Gartenbewässerung: Dochtmethode und Tonkegel für Urlaubszeit
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 23:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Extremwetter wie Starkregen und Dürre setzen Stadtgrün und Landwirtschaft unter Druck. Stadtplaner, Landwirte und Gärtner setzen deshalb zunehmend auf ressourcenschonende Systeme, die ohne ständige Bewässerung oder chemische Hilfsmittel auskommen. Die Kombination aus ökologischen Prinzipien und technologischen Innovationen soll die Klimaresilienz von Pflanzen stärken.
Schwedische Methode für hitzefeste Stadtbäume
In der Stadtentwicklung gewinnen Konzepte an Bedeutung, die Grünanlagen auch in Hitzeperioden ohne künstliche Bewässerung am Leben halten. Das Projekt „Linz blüht auf“ setzt etwa auf die sogenannte schwedische Pflanzmethode. Dabei kommen wurzelnackte Pflanzen in Kombination mit einer schützenden Mulchschicht und Mykorrhiza-Pilzen zum Einsatz. Diese Pilze gehen eine Symbiose mit den Wurzeln ein und verbessern die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Geeignete Arten sind unter anderem Lavendel, Sonnenhut, Färberkamille, Ziersalbei und Nelken.
Auch die Landwirtschaft stellt sich um. Berichte aus Ostwestfalen-Lippe zeigen: Landwirte setzen vermehrt auf bodenschonende Verfahren, um Feuchtigkeit im Erdreich zu halten. Sie nutzen Stroh zur Bodenabdeckung und reduzieren schwere Maschinen, um Bodenverdichtung zu vermeiden. In Einzelfällen kommen sogar wieder Rückepferde zum Einsatz. Dennoch verzeichnete die Branche bei Gerste bereits Ernteverluste von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Regenwasser versickern statt ableiten
Ein zentraler Aspekt ist die effiziente Nutzung von Regen- und Abwasser. Experten empfehlen naturnahe Sickerbeete, die Niederschlagswasser von Dachflächen direkt vor Ort dem Grundwasser zuführen. Der mehrstufige Aufbau aus Kies-, Splitt- und Sand-Erde-Schichten sollte etwa zehn Prozent der Dachfläche umfassen. Heimische Wildstauden unterstützen die ökologische Filterfunktion.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) forscht im EU-Projekt „DECIRE-WATER“ an dezentralen Anlagen zur Abwasseraufbereitung. Die mit rund fünf Millionen Euro geförderte Initiative will Wasserressourcen direkt vor Ort für die Bewässerung nutzbar machen und gleichzeitig Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor zurückgewinnen.
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Pestizide vermeiden, Pflanzen anreichern
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert mit drei Millionen Euro Projekte zur Pestizidvermeidung. Erfolgversprechend ist eine Rollwiese aus Hanf und Schafwolle, die den Insektizideinsatz im Gemüsebau senken kann. Auch KI-gestützte Heißwasser-Systeme zur Unkrautbekämpfung und Mulchmaterialien mit reduziertem Rapsöl-Anteil werden erprobt.
Parallel dazu forscht die Wissenschaft an der genetischen Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen. Eine im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie weist auf das Problem des „versteckten Hungers“ hin: Weltweit leiden rund 2,5 Milliarden Menschen an Vitamin- und Mineralstoffmangel. Die Forscher setzen auf Biofortifizierung – die Anreicherung von Pflanzen mit Nährstoffen durch Züchtung oder neue genomische Techniken wie CRISPR/Cas. Das soll die Nahrungsqualität unter schwierigen Klimabedingungen sichern.
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Dochtmethode und Tonkegel für den Garten
Für den privaten Bereich gewinnen einfache DIY-Systeme an Bedeutung, die eine kurzzeitige Autarkie ermöglichen. Die Dochtmethode nutzt Baumwollschnüre, die Wasser aus einem höher gelegenen Reservoir zu den Pflanzen leiten. Ton- und Keramikkegel geben Wasser durch Kapillarwirkung bedarfsgerecht ab.
In ökologischen Schaugärten wie denen des NABU in Dortmund setzen Gärtner auf Biodiversität. Durch den Verzicht auf chemische Dünger und den Einsatz von Totholz, Trockenmauern und Insektenhügeln entsteht ein Mikroklima, das die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen erhöht. Experten warnen vor Hausmitteln wie Bier als Dünger: Der enthaltene Alkohol und Zucker schaden den Pflanzen eher. Kompost bleibe die bevorzugte Alternative.
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