Gehirnalterung: Alzheimer und Sucht beschleunigen Abbau am stÀrksten
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 06:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine internationale Studie zeigt: Nicht alle psychischen und neurologischen Erkrankungen lassen das Gehirn gleich schnell altern. Besonders heftig trifft es Demenz-Patienten.
Wissenschaftler um Shile Qi haben untersucht, wie verschiedene Erkrankungen die biologische Alterung des Gehirns beeinflussen. Die Ergebnisse veröffentlichten sie am 21. Juli im Fachmagazin PLOS Medicine.
MRT-Daten von fast 50.000 Probanden
Grundlage der Studie sind strukturelle MRT-Aufnahmen von 45.900 gesunden Menschen und 2.698 Patienten mit einer von neun Erkrankungen. Die Forscher berechneten die sogenannte âPredicted Age Differenceâ (PAD). Sie vergleicht das chronologische Alter einer Person mit dem biologischen Alter ihres Gehirns. Eine positive Differenz bedeutet beschleunigte Alterung.
Die Analyse zeigt: Die strukturellen VerÀnderungen unterscheiden sich je nach Diagnose deutlich. Bei einigen Erkrankungen schreitet die Hirnalterung rasant voran, bei anderen bleibt sie im Normalbereich.
Alzheimer und Sucht als stÀrkste Treiber
Die gröĂte Beschleunigung fanden die Forscher bei Alzheimer-Demenz (EffektstĂ€rke d=0,97) und milder kognitiver BeeintrĂ€chtigung (d=0,45). Das bestĂ€tigt die massiven Umbauprozesse bei neurodegenerativen Erkrankungen.
Auch Suchterkrankungen durch Alkohol und Tabak treiben die Hirnalterung stark an (d=0,84). Bei Schizophrenie lag der Wert bei d=0,53.
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Ăberraschend: FĂŒr ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen lieĂ sich keine beschleunigte Alterung nachweisen. Diese ZustĂ€nde scheinen nicht zwangslĂ€ufig mit vorzeitigen strukturellen VerĂ€nderungen verbunden zu sein.
Regionale Muster im Gehirn
Der prĂ€frontale Kortex ist fast immer betroffen. DarĂŒber hinaus zeigen sich krankheitsspezifische Signaturen:
- Psychiatrische Erkrankungen: Alterung in frontal-temporalen Regionen
- Demenz: VerÀnderungen in frontal-okzipitalen Bereichen
- Sucht: AuffÀlligkeiten im Default-Mode-Netzwerk, Salienznetzwerk sowie Putamen und Thalamus
Die Forscher fanden zudem Korrelationen zwischen den Alterungsmustern und spezifischen Genexpressionsunterschieden in den betroffenen Hirnarealen.
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Was die Ergebnisse bedeuten
Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine korrelative Studie. Einen direkten kausalen Zusammenhang können die Daten nicht beweisen. Dennoch liefern die âAlterungsuhrenâ wichtige Anhaltspunkte fĂŒr Diagnostik und Therapie â und zeigen, wie unterschiedlich Krankheiten unser Gehirn verĂ€ndern.
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