Frankreich, Sozialmedien

Frankreich verbietet Sozialmedien: Unter 15 Jahren ab September

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta sieht sich mit EU-Chatkontrolle, DSA-Rügen und US-Klagen konfrontiert. Ein Prozess in Florida wurde zurückgezogen.

Meta unter Druck: EU-Regulierung und Klagen in den USA
Abstrakte Darstellung einer modernen Büroumgebung mit digitalem Tablet, das juristische Daten symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Tech-Konzern Meta steht im Juli 2026 gleich an mehreren Fronten unter Druck. Während in den USA ein prominenter Prozess kurzfristig abgewendet wurde, verschärft die Europäische Union die Regeln für Kommunikationsüberwachung und Jugendschutz.

Kläger zieht Klage zurück

Ein 15-jähriger Jugendlicher aus Florida hat seine Klage gegen Meta am 22. Juli zurückgezogen. Der Prozess hätte in Los Angeles vor einer Jury stattfinden sollen – es ging um die mutmaßliche Suchtgefahr von Instagram und Facebook.

Meta betonte nach dem Rückzug, keine Zahlungen an den Kläger geleistet zu haben. Anders als TikTok, YouTube und Snapchat, die in ähnlichen Fällen bereits vertrauliche Vergleiche schlossen.

Doch die juristische Entwarnung trügt. In Tennessee läuft weiterhin ein Verfahren zu den Auswirkungen von Instagram auf Jugendliche. Texas verklagte Meta im Juli wegen der WhatsApp-Verschlüsselung. Und erst im Frühjahr sprach eine kalifornische Jury einer Klägerin Schadensersatz in Millionenhöhe zu.

EU einigt sich auf Chatkontrolle

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich am 22. Juli auf eine Verlängerung der Chatkontrolle geeinigt. Die umstrittene Ausnahmeregelung von Datenschutzbestimmungen gilt nun bis zum 3. April 2028.

Anbieter dürfen unverschlüsselte Nachrichten weiterhin freiwillig auf Kindesmissbrauch scannen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Diensten wie WhatsApp oder Signal bleibt geschützt. Ein direktes Scannen auf Endgeräten – das sogenannte Client-Side Scanning – wurde explizit ausgeschlossen.

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Der formelle Beschluss der EU-Staaten wurde für heute erwartet. In Deutschland hatten Union und Bundeskriminalamt auf eine rasche Einigung gedrängt.

DSA-Rüge und nationale Verbote

Parallel zur Chatkontrolle rügte die EU-Kommission Meta im Juli wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA). Im Fokus: endloses Scrollen und personalisierte Empfehlungsalgorithmen, die Suchteffekte begünstigen könnten. Ein Datenleck führte zudem zur vorübergehenden Einstellung von KI-Trainingsmaßnahmen.

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Frankreich geht noch weiter. Am 21. Juli verabschiedete das Land ein Gesetz, das Jugendlichen unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien stark einschränkt. Ab September sind Neuanmeldungen ohne elterliche Zustimmung verboten, bestehende Konten müssen bis Jahresende überprüft werden.

Zur Altersverifikation sind technische Lösungen wie Gesichtsanalysen oder die AusweisApp im Gespräch. Österreich, Griechenland und Spanien planen ähnliche Gesetze oder arbeiten bereits an Entwürfen.

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