Gehirngesundheit: 30 Städte wollen Schlaganfälle bis 2031 um 30 Prozent senken
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Erkenntnisse über neurologische Erkrankungen finden oft nur verzögert den Weg in die medizinische Regelversorgung. Die neu gegründete International Brain Health Coalition (IBC) verfolgt das Ziel, diese Lücke zwischen Forschung und Praxis systematisch zu schließen.
Koordiniert wird der Zusammenschluss vom Atria Research and Global Health Institute (ARGHI). Im Mittelpunkt der Initiative steht das Bestreben, Erkenntnisse zur Gehirngesundheit direkt in Haushalte, Gemeinden sowie Gesundheitssysteme zu tragen und wissenschaftliche Einsichten in gesundheitliche Gerechtigkeit zu überführen, wie aus Berichten vom 5. Oktober 2026 hervorgeht.
Zielmarke bis 2031: Das Projekt „30×30×50 Brain Challenge“
Als erstes Vorhaben hat die Koalition die Initiative „30×30×50 Brain Challenge“ gestartet. Das Programm setzt auf konkrete Zielwerte im urbanen Raum: In 30 Städten sollen bis zum Jahr 2031 Schlaganfälle um 30 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, kognitive Vorsorgeuntersuchungen in der Primärversorgung um 50 Prozent zu steigern.
Wer sich mit dem Erhalt seiner kognitiven Fähigkeiten befasst, findet in diesem Ratgeber 11 praktische Alltagsübungen zur Demenzvorbeugung. Verbessern Sie Ihre Konzentration und beugen Sie geistigem Abbau gezielt vor. Kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber jetzt anfordern
Hintergrund dieser Zielsetzung ist der Nachholbedarf bei der Implementierung etablierter Präventionsansätze. Dr. David Dodick, Vorsitzender der IBC, betonte in diesem Kontext, dass die Herausforderung nicht in einer Wissenslücke liege, sondern in einem Versagen bei der praktischen Umsetzung.
Pilotprojekte in London und Oslo
Die praktische Umsetzung der Initiative beginnt zunächst an zwei Standorten: in London in der kanadischen Provinz Ontario sowie in der norwegischen Hauptstadt Oslo.
In London startet unter Leitung des Western Institute for Neuroscience an der Western University die sogenannte CanDo Brain Health Implementation Initiative. Bei dem zweijährigen Pilotprojekt mit bis zu 800 Teilnehmern werden künstliche Intelligenz und personengestütztes Coaching kombiniert. Im Fokus der Maßnahmen stehen gesundheitliche Faktoren wie Blutdruck, körperliche Aktivität und Schlaf.
In Oslo setzt das Vorhaben auf das dortige AI-Mind-Forschungsumfeld am Oslo University Hospital und der University of Oslo unter der Leitung von Dr. Ira Haraldsen auf. Dabei kommt die Technologie BrainSymph zur Anwendung, die multimodale künstliche Intelligenz, kognitive Bewertungen, Elektroenzephalografie (EEG), Blutbiomarker und ein longitudinales Heimmonitoring der Teilnehmenden verknüpft.
Um die eigene geistige Fitness im Blick zu behalten, ist eine frühzeitige Einschätzung oft der erste Schritt. Dieser anonyme 7-Fragen-Test wurde mit Experten entwickelt und liefert Ihnen in zwei Minuten Gewissheit über mögliche Warnsignale. Hier den kostenlosen Demenz-Selbsttest starten
Partnerschaften aus Technologie, Pharmazie und Zivilgesellschaft
Um die Vorhaben international zu verankern, kooperiert die International Brain Health Coalition mit Akteuren aus Wissenschaft, Industrie und Nichtregierungsorganisationen. Zu den Partnern gehören globale Einrichtungen wie UN Women, die American Heart Association, Thrive Global sowie das Women's Alzheimer's Movement.
Aus dem Unternehmens- und Technologiesektor beteiligen sich unter anderem Microsoft, die Royal Bank of Canada und NeuroCentury. Auf pharmazeutischer Seite sind Eli Lilly sowie Bristol Myers Squibb an der Initiative beteiligt, um die Implementierung von Vorsorgestrukturen für die Gehirngesundheit voranzutreiben.
