Funktionale, GetrÀnke

Funktionale GetrÀnke: 24 von 35 VitaminwÀsser zu hochdosiert

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VerbraucherschĂŒtzer kritisieren VitaminwĂ€sser und Protein-Kaffees wegen Überdosierung, Zucker und teurer Preise bei geringem Nutzen.

Functional Drinks: Gesundheitsrisiken durch Überdosierung und Zucker
Eine moderne Glasflasche mit klarem GetrĂ€nk und ZitrusfrĂŒchten auf einer MarmoroberflĂ€che in einem hellen Studio. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Bis 2030 könnte der globale Markt fĂŒr funktionale GetrĂ€nke auf 248,51 Milliarden US-Dollar wachsen. VitaminwĂ€sser, Protein-Eiskaffees und EntspannungsgetrĂ€nke boomen. Doch VerbraucherschĂŒtzer schlagen Alarm: Die Produkte bergen gesundheitliche Risiken und tĂ€uschen oft ĂŒber ihren tatsĂ€chlichen Nutzen hinweg.

VitaminwÀsser: Zu viel des Guten

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat im Mai 2026 ganze Arbeit geleistet. Bei einem Marktcheck von 35 VitaminwĂ€ssern ĂŒberschritten 24 Produkte die Höchstmengen-Empfehlungen des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung (BfR). Besonders kritisch: die Überdosierung von PantothensĂ€ure (B5), Niacin (B3), Pyridoxin (B6) und Biotin (B7).

Das Bundeszentrum fĂŒr ErnĂ€hrung (BZfE) stellt klar: ÜberschĂŒssige Vitamine scheidet der Körper meist ungenutzt wieder aus. Ein gesundheitlicher Vorteil? Fehlanzeige. DafĂŒr enthalten viele Produkte reichlich Zucker oder SĂŒĂŸstoffe. Ein besonders krasses Beispiel: Das KindergetrĂ€nk „Peppa Pig“ brachte es auf 6,7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Und der Preis? WĂ€hrend Mineralwasser ab 0,19 Euro pro Liter zu haben ist, zahlen Verbraucher fĂŒr VitaminwĂ€sser im Schnitt 2,47 Euro pro Liter.

TrendgetrĂ€nke im Check: Koffein, SĂ€ure und Überdosierung

Aktuelle Analysen vom Juli 2026 nehmen beliebte Marken wie Holy, Waterdrop oder Meßmer unter die Lupe. Das Ergebnis: teils alarmierende Konzentrationen. Bestimmte Pulvervarianten ĂŒberdosierten die Vitamine B6, D3 und C – bei dauerhaftem Konsum ein erhöhtes Krankheitsrisiko.

Der SĂ€uregehalt vieler Lifestyle-GetrĂ€nke ist ebenfalls problematisch. Mit pH-Werten unter 3,2 greifen sie den Zahnschmelz an. Und der Koffeingehalt? Klassische Eiskaffees enthalten im Schnitt 40,8 mg Koffein pro 100 ml. Ein Waterdrop „Turbo Boost“ schlĂ€gt mit satten 160 mg Koffein pro Portion zu Buche, Meßmer-Kalttees mit 105 mg. Damit liegen sie ĂŒber gĂ€ngigen Energydrinks – fĂŒr Jugendliche gesundheitlich bedenklich.

Versprechen auf dĂŒnnem Eis

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Die Verbraucherzentrale warnt: 24 von 35 VitaminwĂ€ssern ĂŒberdosieren Vitamine – und das bei einem Literpreis von bis zu 3,98 Euro. Unser Report zeigt, wie Sie sichere Grenzwerte erkennen und echte Alternativen finden. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Das GeschĂ€ftsmodell der „Functional Drinks“ gerĂ€t zunehmend unter Druck. Die Marke TRIP musste im Juli 2025 im Vereinigten Königreich ihre Werbung einstellen: unbelegte Versprechen zur Stressminderung. Experten betonen: Inhaltsstoffe wie Ashwagandha, L-Theanin oder Magnesium können Placeboeffekte auslösen – eine medizinische Behandlung fĂŒr Angststörungen oder ADHS ersetzen sie nicht.

Trotz dĂŒnner Beleglage kassieren die Hersteller Premiumpreise. Ein 12er-Pack EntspannungsgetrĂ€nke kostet bis zu 27 Euro.

High-Protein-Eiskaffee: Mehr Eiweiß, gleiche Kalorien

Der Protein-Trend hĂ€lt an. Die Verbraucherzentrale Bremen verglich 14 High-Protein-Eiskaffees mit klassischen Varianten. Die Protein-Versionen enthielten durchschnittlich 192 Prozent mehr Eiweiß und 40 Prozent weniger Zucker. Klingt gut? Die Kalorienbilanz blieb nahezu identisch – der verringerte Zuckeranteil wurde durch Fett oder SĂŒĂŸstoffe kompensiert.

FĂŒr die Hersteller lohnt sich das GeschĂ€ft: High-Protein-Eiskaffees kosten mit durchschnittlich 7,50 Euro pro Liter deutlich mehr als klassische Fertigkaffees (5,81 Euro). Und wĂ€hrend klassische Produkte bis zu 24,8 Prozent echten Kaffee enthalten, finden sich in den Protein-Varianten oft nur 0,3 bis 2 Prozent.

Stiftung Warentest: Nur zwei von 25 Vitamin-D-PrÀparaten empfehlenswert

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Viele Functional Drinks enthalten nicht nur ĂŒberflĂŒssige Vitamine, sondern auch Zucker und SĂ€uren, die den Zahnschmelz angreifen. Statt teurer TrendgetrĂ€nke setzen Sie besser auf selbstgemischte Varianten – unser Report verrĂ€t wie. Report mit gesunden Alternativen sichern

Auch die Stiftung Warentest hat die Supplementierung im Blick. Von 25 getesteten Vitamin-D-PrĂ€paraten konnten nur zwei ĂŒberzeugen. Viele waren ĂŒberdosiert – bei Depot-PrĂ€paraten steigt das Risiko von NierenschĂ€den. Laut Robert Koch-Institut sind bereits 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ausreichend versorgt. Mediziner halten die zusĂ€tzliche Aufnahme ĂŒber angereicherte GetrĂ€nke oder Supplemente daher oft fĂŒr unnötig.

Der Markt fĂŒr Wellness-GetrĂ€nke lebt von Marketingversprechen und Lifestyle-Trends. Der tatsĂ€chliche ernĂ€hrungsphysiologische Mehrwert? Oft gering. Die gesundheitlichen Risiken durch Überdosierung und SĂ€urebelastung? Real.

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