Fiserv bringt Stablecoin FIUSD: Aktie springt um sechs Prozent
10.06.2026 - 03:24:46 | boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister Fiserv bringt mit FIUSD eine eigene Kryptowährung auf den Markt. Die Aktie legte daraufhin deutlich zu.
Fiserv, einer der weltweit führenden Anbieter von Zahlungstechnologie, hat heute die Einführung seines eigenen Stablecoins FIUSD angekündigt. Das Projekt entsteht in strategischer Partnerschaft mit PayPal und Circle und richtet sich gezielt an Finanzinstitute und Händler. An der Börse reagierten Anleger begeistert: Die Fiserv-Aktie stieg um mehr als sechs Prozent.
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Technische Basis und Marktzugang
Der neue Stablecoin setzt auf die Solana-Blockchain und nutzt die Infrastruktur von Paxos und Circle. Laut Unternehmensangaben soll FIUSD bis Ende 2026 verfügbar sein. Fiserv-CEO Mike Lyons deutete auf der Bernstein Strategic Decisions Conference jedoch an, dass der Start bereits für Juli 2026 geplant sei.
Das Potenzial ist gewaltig: Fiserv will den digitalen Vermögenswert seinem Netzwerk von rund 10.000 Finanzinstituten und sechs Millionen Händlern zugänglich machen. Das Projekt baut auf früheren Erfahrungen auf – etwa der Übernahme von StoneCastle und der Einführung des Roughrider Coin in North Dakota.
Regulatorischer Rückenwind
Der Vorstoß in den Stablecoin-Markt wird durch den GENIUS Act ermöglicht, der in den USA endlich klare Regeln für digitale Vermögenswerte geschaffen hat. Das Gesetz unterscheidet zwischen tokenisierten Einlagen, die weiterhin als regulierte Bankeinlagen gelten, und Stablecoins.
Branchenbeobachter sehen enorme Umsatzpotenziale: Stablecoin-Emittenten verdienen vor allem an Staatsanleiherenditen und Transaktionsgebühren. Zum Vergleich: Tether erzielte 2025 einen Gewinn von zehn Milliarden Euro, Circle kam auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Mit FIUSD will Fiserv die Vorteile von Stablecoins – wie 24/7-Abwicklung und höhere Liquidität – direkt in sein Ökosystem integrieren.
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Wettlauf um digitale Zahlungen
Die Ankündigung ist Teil eines weltweiten Booms im Bereich Stablecoin- und Blockchain-Zahlungen:
- MoneyGram startete am 8. Juni seinen eigenen Dollar-Stablecoin MGUSD für 60 Millionen Kunden auf der Stellar-Blockchain.
- Circle brachte am 9. Juni cirBTC auf Ethereum – Bitcoin-Besitzer können ihre Coins damit als Sicherheit in DeFi-Anwendungen nutzen.
- US-Bankenkonsortium: The Clearing House, im Besitz der 25 größten US-Banken, kündigte am 5. Juni ein Netzwerk für die 24/7-Abwicklung tokenisierter Einlagen an. JPMorgan, Bank of America und Citigroup planen zudem ein gemeinsames Netzwerk für 2027.
- Kreditkartenriesen: Visa und Mastercard arbeiten offenbar mit Stripe und Coinbase an einer neuen Stablecoin-Plattform. Mastercard übernahm kürzlich den Krypto-Zahlungsdienstleister BVNK für bis zu 1,8 Milliarden Euro.
Globaler Trend
Auch in Japan treiben die drei größten Megabanken – Mitsubishi UFJ, Sumitomo Mitsui und Mizuho – die Einführung eines gemeinsamen Stablecoins bis Ende des Geschäftsjahres 2026 voran. Der weltweite Trend zu blockchain-basierten Abwicklungen zielt darauf ab, die Schwächen traditioneller Systeme wie SWIFT zu überwinden: hohe Kosten und Abwicklungszeiten von mehreren Tagen. Marktforscher prognostizieren, dass das globale Volumen grenzüberschreitender Zahlungen bis 2025 auf 156 Billionen Euro anwachsen wird.
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