FollikulĂ€res Lymphom: Lunsumio zeigt signifikante ĂberlebensverlĂ€ngerung
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Phase-III-Studie zu einer Antikörperkombination beim follikulĂ€ren Lymphom liefert nach einer Zwischenauswertung ein positives Signal fĂŒr Patienten mit dieser Blutkrebserkrankung. Die von Roche und der Konzerntochter Genentech durchgefĂŒhrte Studie CELESTIMO (Studienkennung NCT04712097) hat ihren primĂ€ren Endpunkt erreicht, wie beide Unternehmen mitteilten.
Deutliche Verbesserung des progressionsfreien Ăberlebens
In der Studie wurde die Kombination aus dem Antikörper Lunsumio (Wirkstoff Mosunetuzumab) und dem Immunmodulator Lenalidomid gegen die Kombination aus MabThera beziehungsweise Rituxan (Rituximab) und Lenalidomid getestet.
Untersucht wurden Patienten mit rezidiviertem oder refraktĂ€rem follikulĂ€rem Lymphom, die mindestens eine Vortherapie durchlaufen hatten. Laut den Mitteilungen zeigte die Interimsanalyse eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des progressionsfreien Ăberlebens fĂŒr den Lunsumio-Arm gegenĂŒber der Rituximab-Kombination.
Die Daten zum GesamtĂŒberleben gelten den Angaben zufolge noch als unreif, sodass hierzu derzeit keine belastbare Aussage möglich ist. Zur Sicherheit heiĂt es, es seien keine neuen Sicherheitssignale aufgetreten; das beobachtete Sicherheitsprofil habe den bereits bekannten Profilen der eingesetzten Wirkstoffe entsprochen.
Bedeutung fĂŒr die Zulassungssituation
FĂŒr Roche und Genentech hat die Studie ĂŒber die reinen Wirksamkeitsdaten hinaus regulatorische Relevanz. CELESTIMO ist als BestĂ€tigungsstudie angelegt, mit der die bislang beschleunigte beziehungsweise bedingte Zulassung von Lunsumio in eine regulĂ€re Vollzulassung fĂŒr die Behandlungslinie ab der dritten Therapie (3L+) ĂŒberfĂŒhrt werden soll. Zugleich soll die Studie die Datenbasis fĂŒr eine mögliche Zulassung in einer frĂŒheren Behandlungslinie, ab der zweiten Therapie (2L+), liefern.
Die vollstĂ€ndigen Ergebnisse sollen den zustĂ€ndigen Zulassungsbehörden vorgelegt und auf einer medizinischen Fachtagung prĂ€sentiert werden. Ein konkreter Termin fĂŒr diese PrĂ€sentation wurde bislang nicht genannt.
Die Interimsanalyse von CELESTIMO zeigt fĂŒr die Kombination aus Lunsumio und Lenalidomid eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des progressionsfreien Ăberlebens gegenĂŒber der Rituximab-Kombination â bei rezidiviertem oder refraktĂ€rem follikulĂ€rem Lymphom nach mindestens einer Vortherapie. Unser kostenloser Leitfaden fasst die Datenlage zusammen und ordnet den Zulassungsstatus in rund 60 LĂ€ndern ein. Kostenlosen Therapie-Leitfaden anfordern
Einordnung des Wirkstoffs
Lunsumio ist nach Angaben von Roche bereits in rund 60 LÀndern zugelassen. Mehr als 3.800 Patienten wurden dem Unternehmen zufolge bislang mit dem PrÀparat behandelt. Das follikulÀre Lymphom zÀhlt zu den hÀufigeren Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen; laut Roche werden jÀhrlich mehr als 110.000 Neudiagnosen dieser Erkrankung gestellt.
Die Erkrankung tritt gehĂ€uft bei Ă€lteren Patienten auf und verlĂ€uft hĂ€ufig chronisch mit wiederkehrenden Phasen, in denen erneute Therapien notwendig werden â ein Umstand, der die Bedeutung wirksamer Zweit- und Drittlinienbehandlungen unterstreicht.
Parallele Entwicklung bei anderen Lymphom-Indikationen
Neben den CELESTIMO-Ergebnissen verweist Genentech auf einen weiteren regulatorischen Schritt fĂŒr Lunsumio: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen ergĂ€nzenden Zulassungsantrag (sBLA) fĂŒr die Kombination aus Lunsumio und Polivy angenommen.
Ab der dritten Therapielinie bleiben die Optionen begrenzt â und die GesamtĂŒberlebensdaten aus CELESTIMO gelten noch als unreif. Wer heute entscheiden muss, braucht eine belastbare Einordnung: Unser Leitfaden zeigt den aktuellen Zulassungsstatus, die geplante Umwandlung der bedingten Zulassung in eine Vollzulassung und einen Therapiealgorithmus fĂŒr das rezidivierte follikulĂ€re Lymphom. Therapiealgorithmus jetzt abrufen
Dieser Antrag betrifft die Behandlung des diffus groĂzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) ab der zweiten Therapielinie und stĂŒtzt sich auf Daten der Studie SUNMO. Damit verfolgen Roche und Genentech parallel mehrere Erweiterungen des Einsatzgebiets von Lunsumio in unterschiedlichen Lymphom-Indikationen.
FĂŒr Patienten mit follikulĂ€rem Lymphom, die nach einer ersten Therapie einen RĂŒckfall erleben oder auf die Behandlung nicht ausreichend ansprechen, könnten die CELESTIMO-Daten mittelfristig zusĂ€tzliche Behandlungsoptionen eröffnen â vorausgesetzt, die Ergebnisse werden von den Zulassungsbehörden entsprechend bewertet und in regulĂ€re Zulassungen ĂŒberfĂŒhrt.
