Frozen v2: Googles neuer KI-Chip soll 6–10× effizienter sein
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Projekt mit dem Codenamen Frozen v2 ist ein speziell entwickelter Server-Chip, der die Gemini-KI-Modelle direkt in die Hardware integriert. Statt wie bisher auf allgemeine Tensor Processing Units (TPUs) zu setzen, wird die Gemini-Architektur fest im Silizium verankert. Das spart Energie und beschleunigt die Berechnungen massiv.
Sechs bis zehn Mal effizienter
Ingenieure schätzen, dass Frozen v2 pro Energieeinheit zwischen sechs und zehn Mal mehr Tokens verarbeiten kann als die aktuellen TPUs. Der Grund: Daten müssen seltener bewegt werden, und das System trifft weniger Entscheidungen während der sogenannten Inferenz – also wenn das Modell eine Anfrage beantwortet.
Der neue Chip soll die bestehenden TPUs nicht ersetzen, sondern als spezialisierte Ergänzung dienen. Der Start ist für 2028 geplant. Branchenkenner sehen Parallelen zu Start-ups wie Taalas, warnen aber vor einem Risiko: Sollte sich die Gemini-Architektur grundlegend ändern, könnte der fest verdrahtete Chip schnell veralten.
Googles Rechen-Engpass
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Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Google kämpft mit einem akuten Mangel an Rechenkapazität – einem regelrechten „Compute Crunch". Google Cloud musste bereits Geschäftskunden abweisen. Die Kosten sind enorm: Berichten zufolge zahlt der Konzern rund eine Milliarde Euro pro Monat an SpaceX für zusätzliche Rechenressourcen.
Hinzu kommen personelle Probleme. Mehrere Top-KI-Forscher haben das Unternehmen verlassen – einige zu Konkurrenten wie OpenAI oder Anthropic. Auch die nächste Version von Gemini Pro verzögert sich. Und die Konkurrenz schläft nicht: Chinesische KI-Modelle von Alibaba und Moonshot AI haben den Rückstand verkürzt. Mittlerweile stammen 45 Prozent der Token-Nutzung in den USA von chinesischen Modellen.
Börse reagiert positiv
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Die Anleger zeigten sich begeistert: Die Alphabet-Aktie schloss am Montag bei rund 357 Euro – ein Plus von 1,5 Prozent. Zwischenzeitlich lag das Plus sogar bei 3,7 Prozent. Die Euphorie kommt kurz vor den Quartalszahlen, die Google am Mittwoch vorlegen wird.
Der Frozen-v2-Chip ist nicht die einzige Neuerung: Erst im Mai 2026 hatte Google den Ironwood-TPU vorgestellt. Analysten von Wells Fargo rechnen damit, dass Google allein mit TPU-Lizenzen zwischen 2026 und 2027 mehr als zehn Milliarden Euro umsetzen könnte. Auch Amazon, Microsoft und Meta arbeiten an eigenen KI-Beschleunigern – der Wettlauf um die leistungsfähigste Hardware ist in vollem Gange.
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