Flying, Eagle

Flying Eagle: Android-Malware befÀllt 11 Millionen GerÀte weltweit

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Fernzugriffstrojaner Flying Eagle hat ĂŒber elf Millionen Android-GerĂ€te infiziert und zielt auf Finanzdaten ab.

Android-Malware Flying Eagle: 11 Millionen GerÀte betroffen
Abstraktes digitales Sicherheitsrisiko mit leuchtendem BinĂ€rcode auf einem Smartphone in einem dunklen Serverraum. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine neu identifizierte Schadsoftware fĂŒr das Betriebssystem Android hat global bereits mehr als 11 Millionen EndgerĂ€te befallen. Berichten zufolge steht hinter dieser massiven Infektionswelle ein hochentwickelter Fernzugriffstrojaner (Remote Access Trojan, RAT) namens „Flying Eagle“, der als modulares Baukastensystem vertrieben wird. Die Malware zielt primĂ€r auf das Entwenden sensibler Finanzdaten und die Kompromittierung mobiler Bezahlsysteme ab.

Flying Eagle: Ein modulares Schadsoftware-System

Bei der entdeckten Bedrohung handelt es sich um einen sogenannten Full-Service Mobile RAT Builder. Die Software basiert auf Docker und ermöglicht es Angreifern, individuelle APK-Dateien zu erstellen, die mit Phishing-Vorlagen fĂŒr populĂ€re Plattformen wie TikTok oder verschiedene Finanz-Apps ausgestattet sind. Um einer Entdeckung durch Sicherheitsprogramme zu entgehen, nutzt Flying Eagle spezielle Verschleierungstechniken. So tarnt die Malware ihre Kommunikation unter anderem als Base64-kodiertes JSON-Format, das als harmloser Cache eines Software Development Kits (SDK) erscheint.

Der Funktionsumfang des Trojaners ist weitreichend. Die Schadsoftware ist in der Lage, Zahlungsdaten abzugreifen, TastenanschlĂ€ge zu protokollieren (Keylogging) sowie Screenshots anzufertigen. Zudem können die Angreifer aus der Ferne auf die Kamera der infizierten GerĂ€te zugreifen. Branchenexperten identifizierten in diesem Zusammenhang bereits 170 aktive Server, die fĂŒr die Steuerung der infizierten GerĂ€te und den Datenabfluss genutzt werden.

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Vertrieb ĂŒber Messenger-Dienste und Quellcode-Leaks

Die Verbreitung der Malware erfolgt hochgradig organisiert ĂŒber spezialisierte KanĂ€le auf der Plattform Telegram. Ein Kanal namens SQLRCE0 vertreibt nach einem Quellcode-Leak eine modifizierte Version des Trojaners fĂŒr einen Preis von 2.000 Tether. Ein weiterer Akteur, der unter dem Namen Yx Technology agiert, bietet neben der Software zusĂ€tzlich sogenannte Cash-Out-Dienste an, um die gestohlenen Gelder aus den kompromittierten Konten abzufĂŒhren.

Der Quellcode der Malware wird in einschlĂ€gigen Kreisen auch unter der Bezeichnung „Chinese Dragon“ gehandelt. Das Programmpaket umfasst etwa 388 Megabyte und enthĂ€lt neben Docker-Umgebungen und Webserver-Komponenten wie nginx und PHP auch Datenbank-Tools sowie Android-Entwicklungswerkzeuge. Zum Lieferumfang gehören zudem fertige Phishing-Vorlagen und TLS-Zertifikate, was die HĂŒrden fĂŒr potenzielle Cyberkriminelle deutlich senkt.

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Erweiterung durch das „Night Dragon“-Kit

ZusĂ€tzlich zu Flying Eagle wurde ein separates Erweiterungspaket namens „Night Dragon“ entdeckt. Dieses Kit ist auf die Echtzeit-Überwachung spezialisiert und bietet Funktionen fĂŒr Live-Streaming des Bildschirms sowie den Zugriff auf Mikrofon und Kamera. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Manipulation chinesischer Zahlungsdienste und Staatsbanken. Durch die Einblendung gefĂ€lschter BenutzeroberflĂ€chen (Overlays) auf Apps wie AliPay oder WeChat versuchen die Angreifer, Transaktionen zu manipulieren oder Zugangsdaten zu stehlen. Aktuelle Analysen zeigen fĂŒr dieses Kit eine Infrastruktur von 46 Online-GerĂ€ten, von denen 29 als aktiv eingestuft werden.

Bereits Mitte Juni warnte das chinesische Nationale Zentrum fĂŒr Cybersicherheit (NCSC) vor dieser Art von Bedrohungen. Die nun beobachtete Malware wird oft als vermeintliche App fĂŒr öffentliche Sicherheit („Public Security“) getarnt, um Nutzer zur Installation zu bewegen. Das System ist als Premium-Mobile-RAT-Modell (Malware-as-a-Service) konzipiert und verfĂŒgt ĂŒber automatisierte Protokolle, die darauf ausgelegt sind, Bankkonten systematisch zu leeren. Aufgrund der KompatibilitĂ€t mit weit verbreiteten Zahlungssystemen stufen Sicherheitsexperten das Schadenspotenzial als besonders hoch ein.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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