GefĂ€ĂŸgesundheit, Erwachsene

GefĂ€ĂŸgesundheit: Schon jeder 13. Erwachsene unter 30 hat Arterienplaques

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bildgebung fand bei 57,1 Prozent der untersuchten Erwachsenen Plaques; gÀngige Risikoscores erkannten viele dieser VerÀnderungen nicht.

REACT-Studie: GefĂ€ĂŸplaques bei vielen Menschen frĂŒh nachweisbar
Ein minimalistischer, klinischer Untersuchungsraum mit einer leeren medizinischen Liege in neutralem Licht. Illustration mit AI erstellt.

GefĂ€ĂŸverĂ€nderungen beginnen oft Jahrzehnte vor den ersten spĂŒrbaren Symptomen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das belegt die internationale REACT-Beobachtungsstudie des Rigshospitalet Kopenhagen und des spanischen Forschungszentrums CNIC, die im New England Journal of Medicine publiziert und beim ESC-Kongress 2026 vorgestellt wurde.

Die Forschenden untersuchten 16.808 Erwachsene im Alter von 18 bis 70 Jahren aus DĂ€nemark und Spanien, die bislang keine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung aufwiesen. Mittels direkter GefĂ€ĂŸbildgebung wiesen sie bei 57,1 Prozent der Teilnehmenden Arterienplaques nach.

FrĂŒhe GefĂ€ĂŸverĂ€nderungen und Altersunterschiede

Die detaillierte Auswertung der Bildgebungsdaten verdeutlicht, wie frĂŒh GefĂ€ĂŸablagerungen im Lebensverlauf einsetzen können. In der jĂŒngsten Altersgruppe der 18- bis 29-JĂ€hrigen fanden sich Arterienplaques bereits bei etwa einer von 13 Personen. Dabei lag die Plaque-HĂ€ufigkeit bei den jungen MĂ€nnern bei 8,7 Prozent und bei den jungen Frauen bei 6,7 Prozent.

Im höheren Alter dominierte der Befund fast vollstÀndig: Bei den 60- bis 70-jÀhrigen Teilnehmenden wiesen rund neun von zehn Personen entsprechende Ablagerungen auf.

Zudem zeigte die REACT-Studie deutliche geschlechtsspezifische VerlĂ€ufe. MĂ€nner entwickelten Plaques tendenziell fĂŒnf bis zehn Jahre frĂŒher als Frauen. Bei den weiblichen Studienteilnehmern stieg die HĂ€ufigkeit der nachgewiesenen GefĂ€ĂŸverĂ€nderungen vor allem in der Lebensphase zwischen 40 und 60 Jahren am stĂ€rksten an.

Grenzen herkömmlicher Risikoscores

Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung betrifft die LeistungsfĂ€higkeit gĂ€ngiger Vorhersagemodelle. Etablierte Risikoscores wie SCORE2 erkannten nach Angaben der Forschenden nur einen kleinen Teil derjenigen Personen, bei denen bildgebend bereits GefĂ€ĂŸplaques vorlagen. Die reine Orientierung an klassischen Risikofaktoren kann demnach subklinische GefĂ€ĂŸverĂ€nderungen ĂŒbersehen.

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ErgĂ€nzende wissenschaftliche Daten unterstreichen frĂŒhe metabolische Risiken: Eine in der Fachzeitschrift Circulation: Population Health and Outcomes veröffentlichte Untersuchung an 1.283 jungen Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren ergab, dass fast 80 Prozent frĂŒhe Anzeichen eines kardiovaskulĂ€r-renal-metabolischen Syndroms aufwiesen. Etwa 3 Prozent dieser jungen Kohorte zeigten bereits messbare Anzeichen von ArterienschĂ€den.

Keine Änderung der Screening-Leitlinien

Trotz des hohen Anteils entdeckter Plaques betont die REACT-Studie die Grenzen einer reinen Beobachtungsstudie. Aus den Daten lĂ€sst sich kein Nachweis ableiten, dass ein flĂ€chendeckendes Screening oder eine frĂŒhere therapeutische Intervention Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle tatsĂ€chlich verhindert. Entsprechend wurden aus den Ergebnissen keine unmittelbaren Änderungen bestehender Screening-Leitlinien abgeleitet.

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Das ĂŒbergeordnete internationale Projekt soll klĂ€ren, ob eine direkte GefĂ€ĂŸbildgebung die PrĂ€vention nachhaltig verbessern kann. Die Befunde sollen kĂŒnftig auch in Zusammenarbeit mit Partnern in Indien, Singapur, Tansania und Mexiko ĂŒberprĂŒft werden.

Ob eine bildgebungsgestĂŒtzte PrĂ€vention das Plaquewachstum bremst und kardiovaskulĂ€re Ereignisse wie Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle verringert, soll eine geplante randomisierte Folgephase namens REACT-PROTECT klĂ€ren, die vorbehaltlich der Finanzierung fĂŒr die Jahre 2027 bis 2032 vorgesehen ist.

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