Fischkauf: Nur jedes vierte Produkt im Supermarkt nachhaltig
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfassende Untersuchung der Umweltschutzorganisation WWF zur Situation des Fischangebots im deutschen Einzelhandel verdeutlicht erhebliche Defizite bei der ökologischen Nachhaltigkeit. In einer im Juni 2026 veröffentlichten Analyse wurde das Sortiment der Supermärkte detailliert auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse zeichnen ein kritisches Bild: Nur ein geringer Teil der angebotenen Produkte erfüllt die strengen Kriterien für eine uneingeschränkte Verzehrempfehlung.
Quantitative Analyse der Produktqualität
Im Rahmen des sogenannten Marktchecks wurden insgesamt 1519 Fischprodukte untersucht, die in deutschen Supermarktregalen zu finden sind. Die Auswertung der Daten zeigt, dass lediglich 27 % dieser Produkte als uneingeschränkt empfehlenswert eingestuft werden können. Damit erreicht nicht einmal jedes dritte Produkt die höchste Nachhaltigkeitsbewertung der Umweltschützer.
Der Großteil des Sortiments befindet sich in einer ökologischen Grauzone. Rund 51 % der geprüften Erzeugnisse gelten laut der Analyse als „zweite Wahl“. Diese Produkte weisen zwar keine gravierenden Mängel auf, stammen jedoch aus Fischereien oder Aquakulturen, bei denen Optimierungsbedarf hinsichtlich der Umweltstandards besteht. Besonders kritisch wird der Anteil von 22 % der Produkte bewertet, die auf der sogenannten „roten Liste“ landeten. Diese Erzeugnisse sollten aus Sicht des WWF aufgrund problematischer Fangmethoden oder überfischter Bestände gemieden werden.
Kritische Bestandsaufnahme nach Fischarten
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Das untersuchte Sortiment wird maßgeblich von wenigen Arten dominiert. Alaska-Seelachs, Hering, Makrele, Lachs und Garnelen stellen den Großteil der in Deutschland verfügbaren Fischprodukte dar. Bei der detaillierten Betrachtung der einzelnen Fischarten traten signifikante Unterschiede in der Nachhaltigkeitsbewertung zu Tage.
Besonders alarmierend sind die Ergebnisse für die Makrele: Hier wurden 92 % der untersuchten Produkte als kritisch eingestuft. Auch beim Kabeljau zeichnet sich ein problematisches Bild ab, da 75 % der Erzeugnisse die ökologischen Anforderungen nicht erfüllten. Im Gegensatz dazu weisen andere Fischarten eine deutlich bessere Bilanz auf. Sardellen, Sardinen und Heringe wurden zu jeweils 50 % als empfehlenswert bewertet, was sie im Vergleich zu anderen Arten als ökologisch sinnvollere Wahl erscheinen lässt.
Kriterien für nachhaltigen Konsum
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Die Analyse identifizierte zudem spezifische Faktoren, welche die Nachhaltigkeitsbilanz der Produkte massiv beeinflussen. Ein zentraler Kritikpunkt ist die verwendete Fangtechnik. Der WWF mahnt in diesem Zusammenhang an, Produkte aus der Grundschleppnetzfischerei konsequent zu meiden, da diese Methode mit erheblichen Auswirkungen auf das marine Ökosystem und hohen Beifangraten verbunden ist.
Als Orientierungshilfe für Verbraucher und Einkäufer im Handel hebt die Untersuchung die Bedeutung etablierter Zertifizierungen hervor. Die Einhaltung von Standards, wie sie durch die Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) für Wildfang und des Aquaculture Stewardship Council (ASC) für Zuchtfisch repräsentiert werden, bleibt eine wesentliche Empfehlung. Dennoch verdeutlicht die Gesamtbilanz des Marktchecks, dass Siegel allein nicht ausreichen, um die ökologischen Herausforderungen im Fischsektor vollständig zu adressieren, solange ein signifikanter Teil des Marktes weiterhin aus bedenklichen Quellen gespeist wird.
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