Frühstartrente: Staat zahlt 10 Euro monatlich für Kinder
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung setzt auf Kapitalmärkte: Finanzminister Klingbeil (SPD) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die gesetzliche Rente um staatlich geförderte Aktien-Investments ergänzt. Im Zentrum stehen zwei Modelle – die Frühstartrente für Kinder und das Altersvorsorgedepot als Riester-Nachfolger.
Frühstartrente: 10 Euro monatlich vom Staat
Kernstück der Reform ist die sogenannte Frühstartrente. Der Staat zahlt demnach für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 Euro in ein kapitalbasiertes Vorsorgekonto ein. Für den Jahrgang 2020 gilt die Regelung rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab 2027 kommen jährlich weitere Jahrgänge hinzu.
Die Kosten? Für 2027 veranschlagt das Finanzministerium rund 198 Millionen Euro. Bis 2030 sollen die Ausgaben auf etwa 411 Millionen Euro steigen. Eltern können zusätzlich einzahlen – bis zu 6.840 Euro pro Jahr.
Die Modellrechnungen zeigen enorme Unterschiede: Wer nur die staatlichen 10 Euro anlegt, kommt bei einer angenommenen Rendite bis zum 65. Lebensjahr auf rund 53.000 Euro Kapital. Zahlt Mama oder Papa monatlich 50 Euro dazu, sind es bis zu 320.000 Euro.
Kritik kommt vom Deutschen Gewerkschaftsbund. „Die Hebelwirkung ist viel zu gering“, monieren die Gewerkschafter. Die reine Staatsförderung bringe nach 60 Jahren Ansparzeit gerade mal 30 Euro Brutto-Rente im Monat. Zudem profitieren ältere Kinder und Studenten derzeit gar nicht.
Altersvorsorgedepot: Der Riester-Ersatz
Parallel zur Frühstartrente soll das Altersvorsorgedepot die alte Riester-Rente ablösen. Der große Vorteil: Einzahlungen sind steuerlich absetzbar, und die Erträge bleiben bis zur Auszahlung steuerfrei.
Im Vergleich zum klassischen ETF-Sparplan gibt es aber Unterschiede. Der ETF-Sparplan bietet zwar keine Steuervorteile in der Ansparphase, dafür mehr Flexibilität und meist niedrigere Kosten. „Die Wahl hängt stark von der individuellen Marktentwicklung und der gewünschten Verfügbarkeit ab“, erklären Finanzexperten.
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33-Punkte-Plan: Reformvorschläge der Rentenkommission
Bereits am 23. Juni legte eine Rentenkommission einen umfassenden Reformplan vor. Marktteilnehmer wie die BCA AG und Versicherer wie die Bayerische oder der Volkswohl Bund begrüßten das Bekenntnis zum Drei-Säulen-System und die stärkere Gewichtung der Kapitaldeckung. Allerdings warnen sie vor zu starken staatlichen Eingriffen in private Märkte.
Deutlich schärfer fällt die Kritik von Arbeitgeberpräsident Dulger aus. Er warnt vor massiven Mehrbelastungen für die Wirtschaft. Die geplante Kapitalrente sehe einen Zusatzbeitrag von 2 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor. „Das kostet über 40 Milliarden Euro pro Jahr“, rechnet Dulger vor. Er fordert Korrekturen, besonders bei der geplanten Abschaffung der Steuerfreiheit für Minijobs.
Betriebliche Vorsorge und Gold als Ergänzung
Neben den neuen staatlichen Modellen bleibt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein wichtiger Baustein. Seit 2019 müssen Arbeitgeber bei Entgeltumwandlungen mindestens 15 Prozent zuschießen – viele zahlen inzwischen 20 bis 25 Prozent. Experten betonen: Die bAV ist trotz nachgelagerter Besteuerung effizient, aber kein vollständiger Ersatz für ein privates Depot.
Kritiker sagen: Die reine Staatsförderung bringt nur 30 Euro Rente brutto im Monat. Damit das nicht passiert, braucht Ihr Kind eine kluge Strategie. Erfahren Sie in unserem Report, wie Sie die Frühstartrente mit einem Altersvorsorgedepot und Gold-Beimischung optimieren. Frühstartrente-Report jetzt sichern
Immer mehr Anleger setzen zudem auf Gold. Strategieanalysen empfehlen eine Beimischung von 5 bis 15 Prozent des Depotwerts. Das senkt die Volatilität und schützt gegen Inflation. Physisch hinterlegte Gold-ETCs bieten nach einem Jahr Haltedauer steuerliche Vorteile.
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