FLOWPROMOTE-Studie, Intensive

FLOWPROMOTE-Studie: Intensive Cholesterinsenkung verkleinert Plaques um 21,1 Prozent

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei intensiver Kombinationstherapie sank das Plaquevolumen binnen 18 Monaten stärker als mit Atorvastatin allein.
Abstrakte Darstellung einer menschlichen Arterienstruktur in einer sterilen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Eine Ende Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlichte Untersuchung liefert neue Daten zur Rückbildung koronarer Gefäßablagerungen. Die unter Leitung des Aarhus Universitetshospital durchgeführte FLOWPROMOTE-Studie untersuchte an 104 zuvor Statin-naiven Patienten mit neu diagnostizierter stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) und einer hämodynamisch relevanten Stenose von mehr als 50 Prozent, wie sich unterschiedliche Therapieregime auf das Plaquevolumen auswirken.

Nach einer Behandlungsdauer von 18 Monaten reduzierte eine intensive Lipidsenkung das Gesamtplaquavolumen um 21,1 Prozent (minus 69,8 mm³), während unter einer Standardtherapie ein Rückgang um 13,6 Prozent verzeichnet wurde.

Deutliche Unterschiede zwischen Monotherapie und Kombination

Die Studie verglich zwei unterschiedliche medikamentöse Ansätze direkt miteinander. In der Standardgruppe erhielten die Probanden täglich 40 mg Atorvastatin. Hier sank das LDL-Cholesterin von 119,7 auf 69,5 mg/dL, was einem Rückgang von 38 Prozent entspricht.

Neben der Reduktion des Gesamtplaques um 13,6 Prozent verbesserte sich der nicht kalzifizierte Plaque bei 77 Prozent der Patienten, im Schnitt um 20 Prozent. Die Triglyzeride gingen um 26,6 mg/dL zurĂĽck.

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In der Intensivgruppe kam eine Kombination aus täglich 40 mg Rosuvastatin und 10 mg Ezetimib zum Einsatz – eine Medikation, die Berichten zufolge auch US-Präsident Donald Trump einnimmt. Unter dieser Therapie sank das LDL-Cholesterin von 127,4 auf 42,5 mg/dL, ein Minus von 65 Prozent. Der nicht kalzifizierte Plaque verringerte sich um 28,2 Prozent (minus 82,3 mm³).

Bei 98 Prozent der Behandelten – konkret bei 51 von 52 Patienten – war ein Rückgang feststellbar. Zudem reduzierten sich die Triglyzeride um 62,0 mg/dL. Bezogen auf die Gesamtverkalkung verzeichneten 90 Prozent der Patienten in der Intensivgruppe einen Rückgang, verglichen mit 75 Prozent in der Standardgruppe.

Plaquestabilisierung und methodische Einordnung

Die Ergebnisse verdeutlichen einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Cholesterinsenkung und der Plaquemorphologie: Je stärker das LDL sank, desto ausgeprägter fiel der Rückgang aus, wobei sich der weiche Fettanteil der Ablagerungen am stärksten veränderte.

Zugleich nahm der kalzifizierte Plaque in beiden Behandlungsgruppen leicht zu, was von den Forschern als Anzeichen einer Plaque-Stabilisierung gewertet wird. Die Verträglichkeit der Medikation erwies sich als hoch; lediglich zwei der 104 teilnehmenden Personen brachen die Statin-Therapie vorzeitig ab.

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Gleichzeitig verweisen die Autoren auf die methodischen Grenzen der Untersuchung: Es handelt sich um eine kleine bildgebende Analyse. Eine Verringerung klinischer Endpunkte wie Herzinfarkte oder Todesfälle konnte im Rahmen dieser Erhebung nicht nachgewiesen werden.

An der FLOWPROMOTE-Studie waren neben dem Aarhus Universitetshospital auch das Sygehus Lillebælt sowie das Sydvestjysk Sygehus beteiligt; finanziert wurde das Projekt durch die Novo Nordisk Fonden.

Klinische Implikationen und Dosierungspraxis

Aus ökonomischer Sicht beziffern die beteiligten Forscher die Therapiekosten auf rund 25 Kronen pro Monat. Vor dem Hintergrund der Resultate kritisierte Gunnar Gislason, Forschungschef der dänischen Hjerteforening, dass viele Mediziner bei der Verordnung lipidsenkender Medikamente nach wie vor zu zaghaft dosierten.

Die Studienautoren empfehlen fĂĽr die klinische Praxis einen LDL-Zielwert von unter 55 mg/dL sowie eine Mindesttherapiedauer von 9 bis 18 Monaten. Besondere Relevanz besitze dieser Ansatz vor allem fĂĽr Patienten nach einem Herzinfarkt, einer Stent-Implantation, einem Schlaganfall oder einer Bypass-Operation.

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