Finerenon, FDA

Finerenon: FDA lässt Nierenmittel für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes zu

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die FDA erweiterte Kerendias Einsatz auf Erwachsene mit Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung; weitere Daten sind angekündigt.
Ein gläsernes Laborgefäß mit einer klaren Flüssigkeit auf einer weißen Marmoroberfläche in einem hellen, sterilen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes war über viele Jahre hinweg von eingeschränkten medikamentösen Optionen geprägt. Mit der im September 2026 durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilten Zulassung für Finerenon (Handelsname Kerendia) steht betroffenen Erwachsenen ein neuer therapeutischer Weg offen.

Die Indikation zielt auf eine Senkung des Urin-Albumin-Kreatinin-Quotienten ab, um das Risiko eines anhaltenden Abfalls der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) sowie eines terminalen Nierenversagens zu verringern.

Erweiterung über den Typ-2-Diabetes hinaus

Zuvor war das Präparat des Herstellers Bayer ausschließlich für Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Die neue Indikation für Typ-1-Diabetes basiert auf einer industriefinanzierten, randomisierten klinischen Studie an 242 Personen mit Typ-1-Diabetes. Die Teilnehmenden wiesen zu Studienbeginn eine eGFR zwischen 25 und 90 ml/min/1,73 m² auf, wobei der Mittelwert bei 59 lag.

Gleichzeitig werden die Einsatzbereiche des Wirkstoffs weiter untersucht. Die FDA akzeptierte einen ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) für eine Indikation von Finerenon bei chronischer Nierenerkrankung ohne vorliegenden Diabetes.

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Grundlage hierfür sind Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD. In dieser Untersuchung verlangsamte Finerenon zusätzlich zur Standardtherapie im Vergleich zu Placebo die Nierenprogression signifikant und senkte kardiovaskuläre sowie renale Ereignisse bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung ohne Diabetes.

Das Unternehmen berichtete über konsistente Effekte bei der Senkung des Urin-Protein-Kreatinin-Quotienten (UPCR) und des Urin-Albumin-Kreatinin-Quotienten (UACR) sowie bei der Verlangsamung des Verlusts der Nierenfunktion in unterschiedlichen Patientengruppen ohne Diabetes. Bayer kündigte zudem an, auf der ASN Kidney Week 2026 neue Daten zu Finerenon bei Nierenerkrankungen mit und ohne Diabetes zu präsentieren.

Hohe Krankheitslast und begrenzte Behandlungsansätze

Nach Einschätzung der Organisation Breakthrough T1D entwickelt nahezu ein Drittel der Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Nierenerkrankung. Das AdventHealth Translational Research Institute betont, dass renale Schäden bei dieser Erkrankung oft symptomlos beginnen.

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Bluttests und Urin-Protein-Tests ermöglichen eine Früherkennung vor dem Auftreten klinischer Beschwerden. Als wesentliche Risikofaktoren gelten eine unzureichende Blutzuckerkontrolle, Bluthochdruck, Übergewicht sowie eine entsprechende familiäre Vorbelastung.

Da die spezifischen Therapieoptionen bei bestehender Nierenerkrankung im Zusammenhang mit Typ-1-Diabetes weiterhin begrenzt bleiben, laufen verschiedene Forschungsinitiativen.

Das AdventHealth Translational Research Institute beteiligt sich an der SUGARNSALT-Studie zu einer potenziellen Behandlung. Zudem fördert Breakthrough T1D mit 8,5 Millionen US-Dollar eine klinische Studie zur Immuntherapie Tegoprubart des Unternehmens Eledon in Verbindung mit Inselzelltransplantationen bei Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung.

An der University of Chicago und der University of Miami werden bis zu zehn Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren eingeschlossen, deren Diabetes seit mehr als fünf Jahren besteht (Manifestation vor dem 40. Lebensjahr) und die eine Nierenerkrankung im Stadium 1, 2 oder 3a sowie eine eingeschränkte Hypoglykämiewahrnehmung aufweisen; ein erster Teilnehmer wurde transplantiert. In einer vorherigen Untersuchung blieben alle zwölf Teilnehmenden ohne injiziertes Insulin und ohne Nebenwirkungen.

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