Fitnesscenter, Sportvereine

Fitnesscenter überholen Sportvereine: Schweiz setzt auf Flexibilität

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstmals trainieren mehr Schweizer im Fitnesscenter als im Sportverein. Die BASPO-Studie zeigt einen klaren Trend zu flexiblen, individuellen Trainingsformen.

Sport Schweiz 2026: Fitnessstudios überholen Vereine bei Mitgliederzahlen
Menschen trainieren individuell in einem modernen, hellen Fitnesscenter. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die sportlichen Gewohnheiten in der Schweiz befinden sich in einem signifikanten Umbruch. Wie die im August 2026 vorgestellten Ergebnisse der großangelegten Studie „Sport Schweiz 2026“ des Bundesamts für Sport (BASPO) belegen, hat sich das Kräfteverhältnis zwischen organisierten Vereinsstrukturen und kommerziellen Fitnessanbietern verschoben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Erhebung übertrifft der Anteil der Mitglieder in Fitnesscentern jenen in Sportvereinen.

Individuelles Training gewinnt gegenüber Vereinsstrukturen an Boden

Der Trend zur Individualisierung des Sports spiegelt sich deutlich in den Mitgliederzahlen wider. Laut den Daten des Bundesamts für Sport sind mittlerweile 22 % der Schweizer Bevölkerung in einem Fitnesscenter angemeldet.

Im Gegensatz dazu ist der Anteil der in Sportvereinen aktiven Personen auf 19 % gesunken. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass erwachsene Sporttreibende zunehmend flexiblere Trainingsformen bevorzugen, die sich unabhängiger von festen Trainingszeiten und Vereinsverpflichtungen gestalten lassen.

Trotz dieser Verschiebung bleibt das Land im internationalen Vergleich hochgradig aktiv. Die Studie weist aus, dass 52 % der Schweizer Bevölkerung mehrmals pro Woche sportlich aktiv sind. Demgegenüber steht ein Anteil von 17 % der Bevölkerung, der als inaktiv eingestuft wird. Mit diesen Werten verteidigt die Schweiz ihre Position als sportlichste Nation Europas.

Beliebteste Sportarten und veränderte Präferenzen

Bei der Wahl der Sportarten zeigen sich klare Favoriten, wobei naturnahe und individuell ausübbare Aktivitäten dominieren. Das Wandern steht mit einer Beteiligung von 49 % unangefochten an der Spitze, gefolgt vom Velofahren mit 34 %. Ebenfalls populär bleiben Schwimmen (25 %), Skifahren (23 %) und Joggen (23 %).

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Allerdings unterliegen auch die klassischen Disziplinen einem Wandel. Während das Krafttraining mit 20 % und Yoga mit 16 % deutliche Zuwächse verzeichnen, verliert der alpine Wintersport an Zuspruch.

Die Beteiligung am Skifahren ist laut BASPO seit dem Jahr 2020 um 12 % gesunken. Dieser Rückgang korrespondiert mit einem allgemeinen Trend weg von kompetitiven Formaten: Die Teilnahme an Wettkämpfen sank im Zeitraum von 2020 bis 2026 von zuvor 20 % auf nunmehr 16 %.

Sozioökonomische Faktoren und langfristiges Desinteresse

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung betrifft die soziale Komponente des Sportverhaltens. Die Statistiken des Bundesamts machen deutlich, dass das Sportengagement stark mit dem sozioökonomischen Status korreliert. Es zeige sich demnach, dass die Sportbeteiligung umso höher ausfalle, je höher das Einkommen und das Bildungsniveau der Befragten seien.

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Parallel dazu wird eine langfristige Abnahme des generellen Interesses am Sportthema in der Gesamtbevölkerung beobachtet. Während im Jahr 2000 noch 35 % der Befragten ein hohes Sportinteresse angaben, sank dieser Wert bis zum Jahr 2026 auf 24 %.

Diese Entwicklung legt nahe, dass Sport zwar von einer Mehrheit aktiv betrieben wird, die passive Auseinandersetzung oder die gesellschaftliche Identifikation mit dem Thema jedoch an Relevanz verloren hat.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen somit die Notwendigkeit für Sportorganisationen, ihre Angebote an die sich wandelnden Bedürfnisse einer Gesellschaft anzupassen, die vermehrt Wert auf Flexibilität und individuelle Gesundheitsförderung legt.

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