Freibäder, Baden-Württemberg

Freibäder Baden-Württemberg: Smartglasses-Verbot gegen heimliche Aufnahmen

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 12:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Baden-Württemberg diskutiert über Verbote von Aufnahmegeräten in Schwimmbädern. Mehrere Kommunen verschärfen bereits ihre Hausordnungen.

Smartglasses-Verbot in Freibädern: Neue Regeln für mehr Privatsphäre
Eine Person trägt unauffällige Smartglasses in einem belebten Freibad, während im Hintergrund andere Badegäste schwimmen und sich sonnen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Grund sind heimliche Videoaufnahmen und Sicherheitsstörungen. Mehrere Kommunen haben ihre Hausordnungen bereits verschärft.

Die unsichtbare Gefahr auf der Liegewiese

Moderne Aufnahmegeräte sind kaum noch zu erkennen. Smartglasses unterscheiden sich optisch kaum von normalen Brillen. Das bereitet den Bademeistern Kopfzerbrechen.

In Erbstetten und Winnenden wird das Personal bereits speziell geschult. Recherchen des SWR zeigen: In Online-Foren tauschen sich Nutzer gezielt über Methoden zum heimlichen Filmen aus.

Die technischen Merkmale? Kleine Kameralinsen in den Gestellecken, dickere Bügel oder Warn-LEDs. Doch diese lassen sich manipulieren. Meta hat zwar Software-Updates eingeführt, die die Kamera blockieren, wenn die LED abgeklebt wird. Im hektischen Badebetrieb bleibt die Kontrolle für das Personal aber eine Herausforderung. In Erbstetten müssen Aufnahmen im Verdachtsfall sofort gelöscht werden.

Strengere Regeln an den Kassen

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Die Debatte um Kameras ist nicht der einzige Grund für verschärfte Maßnahmen. Ende Juni kam es in Kehl zu Polizeieinsätzen. In Müllheim gab es seit Saisonbeginn zwölf dokumentierte Einsätze.

Die Folgen: Kehl senkte die maximale Besucherzahl von 1.600 auf 1.400 Personen. Zudem gilt jetzt eine Ausweispflicht. In Müllheim setzen die Verantwortlichen ebenfalls auf Ausweiskontrollen und zusätzlich auf Taschenchecks. Fotografieren ist dort ohne ausdrückliche Zustimmung verboten. Auch hochprozentiger Alkohol, Drogen und Musikinstrumente sind tabu.

Bürgermeister Löffler berichtet: Die Mehrheit der Badegäste akzeptiert die neuen Regeln.

Ausweispflicht als Werkzeug, nicht als Schikane

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Branchenvertreter betonen: Die Ausweispflicht dient nicht der Schikane. Sie ist notwendig, um Hausverbote durchsetzen zu können. Nur wer eindeutig identifiziert ist, kann bei Verstößen belangt werden.

Der Trend in Baden-Württemberg ist kein Einzelfall. Auch in Berlin oder im schweizerischen Pruntrut gibt es vergleichbare Sicherheitsmaßnahmen. Während die Wasserqualität routinemäßig geprüft wird, rückt die Überwachung der Liegewiesen und Beckenränder immer stärker in den Fokus.

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