Flugroboter-Verbot: United und Delta sperren humanoide Maschinen aus
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
United Airlines und Delta Air Lines verbieten humanoide und tierähnliche Roboter an Bord – aus Sicherheitsgründen.
Die beiden großen US-Carrier ziehen damit mit Southwest Airlines gleich, das bereits im Mai 2026 ein entsprechendes Verbot erlassen hatte. Uniteds neue Regelung trat am 23. Juli in Kraft und untersagt die Mitnahme der Maschinen sowohl in der Kabine als auch als Aufgabegepäck oder Fracht. Delta bezeichnet die Maßnahme dagegen als vorläufig.
Batterien als Brandrisiko
Hauptgrund für die Verschärfung sind die leistungsstarken Lithium-Akkus der Roboter. Die US-Luftfahrtbehörde FAA begrenzt die erlaubte Batteriekapazität an Bord strikt: Unter 100 Wattstunden (Wh) ist keine Genehmigung nötig, zwischen 101 und 160 Wh ist Zustimmung der Airline erforderlich – alles über 160 Wh ist auf Passagierflügen verboten.
Viele moderne humanoide Roboter überschreiten diese Grenzen massiv. Der Unitree G1 etwa arbeitet mit einem 421-Wh-Akku, der Figure-Roboter sogar mit einem 2,3-Kilowattstunden-Paket. Da sich die Maschinen meist nicht einfach zerlegen lassen, sind sie praktisch nicht flugtauglich.
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Zwischenfälle im Frühjahr 2026
Die verschärften Regeln sind die direkte Folge konkreter Vorfälle. Im Mai sorgte ein 1,10 Meter großer Roboter namens Stewie auf einem Flug von Las Vegas nach Dallas für Aufregung. Ein weiteres Modell, der 32 Kilo schwere Bebop, verursachte eine einstündige Verspätung auf der Strecke Oakland–San Diego.
Flugbesatzungen mussten in mehreren Fällen die Akkus entfernen oder die Roboter an Fensterplätze umsetzen, um die Evakuierungsvorschriften einzuhalten. Die Airlines betonen: Herkömmliche Elektronik und persönliche Geräte bleiben weiterhin erlaubt.
Uneinheitliche Linie der Airlines
Während United und Delta nun nachziehen, hat American Airlines bislang kein entsprechendes Verbot veröffentlicht. Ein interessanter Kontrast zeigt sich in Asien: Japan Airlines testet humanoide Roboter gezielt für Bodenabfertigungsaufgaben am Flughafen Haneda.
Robotik-Branche unter Druck
Die Luftfahrt ist nicht die einzige Branche, die auf die Bremse tritt. Im Bundesstaat New York pausierte der Schulbezirk Salamanca City ein Pilotprojekt mit einem 58.000 US-Dollar teuren humanoiden Roboter namens Sally. Grund waren Bedenken der Bildungsbehörde und lokaler Gewerkschaften wegen der Verbindungen des Herstellers zu Erwachsenenprodukten.
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Trotz dieser Rückschläge bleiben Finanzanalysten optimistisch. Morgan Stanley prognostiziert dem Markt für humanoide Roboter bis 2050 ein Volumen von fünf Billionen Dollar. Die Automatisierung zeigt bereits Wirkung auf Konzernstrukturen: Uniteds Finanzchef berichtete, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz in der ersten Jahreshälfte 2026 zu einer vierprozentigen Reduktion des Führungspersonals geführt habe.
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