Frozen Shoulder: Metaanalyse mit 189 Studien vergleicht Therapien
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie schmerzhafte Schultersteife, in der Fachwelt als Frozen Shoulder bezeichnet, schränkt Betroffene im Alltag massiv ein. Eine im Fachjournal The BMJ veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse von Forschenden der Central South University in China liefert nun einen umfassenden Vergleich der verfügbaren Therapiemethoden.
Die Wissenschaftler werteten dafür 189 randomisierte kontrollierte Studien aus, an denen insgesamt 12.988 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren teilnahmen. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, welche konservativen und interventionellen Ansätze kurzfristig die verlässlichste Linderung verschaffen.
Schmerzreduktion und Beweglichkeit im Fokus
Im Zentrum der Untersuchung stand unter anderem die extrakorporale Stoßwellentherapie. Den Ergebnissen der Metaanalyse zufolge senkte dieses Verfahren den kurzfristigen Schmerz gegenüber der üblichen Versorgung deutlich: Auf einer Skala von 0 bis 10 lag die mittlere Differenz bei -1,97 Punkten, was die Forschenden mit einer moderaten Evidenzsicherheit bewerten.
Einen anderen Schwerpunkt bildete die Manipulation unter Anästhesie, die vor allem auf die Wiederherstellung des Bewegungsumfangs abzielt. Gegenüber der üblichen Versorgung verbesserte das Verfahren die kurzfristige Flexion um 26,16 Grad, wenn keine begleitende Steroidinjektion erfolgte. Wurde der Eingriff mit einer Steroidinjektion kombiniert, stieg der Wert auf eine Verbesserung von 33,29 Grad.
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Gleichzeitig wiesen die Autoren der Studie darauf hin, dass die wissenschaftliche Beweislage für die meisten anderen untersuchten Behandlungen, für Resultate nach mehr als drei Monaten sowie für die vergleichende Sicherheit deutlich unsicherer bleibe. Zudem lägen zu unerwünschten Ereignissen nur unvollständige Daten vor.
Krankheitsbild und therapeutische Praxis
Die Frozen Shoulder betrifft im Laufe des Lebens schätzungsweise rund 5 Prozent der Menschen. Ein erhöhtes Risiko tragen insbesondere Frauen über 40 Jahren sowie Personen mit Diabetes. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, dauert eine Besserung meist bis zu drei Jahre. Bis zu 15 Prozent der Betroffenen behalten zudem eine dauerhafte Unfähigkeit zurück, den betroffenen Arm wieder vollständig zu heben.
Die in der Metastudie hervorgehobene Stoßwellentherapie arbeitet mit hochenergetischen Schallwellen, die von außen auf das Gewebe einwirken. Sie regen die Durchblutung sowie die Angiogenese an, wirken entzündungshemmend und können Verkalkungen zerkleinern.
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Eine einzelne Behandlungssitzung dauert in der Regel zwischen 3 und 15 beziehungsweise 20 Minuten. Als üblicher Standard gelten drei bis sechs Sitzungen, die meist im Abstand von etwa einer Woche stattfinden.
Im britischen Gesundheitssystem NHS steht die Methode nicht routinemäßig zur Verfügung; bei einer privaten Inanspruchnahme fallen Kosten von 50 bis 150 Pfund pro Sitzung an. Zu den typischen Anwendungsfeldern der extrakorporalen Stoßwellentherapie zählen neben der Schultersteife auch die Kalkschulter, Achillodynie, Fersensporn sowie Tennis- und Golferellenbogen.
Nach der Anwendung können leichte, vorübergehende Schmerzen auftreten. Als Kontraindikationen gelten unter anderem akute Entzündungen, Blutgerinnungsstörungen, die Einnahme von Blutverdünnern, das Vorhandensein eines Herzschrittmachers im Behandlungsbereich sowie eine Schwangerschaft.
