Gatik AI sichert sich 200 Millionen Dollar für autonome Lieferflotten
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 19:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 25. August 2026 gab das Technologieunternehmen Gatik AI den erfolgreichen Abschluss einer Series-D-Finanzierungsrunde bekannt. Das Unternehmen sicherte sich Kapital in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, womit sich die Gesamtkapitalisierung auf rund 500 Millionen US-Dollar erhöht. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von der Qatar Investment Authority (QIA) sowie Koch Disruptive Technologies.
Kommerzieller Durchbruch und Flottenausbau bei Gatik
Gatik AI hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 85.000 fahrerlose Lieferungen durchgeführt. Das Unternehmen verweist zudem auf einen Vertragsumsatz in Höhe von 600 Millionen US-Dollar, der durch Kooperationen mit namhaften Partnern wie Walmart, Kroger und PepsiCo generiert wurde. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, seine Flotte bis Ende 2026 auf über 100 fahrerlose Lastkraftwagen auszubauen.
Amazon forciert Drohnenzustellung und elektrische Lieferflotten
Parallel dazu treibt Amazon die Modernisierung seiner Logistik voran. Wie am 28. August 2026 bekannt wurde, plant der Konzern den Start seines Drohnen-Lieferdienstes Prime Air in Tracy, Kalifornien, innerhalb eines Monats.
Zum Einsatz kommen MK30-Drohnen, die Pakete bis zu einem Gewicht von 5 Pfund (2,3 kg) in einem Umkreis von 7,5 Meilen (12 km) zustellen können. Für Prime-Mitglieder ist dieser Dienst bei Bestellungen über 50 US-Dollar kostenlos. Es handelt sich um den ersten Standort für Drohnenlieferungen in Kalifornien seit der Schließung der Basis in Lockeford im April 2024.
Gleichzeitig baut Amazon seine elektrische Bodenflotte massiv aus. In den USA befinden sich derzeit über 30.000 Rivian Electric Delivery Vans (EDV) im Einsatz – eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem Bestand von 20.000 Fahrzeugen Ende 2024. Die Modelle Delivery 500 und 700 verfügen über eine 100 kWh LFP-Batterie sowie 320 PS und erreichen Reichweiten zwischen 160 und 161 Meilen.
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Bis zum Jahr 2030 plant Amazon den Einsatz von insgesamt 100.000 dieser Fahrzeuge und betreibt bereits mehr als 17.000 Ladestationen an 120 Standorten.
Einride setzt auf Tesla Semi und schwedische Handelslogistik
Das schwedische Unternehmen Einride erweitert seine seit 2020 bestehende Partnerschaft mit dem Discounter Lidl in Schweden. Die jährlichen elektrischen Frachtkilometer sollen von 474.000 auf 832.000 steigen, wobei die Logistik auf Langstrecken in Regionen wie Värmland und Mälardalen ausgeweitet wird. Einride nutzt hierfür das FCaaS-Modell (Freight Capacity as a Service) und die proprietäre Software Saga AI.
Zudem plant Einride eine großangelegte Integration des Tesla Semi. Ab September 2026 sollen die ersten von insgesamt 500 Einheiten in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New Jersey, Illinois und Georgia bereitgestellt werden.
Der Tesla Semi bietet eine Reichweite von bis zu 500 Meilen (805 km) bei einem Verbrauch von 1,7 kWh pro Meile. Einride, das aktuell über rund 250 Elektro-Lkw verfügt, könnte seine Flotte damit auf zirka 750 Fahrzeuge vergrößern.
Autonome Pilotprojekte in der Industrie und auf der letzten Meile
Auch in anderen Märkten gewinnt die Automatisierung an Bedeutung. In Brasilien setzen Lume Robotics und Mercedes-Benz erstmals einen autonomen Mercedes-Benz Atego 1730 in einer Industrieanlage ein. Das Fahrzeug transportiert Güter für das Unternehmen Ypê zwischen Produktion und Distribution – rund um die Uhr unter menschlicher Aufsicht.
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Im Bereich der letzten Meile startet die Stadt Hoboken in New Jersey am 3. September 2026 ein zwölfmonatiges Pilotprojekt mit Coco Robotics und Avride. Insgesamt 20 Roboter sollen in definierten Zonen Essenslieferungen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei Meilen pro Stunde zustellen.
In Michigan testet Jack Demmer Automotive mit Unterstützung staatlicher Fördermittel den Einsatz von Drohnen für die Lieferung von Autoteilen im Raum Detroit.
Internationale Expansion von Robotaxi-Diensten
Im asiatischen Raum planen Pony.ai und FutureLink die Einführung von 200 Level-4-Robotaxis in Südkorea bis zum Jahr 2028. Der Dienst soll in Gangnam, Seoul, mit zunächst zehn Fahrzeugen zur Zertifizierung starten. Die Fahrzeuge basieren auf Modellen von BAIC, wobei Pony.ai die Kosten für die Hardware-Kits bis Mitte 2027 auf unter 230.000 Yuan (34.000 US-Dollar) senken will.
Auch andere Akteure expandieren global: Baidu Apollo Go weitet seine Präsenz in Dubai aus, während WeRide im Nahen Osten und in Dänemark aktiv wird. Das Unternehmen Momenta erhielt bereits im Juli die Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für Level-4-Tests auf deutschen Straßen und unterhält Partnerschaften mit Herstellern wie Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen.
