Flink-Datenleck, Erpresser

Flink-Datenleck: Erpresser fordern 100 ETH und drohen mit Darknet-Verkauf

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Flink sperrte den kompromittierten Zugang und schaltete Ermittler ein; Finanz- und Zahlungsdaten waren laut Unternehmen nicht betroffen.

Flink nach Hackerangriff: Kundendaten gestohlen, Erpresser fordern Ethereum
Dunkler, minimalistischer Serverraum mit unbeschrifteten ServerschrĂ€nken in kĂŒhlem, blauem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Lebensmittel-Lieferdienst Flink ist Ziel eines Hackerangriffs geworden, bei dem Unbefugte Zugriff auf interne Systeme erlangt und sensible Daten entwendet haben. Betroffen sind sowohl Kunden als auch Mitarbeiter in Deutschland und den Niederlanden. Berichten zufolge setzen die TÀter die Betroffenen nun unter Druck und fordern Zahlungen in KryptowÀhrungen.

Datenleck durch kompromittierten Mitarbeiterzugang

Das Unternehmen bestÀtigte den unbefugten Zugriff auf ein internes System. Nach Angaben von Flink gelang es den Angreifern, personenbezogene Stammdaten zu erbeuten. Dazu zÀhlen Namen, Lieferadressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Kunden sowie BeschÀftigten.

In einer Mitteilung an die Kundschaft vom 25. September 2026 erklĂ€rte das Unternehmen, dass die TĂ€ter vermutlich ĂŒber kompromittierte Zugangsdaten eines ehemaligen Mitarbeiters in das System eindringen konnten.

Flink betonte, dass sensible Finanzinformationen wie Passwörter, Bankverbindungen, Kreditkartendaten oder sonstige Zahlungsdetails nicht von dem Diebstahl betroffen seien. Ob darĂŒber hinaus spezifische Informationen wie Etagenangaben, Klingelnamen oder Bestelldetails entwendet wurden, bleibt unklar. Laut Flink gibt es dafĂŒr bislang keine konkreten Hinweise, auch wenn ein solcher Zugriff theoretisch möglich gewesen wĂ€re.

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Erpresser fordern Ethereum und drohen mit Darknet-Verkauf

Der Vorfall hat eine neue Eskalationsstufe erreicht, da die HintermĂ€nner begonnen haben, die Betroffenen direkt zu erpressen. Die Gruppe LPG Group beansprucht den Angriff fĂŒr sich und behauptet, Daten von mehr als 1 Million Kunden sowie 13.000 Mitarbeitern erbeutet zu haben. Diese Zahlen wurden von Flink bisher nicht offiziell bestĂ€tigt.

Die TĂ€ter fordern von dem Lieferdienst eine Zahlung von 100 ETH, was zum aktuellen Zeitpunkt einem Wert von etwa 230.000 bis 238.000 Euro entspricht. Parallel dazu wurden einzelne Kunden kontaktiert und zur Zahlung von 0,005 ETH aufgefordert, was umgerechnet etwa 10 bis 11,50 Euro entspricht.

Die Erpresser setzten eine Frist bis zum 2. Oktober. Sollte die Gesamtsumme von 100 ETH erreicht werden, versprachen die Angreifer, alle Daten zu löschen. Andernfalls drohten sie mit dem Verkauf der Informationen im Darknet.

Maßnahmen und Empfehlungen fĂŒr Betroffene

Flink hat nach Bekanntwerden des Vorfalls den betroffenen Zugang gesperrt. Laut einem Sprecher des Unternehmens bestehen aktuell keine weiteren unbefugten Zugriffe auf die internen Strukturen.

Zur Aufarbeitung des Vorfalls wurden externe Experten fĂŒr IT-Forensik und Cybersicherheit hinzugezogen. Zudem wurden zusĂ€tzliche Sicherheitsmaßnahmen implementiert. Das Unternehmen hat die zustĂ€ndigen Datenschutzbehörden informiert und Strafanzeige erstattet.

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In den Niederlanden sollen bereits mindestens 10.000 Kunden entsprechende Erpresserschreiben erhalten haben. Die genaue Zahl der betroffenen Nutzer in Deutschland ist derzeit noch nicht bekannt. Flink rÀt dringend dazu, nicht auf die Forderungen einzugehen und keine Zahlungen zu leisten.

Kunden sollten zudem wachsam gegenĂŒber verdĂ€chtigen Nachrichten sein, keine unsicheren Links anklicken und keine AnhĂ€nge in E-Mails unbekannter Herkunft öffnen. Betroffenen wird empfohlen, solche Nachrichten als Beweismittel aufzubewahren und den Vorfall bei der Polizei zu melden.

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