Fitnessmarkt: Über eine Milliarde Euro Investitionen 2026
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Große Ketten fusionieren, internationale Player drängen auf den Markt und die Investitionen erreichen neue Rekordhöhen.
Fitness First schluckt FIT/One
Ein dominanter Trend: die Konsolidierung. Fitness First führt aktuell die Studios der Marke FIT/One unter dem eigenen Namen zusammen. Betroffen sind unter anderem Standorte in Düsseldorf-Düsseltal und Saarbrücken.
Um Neumitglieder zu locken, gab es im Juli befristete Gratismonate bei längerfristigen Verträgen.
Expansion trotz Konsolidierung
Parallel zu den Fusionen entstehen neue Standorte. In Olbersdorf bei Zittau eröffnete Mitte Juli ein 24-Stunden-Studio mit digitalen Zugangssystemen.
In Österreich geht es ebenfalls weiter: Die Kette Evo plant für September einen Neubau auf 642 Quadratmetern in Graz. Zudem öffnet im Juli das Supernova-Zentrum in Eisenstadt – 11 Millionen Euro schwer, mit Fitnessbereich, Handel und Gastronomie.
Auch internationale Marken drängen nach Europa. Lululemon startet am 9. September mit seinem ersten Store in der Wiener Innenstadt. In Brasilien investiert Influencer Renato Cariani rund 7 Millionen Real in ein Trainingszentrum – Basis für eine Expansion auf bis zu 100 Standorte.
Rekordinvestitionen in die Infrastruktur
Die Branche investiert so viel wie nie. Flossen 2025 noch rund 798 Millionen Euro in Modernisierung und Ausbau, prognostizieren Experten für 2026 ein Volumen von über einer Milliarde Euro.
Ein Treiber: die technische Aufrüstung. Rund 70 Prozent der Studios verfügen mittlerweile über moderne Lüftungs- und Klimaanlagen. Das verändert das Mitgliederverhalten spürbar.
Bei sommerlichen Hitzeperioden verlegen viele Sportler ihr Training gezielt in klimatisierte Studios. Davon profitieren auch Hotels und Kinos mit entsprechender Infrastruktur.
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Ältere Mitglieder als Wachstumsmarkt
Die Zielgruppen werden breiter. In Oberösterreich besucht statistisch bereits jeder siebte Bürger ein Studio. Das Durchschnittsalter der aktiven Mitglieder steigt – in einigen Gebieten liegt es bei über 50 Jahren.
Experten empfehlen Krafttraining in dieser Altersgruppe gezielt gegen den natürlichen Muskelabbau.
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Dennoch bleibt die Gewinnung junger Mitglieder zentral. HappyFit ermöglicht Mitgliedschaften bereits ab 14 Jahren, teilweise trainieren sogar Zwölfjährige in Begleitung.
Ein ungewöhnliches Standortkonzept sorgte derweil für Diskussionen: Auf dem Meidlinger Friedhof in Wien entstand ein Fitnessbereich für über 35.000 Euro. Die politische Debatte über die Pietät solcher Anlagen hält an.
Hausrecht: Influencerin fliegt aus Studio
Mit der wachsenden Präsenz von Influencern verschärfen Betreiber ihre Hausordnung. Ein Fall aus Berlin-Friedrichshain zeigt die Konsequenzen.
Die Kette John Reed kündigte einer bekannten Influencerin fristlos und sprach ein dauerhaftes Hausverbot aus. Grund: mehrfache Verstöße gegen die internen Regeln, trotz vorheriger Abmahnungen.
Für den Fall einer Zuwiderhandlung droht eine Strafzahlung von 250.000 Euro. Die Betroffene räumte frühere Abmahnungen ein, wies die Vorwürfe jedoch zurück und sprach von persönlichen Differenzen mit anderen Mitgliedern.
Der Fall zeigt: Auch Personen mit hoher öffentlicher Reichweite müssen sich an die Regeln halten.
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