Flugreisen: Preise um 11,5% gestiegen – Last-Minute spart bis 41%
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 05:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Kosten für Flugreisen sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen – doch kluge Reisende sparen durch Last-Minute-Buchungen und regionale Alternativen.
Flugpreise auf Rekordkurs
Internationale Flüge verteuerten sich um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Inlandsflüge legten um 9,5 Prozent zu. Besonders hart traf es Reisende ins europäische Ausland: Hier stiegen die Preise um 11,5 Prozent.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ermittelte Durchschnittspreise bei Billigfliegern zwischen 81 und 141 Euro. Wizz Air war mit 81 Euro am günstigsten, gefolgt von Ryanair (90 Euro) und easyJet (107 Euro).
Die Luftverkehrsteuer wurde zwar zum 1. Juli gesenkt. Dennoch bleibt das Low-Cost-Angebot in Deutschland um 58 Prozent unter dem Niveau von 2019.
Branchenstimmung trübt sich ein
Der Ifo-Index für das Geschäftsklima der Reisebranche fiel im Juni auf minus 32,0 Punkte. Im Mai lag er noch bei minus 30,3, im Februar sogar bei minus 15,6 Punkten.
Hauptgrund: die Verunsicherung durch geopolitische Konflikte. Allerdings könnten sinkende Kerosinpreise die Erwartungen für die Zukunft etwas dämpfen.
Last-Minute: Türkei und Portugal mit hohen Rabatten
Eine Analyse von rund 17.000 Urlaubsangeboten im Frühjahr zeigte: Pauschalreisen für den August waren in vielen Destinationen günstiger als bei Buchung im März. Grund dafür ist die diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran, die den Nahen Osten entspannt.
Flugpreise im EU-Ausland stiegen um 11,5% – doch kluge Reisende nutzen Last-Minute-Angebote und sparen bis zu 41% in der Türkei oder 16% an der Algarve. Wer jetzt bucht, profitiert von sinkenden Kerosinpreisen und der diplomatischen Entspannung im Nahen Osten. Jetzt kostenlosen Spar-Report anfordern
Die größten Ersparnisse gab es in der Türkei. An der Türkischen Riviera sanken die Preise pro Person um durchschnittlich 14 Prozent, in Fethiye sogar um bis zu 41 Prozent. Auch die Algarve in Portugal verbilligte sich um rund 16 Prozent.
Der Mittelmeerraum bleibt gefragt: In den ersten fünf Monaten stiegen die Passagierzahlen nach Kroatien um 4,2 Prozent, nach Griechenland um 3,6 Prozent.
Günstige Städtereisen in Deutschland
Wuppertal ist die preiswerteste Stadt für Touristen. Der durchschnittliche Hotelpreis liegt im Juli bei 85 Euro, Kaffee kostet 2,90 Euro, Bier 3,50 Euro. Dahinter folgen Leipzig und Mannheim.
Camping bleibt im Trend. Niedersachsen meldete für 2025 einen Rekord von 44,7 Millionen Übernachtungen. Platzbetreiber verzeichneten einen Gästezuwachs von 30 Prozent innerhalb eines Jahres. Besonders gefragt: Glamping – die komfortablere Camping-Variante. Der Klimawandel lenkt die Nachfrage zunehmend in kühlere Regionen.
Buchungsverhalten polarisiert
Die Vorausbuchungsfristen klaffen auseinander. Während Tui im Schnitt 213 Tage Vorlaufzeit sieht, werden an Nord- und Ostsee rund 20 Prozent der Ferienhäuser erst 14 Tage vor Reiseantritt gebucht.
Für einkommensschwache Haushalte gibt es Förderprogramme. Thüringen stellte 2026 Mittel in Höhe von 409.000 Euro bereit, um Familienurlaube in speziellen Einrichtungen mit Tagessätzen zwischen 20 und 40 Euro zu subventionieren.
Wuppertal, Leipzig, Mannheim: Diese deutschen Städte bieten günstige Hotelpreise ab 85 Euro und Bier für 3,50 Euro. Wer Camping mag, findet in Niedersachsen Rekord-Angebote mit 44,7 Millionen Übernachtungen – inklusive Glamping-Trend. Günstige Reiseziele in Deutschland entdecken
Gastronomie unter Druck
Die klassische Gastronomie leidet. In Mecklenburg-Vorpommern sank der Branchenumsatz seit 2019 real um 18 Prozent. Branchenvertreter fordern Qualitätspreise, während die Politik vor einer Preisspirale bei Standardgerichten warnt.
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