Frühstück nach 12 Uhr: +29% höheres Sterberisiko laut Studie
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zeitpunkt der ersten Mahlzeit des Tages steht in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Sterblichkeit und der langfristigen Gesundheit. Eine groß angelegte US-Kohortenstudie, die im Jahr 2026 im European Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, liefert detaillierte Einblicke in diese Korrelation.
Basierend auf Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus dem Zeitraum von 1999 bis 2018 wurden die Ernährungsgewohnheiten von 31.044 Erwachsenen im Alter von über 40 Jahren untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein späteres Frühstück mit einem signifikant höheren Sterberisiko assoziiert ist.
Zeitliche Korrelation der Erstmahlzeit und Sterblichkeitsraten
Die Analyse der NHANES-Daten verdeutlicht, dass bereits eine moderate Verzögerung der ersten Mahlzeit Auswirkungen auf das Mortalitätsrisiko haben kann. Als Referenzzeitraum diente in der Untersuchung die Zeitspanne zwischen 7 und 8 Uhr morgens.
Wer seine erste Mahlzeit zwischen 8 und 10 Uhr einnahm, wies laut der Studie ein um 10 Prozent erhöhtes Sterberisiko auf. Bei einem Frühstück zwischen 10 und 12 Uhr stieg dieser Wert auf 19 Prozent.
Besonders deutlich zeigten sich die Auswirkungen bei Personen, die ihre erste Mahlzeit erst nach 12 Uhr mittags zu sich nahmen. In dieser Gruppe lag das Sterberisiko um 29 Prozent höher als bei der Referenzgruppe. Ein noch deutlicherer Zusammenhang wurde bei der kardiovaskulären Sterblichkeit beobachtet: Wer erst nach 12 Uhr frühstückte, hatte ein um 46 Prozent höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben.
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Einfluss auf die Lebenserwartung und die Rolle des Abendessens
Die Studie lieferte zudem Schätzungen zur verbleibenden Lebenserwartung ab einem Alter von 50 Jahren. Den Berechnungen zufolge verringert sich die Lebenserwartung um 2,46 Jahre, wenn die erste Mahlzeit regelmäßig erst nach 12 Uhr eingenommen wird. Doch nicht nur der Beginn der Nahrungsaufnahme, sondern auch deren Abschluss scheint relevant zu sein.
Die Forscher verglichen die Zeit der letzten Mahlzeit mit dem Referenzfenster von 19 bis 20 Uhr. Erfolgte die letzte Nahrungsaufnahme bereits vor 19 Uhr, stieg das Sterberisiko um 13 Prozent.
Lag der Zeitpunkt hingegen nach Mitternacht, erhöhte sich das Risiko um 27 Prozent. In diesem Fall sank die Lebenserwartung ab einem Alter von 50 Jahren statistisch um 2,35 Jahre.
Ergänzende Erkenntnisse aus britischen Langzeitbeobachtungen
Zusätzliche Daten liefert eine britische Kohorte mit 2.945 Erwachsenen und einem Durchschnittsalter von 64 Jahren. In dieser Untersuchung, die im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift Communications Medicine publiziert wurde, lag die 10-Jahres-Überlebensrate bei Personen, die früh frühstückten, bei 89,5 Prozent. Bei den sogenannten „späten Essern“ betrug dieser Wert hingegen 86,7 Prozent, was einer Differenz von 2,8 Prozentpunkten entspricht.
Die Autoren der britischen Studie, die unter anderem am Harvard und dem Massachusetts General Hospital tätig sind, stellten fest, dass ein späteres Frühstück häufig mit Symptomen wie Müdigkeit, Depressionen und Multimorbidität assoziiert ist. Pro Stunde, die das Frühstück später eingenommen wurde, erhöhte sich die sogenannte Hazard Ratio um 1,08.
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Einordnung der Studienergebnisse
Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen Fachleute die Komplexität der Datenlage. Die US-Studie, deren Teilnehmer im Durchschnitt 58 Jahre alt waren, basiert auf Beobachtungsdaten und liefert somit keinen direkten Beweis für eine Kausalität.
Insbesondere die Autoren der britischen Untersuchung gaben zu bedenken, dass die Kausalität auch umgekehrt verlaufen könnte. Es sei möglich, dass bereits bestehende gesundheitliche Einschränkungen oder chronische Krankheiten dazu führen, dass Betroffene ihr Frühstück erst zu einem späteren Zeitpunkt einnehmen, anstatt dass der späte Zeitpunkt die Krankheit verursacht.
Dennoch unterstreichen beide Studien die Bedeutung des zeitlichen Rahmens der Nahrungsaufnahme für die epidemiologische Forschung und die Gesundheitsprävention.
