Gehirnalter per EEG: Muse-Modell senkt SchÀtzfehler um 47 Prozent
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen Interaxon erweitert den Funktionsumfang seiner Muse-Headbands um das Merkmal Brain Age. Das System soll Nutzern einen wöchentlichen Richtwert zur EinschĂ€tzung des biologischen Gehirnalters bereitstellen. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um die einzige im Endkundenbereich verfĂŒgbare Messung, die auf direkt erfasster GehirnaktivitĂ€t basiert.
FĂŒr die Erhebung kombiniert das Verfahren sensorische Messungen mit kognitiven Aufgaben. Am Headband erfassen vier Trockenelektroden â angebracht an der Stirn sowie hinter den Ohren â die elektrischen Potenziale des Gehirns.
ErgĂ€nzend durchlaufen Anwender vier kognitive Tests, welche die Reaktions- und Verarbeitungsgeschwindigkeit, das rĂ€umliche GedĂ€chtnis, die Impulskontrolle und die selektive Aufmerksamkeit prĂŒfen. Das Ergebnis wird als sogenannter Brain-Age-Gap ausgegeben, der die Differenz zwischen dem ermittelten Gehirnalter und dem kalendarischen Alter in Jahren darstellt.
Modellarchitektur und wissenschaftliche Grundlage
Dem Berechnungsverfahren liegt ein KI-Modell mit 300 Millionen Parametern zugrunde, das auf einer Untersuchung in der Fachzeitschrift Imaging Neuroscience aufbaut. Der Datensatz umfasst mehr als 5.200 Aufzeichnungen von Anwendern im Alter von 18 bis 81 Jahren.
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Im Vergleich zu einer frĂŒheren Modell generation aus dem Jahr 2024, die rund 3.300 Parameter umfasste, entspricht dies etwa einer 90.000-fachen VergröĂerung.
Laut den Untersuchungsergebnissen senkte das EEG-Modell den mittleren absoluten Fehler bei der AltersschĂ€tzung um 47 Prozent, wĂ€hrend die kognitiven Tests zu einer weiteren Verringerung um 13 Prozent fĂŒhrten.
Die ermittelten SchÀtzwerte wichen im Schnitt um rund 3,8 Jahre vom tatsÀchlichen Alter ab; der wöchentliche Wert variiert typischerweise um etwa 1,9 Jahre. Muse weist darauf hin, dass Brain Age keinen diagnostischen oder medizinischen Test darstellt.
Testablauf, Rollout und Preisstruktur
FĂŒr die erste Ermittlung des Werts verlangt das System an sieben Tagen Messungen von jeweils mindestens zehn Minuten Dauer mit geschlossenen Augen sowie das Absolvieren der vier Kognitionstests. FĂŒr die fortlaufende Nutzung sind nachfolgend Messungen an drei Tagen pro Woche vorgesehen; die Aktualisierung des Werts erfolgt montags.
Der Rollout ist fĂŒr den Zeitraum vom 19. bis 26. Oktober in der Muse-App fĂŒr iOS und Android angesetzt. UnterstĂŒtzt werden die Modelle Muse 2, Muse S und Muse S Athena. Die erste Auswertung ist kostenfrei verfĂŒgbar.
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FĂŒr wöchentliche Aktualisierungen, den weiteren Verlauf sowie detaillierte Analysen wird ein Premium-Abonnement vorausgesetzt. Ein Bundle aus dem Muse 2 und einem Premium-Zugang ist mit 314 Euro bepreist, das Modell Muse S Athena kostet 499 Euro.
Einordnung im Kontext der kognitiven Gesundheit
Die EinfĂŒhrung der Funktion erfolgt vor dem Hintergrund eines ausgeprĂ€gten Informationsbedarfs in der Bevölkerung. Dem Bericht â2026 Alzheimer's Association Facts and Figuresâ zufolge stufen 99 Prozent der US-Amerikaner ab 40 Jahren die Gesundheit des Gehirns als mindestens ebenso bedeutsam ein wie die körperliche Fitness. Allerdings gaben in der Erhebung lediglich 9 Prozent der Befragten an, viel ĂŒber dieses Themenfeld zu wissen.
