Folsäure-Tabletten: Öko-Test bewertet nur 2 von 19 Präparaten mit „gut“
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 17:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen gilt in der Schwangerschaft als wesentlicher Baustein für eine gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes. Dennoch zeigt eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test erhebliche Qualitäts- und Bewertungsunterschiede auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel.
Im ÖKO-TEST Jahrbuch 2027 veröffentlichte Öko-Test aktuelle Ergebnisse zu Folsäure-Tabletten für Schwangere. Die Bilanz der Warentester fällt ernüchternd aus: Von 19 untersuchten Präparaten konnten lediglich zwei Produkte überzeugen.
ErnĂĽchternde Testergebnisse im Jahrbuch
Im Rahmen des Tests bewertete Öko-Test insgesamt 19 Folsäure-Tabletten, die speziell für die Anwendung in der Schwangerschaft ausgelobt sind. Wie Berichte zu den Testergebnissen zeigen, schnitten nur zwei von 19 Produkten mit der Note „gut“ ab und konnten die Tester voll überzeugen.
Der überwiegende Teil der getesteten Präparate blieb somit hinter den Anforderungen zurück. Für Verbraucherinnen verdeutlicht die Auswertung, dass die Auswahl geeigneter Nahrungsergänzungsmittel sorgfältig abgewogen werden muss, da viele auf dem Markt erhältliche Produkte den Kriterien der Verbraucherschützer nicht genügen.
Hoher Folsäurebedarf und frühe Entwicklungsphasen
Die Notwendigkeit einer ausreichenden Versorgung ist medizinisch unumstritten. Nach Angaben des Netzwerks „Gesund ins Leben“ steigt der Folsäurebedarf in der Schwangerschaft um 83 Prozent an. Die ausreichende Verfügbarkeit des B-Vitamins ist vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen kritisch.
Nach Angaben des Netzwerks schließt sich das Neuralrohr des Fötus bereits drei bis vier Wochen nach der Empfängnis – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nicht sicher wissen, ob eine Schwangerschaft vorliegt.
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Dosierungsempfehlungen fĂĽr Frauen mit Kinderwunsch
Um Fehlbildungen des Nervensystems vorzubeugen, gibt das Netzwerk „Gesund ins Leben“ klare zeitliche und mengenmäßige Einnahmeempfehlungen heraus. Frauen mit Kinderwunsch sollten demnach ab Beginn des Kinderwunsches bis zum Ende des ersten Trimesters täglich 400 Mikrogramm Folsäure einnehmen. Um einen wirksamen Schutz aufzubauen, sollte der Beginn der Einnahme mindestens vier Wochen vor dem Eintritt der Schwangerschaft liegen.
Wird erst später mit der Zufuhr begonnen, rät das Netzwerk zu einer angepassten Dosierung: In diesem Fall sollten Frauen täglich 800 Mikrogramm Folsäure bis zum Ende des ersten Trimesters einnehmen, um den Spiegel zügig auf das erforderliche Niveau anzuheben.
Hinweise zu Jod, Vitamin D und Eisen
Neben der Zufuhr von Folsäure thematisiert das Netzwerk „Gesund ins Leben“ auch den Umgang mit weiteren Nährstoffen während der Schwangerschaft. So können dem Netzwerk zufolge Jod und Vitamin D als ergänzende Präparate sinnvoll sein.
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Anders stellt sich die Situation bei Mineralstoffen wie Eisen dar: Eisenpräparate sollten Schwangere laut dem Netzwerk nicht vorsorglich einnehmen, sondern ausschließlich nach einem laborchemisch diagnostizierten Mangel. Die differenzierten Empfehlungen unterstreichen, dass eine gezielte Mikronährstoffzufuhr auf medizinischen Befunden und fundierten Dosierungsrichtlinien basieren sollte, statt auf unkritisch kombinierten Multivitamin-Produkten.

