Fitnessbranche: Ă–sterreich erreicht 1,35 Millionen Mitglieder
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stadt Wien erprobt auf Friedhöfen eine ungewöhnliche Kombination: Fitnessgeräte sollen die Ruhestätten zu sozialen Begegnungszonen umwandeln. Das Pilotprojekt sorgt bereits für Diskussionen.
Von der Ruhestätte zum Bewegungsraum
Auf dem Meidlinger Friedhof installierte die Bestattung Wien mehrere Fitnessgeräte. Ziel ist es, den Ort für die Bevölkerung als aktiven Raum zu öffnen. Ergänzend sind sogenannte „Plauderbankerln“ geplant – Sitzgelegenheiten, die den Austausch zwischen Besuchern fördern sollen.
Die Neuausrichtung stößt auf politischen Widerstand. Vertreter der rechten Opposition kritisieren das Vorhaben als pietätlos. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen traditioneller Friedhofsruhe und modernen Anforderungen an urbane Freiflächen.
Boom der Fitnessbranche beflĂĽgelt Stadtplanung
Die verstärkte Präsenz von Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum hat einen wirtschaftlichen Hintergrund. Laut der Studie „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026“ verzeichnete der Sektor in Österreich zuletzt einen Rekordwert von 1,35 Millionen Mitgliedern. Das entspricht einem Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Branchenumsatz erreichte 697,9 Millionen Euro.
Marktbeobachter führen das Wachstum auf einen ganzheitlichen Lebensstil der jüngeren Generation zurück. Die Stadtplanung reagiert mit niederschwelligen Sportangeboten. Im ersten Halbjahr 2026 wurde etwa der Wienflussweg saniert: Pflastersteine wichen barrierefreiem Betonbelag für Radfahrer und Fußgänger.
Seniorensport als wachsender Trend
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Die Integration von Fitnessgeräten auf Friedhöfen folgt einer ähnlichen Logik: Friedhöfe werden häufig von älteren Menschen besucht. Die Standortwahl ist also kein Zufall.
Liberalisierung der Bestattungskultur
Der Wandel der Friedhöfe beschränkt sich nicht auf sportliche Angebote. In Bremen sind seit Anfang 2026 Mensch-Haustier-Bestattungen auf mehreren Friedhöfen erlaubt. Die Zahl der Ausnahmen vom Friedhofszwang stieg dort kontinuierlich.
Im süddeutschen Raum kämpfen Kommunen mit ökologischen Herausforderungen: Auf vielen Friedhöfen wuchert Unkraut auf Kieswegen, während Personal fehlt und chemische Mittel verboten sind. Experten beobachten einen Trend zur Umgestaltung – Kieswege werden durch Grasflächen ersetzt. Das reduziert den Pflegeaufwand und unterstreicht den Parkcharakter der Anlagen.
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Auch die Digitalisierung hält Einzug. In Langenhagen führte man im Juli 2026 digitale Friedhofspläne ein. Besucher navigieren per Smartphone zu den Gräbern.
Die Modernisierung zeigt: Friedhöfe werden zunehmend als multifunktionale Bestandteile der städtischen Infrastruktur begriffen. Sie passen sich den Bedürfnissen einer alternden, aber gesundheitsbewussten Gesellschaft an.
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