Gaming-Studie, Kontrollverlust

Gaming-Studie: Kontrollverlust, nicht Spielzeit, schadet dem Gehirn

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung zeigt: Nicht die Dauer des Spielens, sondern Suchtsymptome beeintrÀchtigen die kognitive Leistung Jugendlicher.

KL Krems Studie: Kontrollverlust schadet Hirn, nicht Spielzeit
Ein stilisiertes, leuchtendes Gehirn mit abstrakten digitalen Mustern und Gaming-Interface-Elementen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie der Karl Landsteiner PrivatuniversitĂ€t Krems (KL Krems) liefert ĂŒberraschende Erkenntnisse: Reine Spielzeit sagt wenig ĂŒber kognitive SchĂ€den aus. Entscheidend ist der Kontrollverlust.

Die am 7. Juli in „Computers in Human Behavior“ veröffentlichte Untersuchung unter Leitung von David Willinger analysierte Daten von 3.854 Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren. Im Schnitt zockten die Probanden 90 Minuten tĂ€glich – allein das ist kein Warnsignal.

Wenn aus Spiel Ernst wird

Der entscheidende Faktor fĂŒr negative Auswirkungen auf die DenkfĂ€higkeit ist die sogenannte Internet-Gaming-Störung (IGD). Sie zeigt sich durch ĂŒbermĂ€ĂŸiges Verlangen, TĂ€uschung des Umfelds und Weiterspielen trotz negativer Konsequenzen.

Jugendliche mit IGD-Symptomen schnitten in Tests deutlich schlechter ab – und zwar in mehreren Bereichen:

  • Logisches Denken und rĂ€umliches Vorstellungsvermögen
  • Sprachliche und mathematische FĂ€higkeiten
  • LangzeitgedĂ€chtnis
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Die gute Nachricht: Wer ohne Suchtsymptome spielt, muss keine Nachteile fĂŒrchten. Im Gegenteil: Kontrolliertes Gaming zeigte sogar leicht positive Effekte auf die kognitive Leistung.

Nicht alle Games sind gleich

Die Studie unterscheidet auch zwischen Spielgenres. Strategie- und Rollenspiele hÀngen mit besseren kognitiven FÀhigkeiten zusammen. Anders sieht es bei Actionspielen und Shootern aus.

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Titel wie Fortnite, Roblox und Brawl Stars stehen laut den Forschern in stĂ€rkerem Zusammenhang mit Kontrollverlust und Suchtverhalten. Das wiederum begĂŒnstigt die kognitiven Defizite.

Fazit der Wissenschaftler: Eine pauschale Verteufelung hoher Spielzeiten wird der Sache nicht gerecht. Der Fokus sollte auf dem Suchtpotenzial liegen – nicht auf der Uhr.

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