FLOW-Studie, Früher

FLOW-Studie: Früher eGFR-Abfall signalisiert höheres Nierenrisiko

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein früher eGFR-Abfall war in beiden Studiengruppen mit mehr prognostizierten schweren Nierenereignissen in Woche 104 verknüpft.
Ein steriler Labortisch mit Glasgefäßen in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Eine bei der Kidney Week 2026 der American Society of Nephrology (ASN) vorgestellte Post-hoc-Analyse der FLOW-Studie liefert detaillierte Einblicke in den Verlauf der Nierenfunktion bei Patienten mit Diabetes. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie sich initiale Schwankungen der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) auf spätere Krankheitsverläufe auswirken.

Wie ein Bericht von medicaldaily.com vom 6. November 2026 darlegt, war ein stärkerer eGFR-Abfall in den ersten 12 Wochen der Behandlung mit höheren vorhergesagten schweren Nierenereignissen in Woche 104 verbunden. Dieser Zusammenhang zeigte sich in der Semaglutid- und der Placebogruppe gleichermaßen.

Frühe Filtrationsveränderungen im Gruppenvergleich

In den ersten Behandlungswochen zeigte sich bei den Probanden beider Studienarme ein ähnlicher Trend bei den Nierenwerten. Die mittlere eGFR-Änderung in Woche 12 belief sich unter Semaglutid (n=1.767) auf -1,09 mL/min/1,73 m². In der Vergleichsgruppe unter Placebo (n=1.766) lag die mittlere eGFR-Änderung im selben Zeitraum bei -1,05 mL/min/1,73 m².

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Die Daten verdeutlichen, dass der beobachtete initiale Rückgang der Filtrationsleistung nicht spezifisch auf den Wirkstoff zurückzuführen ist. Die Auswertung liefert demnach keinen Beleg dafür, dass Semaglutid Nierenschäden verursacht. Vielmehr deutet das parallele Auftreten in beiden Armen darauf hin, dass ein früher Abfall der eGFR bei dieser Patientengruppe ein allgemeiner prognostischer Marker für spätere renale Ereignisse sein könnte.

Kernergebnisse und Rahmenbedingungen der FLOW-Studie

Die übergeordneten Ergebnisse der FLOW-Hauptstudie hatten bereits zuvor den Nutzen des GLP-1-Rezeptoragonisten bei nierenkranken Diabetes-Patienten hervorgehoben. Eine wöchentliche Dosis von 1 mg Semaglutid senkte das Risiko für schwere Nierenereignisse um 24%. Zudem reduzierte die Medikation die Gesamtsterblichkeit der Behandelten um 20%.

Die Studienpopulation wies zu Beginn der Untersuchung fortgeschrittene renale Vorbelastungen auf. Die mittlere eGFR der Teilnehmenden lag bei 47, während das mediane Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin (UACR) 568 betrug. Die mediane Nachbeobachtungszeit über den gesamten Studienverlauf erstreckte sich über 3,4 Jahre.

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Methodische Grenzen der Auswertung

Trotz der Erkenntnisse weist die Post-hoc-Analyse methodische Limitationen auf. In der präsentierten Auswertung wurden weder absolute Ereignisraten noch eine Hazard Ratio für die prognostizierten Nierenereignisse nach Woche 104 berichtet.

Zudem wurde die Analyse vom pharmazeutischen Hersteller Novo Nordisk finanziert. Für die klinische Praxis liefern die Daten dennoch wichtige Orientierungspunkte zur Interpretation früher Laborwertveränderungen bei Hochrisikopatienten.

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