neue Bluttest-Plattformen können Biomarker wie p-Tau217 innerhalb von 17 Minuten nachweisen.
KI diagnostiziert Hirntumore in zwölf Minuten
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Die Integration künstlicher Intelligenz beschleunigt die klinische Diagnostik massiv. Ein am 15. Juni 2026 vorgestelltes KI-System namens „Hetairos“ – entwickelt vom DKFZ und der Uniklinik Heidelberg – klassifiziert 102 molekulare Subtypen von Hirntumoren anhand digitaler Gewebeschnitte. Die Analysezeit: zwölf Minuten. Herkömmliche Verfahren brauchen oft mehrere Tage.
Auch das EU-Projekt MOON zielt auf Früherkennung – über das Auge. Ein neu entwickelter Augenscanner kombiniert Tomografie mit Spektroskopie, um molekulare Gewebeveränderungen der Netzhaut zu analysieren. Das erlaubt Rückschlüsse auf Erkrankungen wie Alzheimer oder Diabetes.
Und Forscher der Sungkyunkwan-Universität publizierten am 19. Juni 2026 Details zu einem optoelektronischen Bauelement aus einem Van-der-Waals-Kristall. Es ahmt synaptische Funktionen mithilfe von Licht nach – in Tests zur Bildklassifizierung erreichte es eine Genauigkeit von über 96 Prozent. Solche Technologien könnten langfristig die Grundlage für künstliche neuronale Netze bilden, die biologischen Vorbildern immer näher kommen.
