G7-Einigung, Kinderschutz

G7-Einigung: Kinderschutz im Internet durch Safety by Design

30.05.2026 - 07:50:10 | boerse-global.de

G7-Staaten vereinbaren verbindliche Sicherheitsstandards für Minderjährige im Netz, inklusive Altersprüfung und Safety by Design.

G7-Einigung: Kinderschutz im Internet durch Safety by Design - Foto: über boerse-global.de
G7-Einigung: Kinderschutz im Internet durch Safety by Design - Foto: über boerse-global.de

Die Digitalminister der G7-Staaten haben sich bei einem Treffen in Paris auf einen gemeinsamen Ansatz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet verständigt. Die Einigung umfasst wirksame Altersüberprüfungen und das Prinzip des „Safety by Design“ – Sicherheit für Minderjährige soll künftig bereits bei der Entwicklung digitaler Produkte verpflichtend berücksichtigt werden.

Die französische Ministerin Anne Le Hénanff bezeichnete die Sicherheit Minderjähriger im digitalen Raum als internationale Priorität. Zu den vereinbarten Grundsätzen gehört der verstärkte Kampf gegen illegale Inhalte, besonders gegen Material, das sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt.

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KI-Risiken und Medienkompetenz

Auch die Risiken durch Künstliche Intelligenz, etwa bei Chatbots, wurden in der Abschlusserklärung themisiert. Ebenso die Förderung der digitalen Medienkompetenz. Die britische Forschungsministerin Liz Kendall gab die Vereinbarungen am 29. Mai offiziell bekannt.

Unstimmigkeiten bei KI und Energieverbrauch

Trotz der Einigung beim Kinderschutz konnten sich die Teilnehmer in anderen Bereichen nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Besonders bei den Umweltauswirkungen digitaler Technologien zeigten sich deutliche Differenzen.

Ein Vorstoß zur Regulierung des hohen Energieverbrauchs von KI-Systemen und Rechenzentren scheiterte am Widerstand der USA. Die US-Delegation lehnte verbindliche Maßnahmen oder eine spezifische Arbeitsgruppe zu den ökologischen Folgen ab. Ursprünglich vorgesehene Formulierungen wurden daraufhin abgeschwächt.

UN fordert Verbot von Mikro-Targeting

Flankiert wurde das Treffen von deutlichen Mahnungen internationaler Organisationen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, betonte: Pauschale Verbote sozialer Medien oder reine Altersbeschränkungen seien kein Allheilmittel. Stattdessen müsse Sicherheit von Beginn an in Plattformen integriert werden.

Türk forderte konkret ein Verbot von Mikro-Targeting für Minderjährige sowie strengere Regeln für Online-Werbung. Er sprach sich zudem gegen suchtfördernde Designelemente aus – etwa endloses Scrollen oder permanente Benachrichtigungen, die Nutzer möglichst lange binden sollen.

Nächster Schritt: Gipfel in Evian

Die Pariser Erklärung dient als Vorbereitung für den G7-Gipfel vom 15. bis 17. Juni 2026 in Evian. Dort wird ein konkreter Aktionsplan erwartet, um die formulierten Prioritäten international weiter zu festigen.

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