Figure AI zeigt humanoide Roboter im Logistikeinsatz
22.05.2026 - 07:54:39 | boerse-global.deDie Konkurrenz auf dem Markt für humanoide Roboter erreicht eine neue Stufe: Figure AI präsentierte seine Figure-03-Modelle bei einer einwöchigen Live-Übertragung, die am 13. Mai startete. Die Maschinen arbeiteten tagelang autonom in einem Hochgeschwindigkeits-Logistikzentrum – ein Meilenstein für die Branche, die sich von Pilotprojekten zur industriellen Großanwendung entwickelt.
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Helix 02: Neuronales Netzwerk als Schlüsseltechnologie
Das Herzstück der Vorführung war eine 48-stündige Daueroperation ohne menschlichen Eingriff. Die Figure-03-Roboter sortierten Pakete, gesteuert vom Helix-02-Netzwerk. Dieses KI-System wurde mit über 1.000 Stunden menschlicher Bewegungsdaten trainiert und in mehr als 200.000 parallelen Simulationsumgebungen verfeinert.
Am 17. Mai organisierte das Unternehmen einen zehnstündigen „Mensch gegen Maschine"-Wettbewerb. Aimé Gérard, ein Praktikant bei Figure AI, trat gegen den Roboter an. Das Ergebnis zeigt, wie schnell die Lücke schrumpft: Gérard sortierte 12.924 Pakete in durchschnittlich 2,79 Sekunden pro Stück, der Roboter 12.732 Pakete in 2,83 Sekunden. Der Mensch gewann knapp – aber die Firma erwartet, dass die Maschinen bald überholen.
Bereits 2025 lief ein erfolgreicher Pilot bei BMW in Spartanburg. Damals halfen Figure-02-Modelle bei der Produktion von rund 30.000 BMW X3. Finanziert wird die rasante Entwicklung durch fast zwei Milliarden Euro von Investoren wie Microsoft, Nvidia, Intel, Amazon und OpenAI.
Europäische und chinesische Konkurrenz holt auf
Während Figure AI auf Geschwindigkeit setzt, bauen andere die nötige Infrastruktur für die Massenproduktion auf. Am 21. Mai verkündete die britische Firma Humanoid eine strategische Partnerschaft mit Bosch und Schaeffler. Ziel: die Serienfertigung der HMND-01-Plattform. Bereits im März 2026 hatte ein Test bei Bosch in Bühl funktioniert – Roboter bewegten dort fünf Kartongrößen autonom zwischen Bändern und Transportwagen.
Bosch wird die Roboter für den europäischen Markt fertigen und eigene Sensoren sowie Antriebe integrieren. Schaeffler fungiert als Zulieferer und erster Großkunde: Über 1.000 Roboter sollen im eigenen Betrieb arbeiten. Humanoid peilt bis 2031 bis zu 100.000 Einheiten an – mit deutlich weniger Kapital als die US-Konkurrenz.
In China beschleunigt sich die Software-Entwicklung. Am 20. Mai veröffentlichte Horizon Robotics das quelloffene Modell „HoloMotion-1" – ein „robotisches Kleinhirn" mit vier Milliarden Parametern. Es ermöglicht Echtzeit-Steuerung mit 300 Bildern pro Sekunde. Unitree-G1-Roboter führten damit ohne spezielles Training Kampfsport-Kicks und Tanzbewegungen aus. Ebenfalls am 20. Mai stellte ein humanoider Roboter von Honor in Peking einen Rekord auf: einen Halbmarathon in rund 50 Minuten.
Markt soll bis 2035 auf 15 Milliarden Euro wachsen
Laut einer Studie von Interact Analysis vom 21. Mai wird der Markt für humanoide Roboter bis 2035 einen Wert von rund 15 Milliarden Euro erreichen. Aktuell werden jährlich weniger als 100.000 Einheiten ausgeliefert. Der kommerzielle Wendepunkt wird für 2032 erwartet. Dann sollen die jährlichen Auslieferungen auf über 700.000 steigen.
Die geografische Verteilung ist ungleich: China soll 65 Prozent der weltweiten Lieferungen ausmachen, getrieben von staatlichen Subventionen und einem nationalen Förderplan 2026-2030. Die USA liegen auf Platz zwei. Beide Länder zusammen werden voraussichtlich über 85 Prozent der Nachfrage ausmachen.
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Trotz der optimistischen Prognosen bleiben Hürden: Hohe Anfangskosten und unklare Renditen schrecken Industriekunden ab. Zudem fehlen einheitliche Sicherheitsstandards und technische Benchmarks. Das Robotics Institute Germany will hier gegensteuern und hat die Anmeldung zur Deutschen Robotik-Konferenz im März 2026 in Köln geöffnet.
Infrastruktur und Partnerschaften treiben die Industrialisierung
Am 19. Mai eröffnete Doosan Robotics ein erweitertes Europa-Hauptquartier bei Frankfurt mit Showroom und Anwendungszentrum für Schulungen. Die TU Dresden startete am 20. Mai ein neues Labor für Quantenkommunikation und -sensorik – mit dem Ziel, die Navigation autonomer Roboterschwärme zu verbessern.
Auch etablierte Automatisierungsfirmen setzen auf „Physical AI": Fanuc integriert die Intrinsic-KI-Plattform in seine gesamte Roboter-Palette – von kleinen 3-kg-Modellen bis zu 2,3-Tonnen-Schwergewichten. Seit Ende 2025 hat Fanuc bereits über 1.000 Roboter mit KI-Fähigkeiten ausgeliefert.
In Spezialbereichen entstehen praktische Werkzeuge: Die TU München testet im Projekt ForNeRo Roboterassistenten in Operationssälen. Das Fraunhofer IFF entwickelt mobile Cobots für das automatisierte Mehrlagen-Schweißen großer Bauteile – flexible Automatisierung für Kleinserien.
Ausblick: Wettlauf um die 100.000er-Marke
Die kommenden Jahre werden von Hochskalierung geprägt sein. Figure AI want mit seinen „BotQ"-Einheiten innerhalb von vier Jahren auf 100.000 Roboter kommen. Tesla plant den Produktionsstart seines Optimus-Roboters für Ende 2026 – zunächst in geringem Tempo. Hyundai will ab 2028 jährlich bis zu 30.000 Boston-Dynamics-Einheiten ausliefern.
Mit offenen Software-Modellen wie HoloMotion-1 und skalierbaren Produktionspartnerschaften wie Bosch-Humanoid verschiebt sich der Fokus der Branche: Nicht mehr die Frage, ob ein Roboter eine menschliche Aufgabe erledigen kann, steht im Vordergrund. Sondern wie schnell er sich kosteneffizient in den Mehrschichtbetrieb integrieren lässt. Der Wettbewerb im Paketlager hat gezeigt: Die technischen Grundlagen dafür sind gelegt.
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