Gehirntraining, Workshops

Gehirntraining: 24 Workshops verbinden Bewegung und geistige Fitness

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Multisensorische Methoden, Bewegung und regionale Angebote fördern Gedächtnis und geistige Fitness im Alter.
Ein minimalistischer Holztisch mit einem glatten Flussstein und einer leeren Keramikschale in einem lichtdurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Verknüpfung von körperlicher Aktivität, Sinneswahrnehmung und kreativen Techniken gewinnt in der kognitiven Förderung zunehmend an Bedeutung. Regionale Seniorenbeiräte und Trainer setzen verstärkt auf ganzheitliche Ansätze, um das Einprägen von Wissen sowie Namen zu erleichtern und die geistige Fitness bis ins hohe Alter zu stabilisieren.

Vielfältige Ansätze zur kognitiven Aktivierung

Klassisches Gedächtnistraining wird dabei zunehmend durch multisensorische Übungen ergänzt. In Meßkirch vermittelt Gedächtnistrainerin Birgit Leibold im Seminarraum des Schlosses praktische Methoden, um sich Namen und Fakten mithilfe von Bewegung, bewusster Wahrnehmung und kreativen Kniffen besser zu merken. Neue Impulse und abwechslungsreiche Denkanstöße sollen das Gehirn flexibel halten.

Auch auf überregionalen Fachtreffen rückt das Zusammenspiel von Motorik und Kognition in den Fokus. Beim Bewegungskongress des Kneipp-Verbandes in Bad Wörishofen mit insgesamt 24 Workshops wurden konkrete Übungen vorgestellt.

Dazu zählen das Über-Kreuz-Gehen zur Lösung von Nackenverspannungen, das Nachzeichnen einer liegenden Acht mit Fingern und Blick, das Werfen von Sockenbällen sowie ein vorbereitendes Aufwärmen durch Kämmen, Gesichtswaschen, Nackenreiben oder Ohrmassagen.

Als alltagstaugliche Denkübungen wurden zudem das Einkaufen ohne Zettel oder der Einsatz spezialisierter Software hervorgehoben. Ergänzend empfahlen die Fachleute vor Ort, bei beginnendem Hörverlust frühzeitig Hörgeräte zu nutzen, um die kognitive Reizverarbeitung aufrechtzuerhalten.

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Für die Grundlagenausdauer wurde Anfängern geraten, mit täglich zehn Minuten Gehen zu starten und dies idealerweise auf vier wöchentliche Einheiten von 30 bis 60 Minuten bei moderatem Sprechtempo sowie zwei zügige Einheiten von 30 Minuten bis zum Schwitzen auszubauen.

Wissenschaftliche Zusammenhänge und Trainerausbildung

Dass körperliche Aktivität direkte Effekte auf kognitive Funktionen hat, belegen auch wissenschaftliche Arbeiten. Laut einer Untersuchung der Northeastern University unter Leitung von Hillman können bereits 20 Minuten moderater Bewegung vor einer Prüfungssituation die Konsistenz und Genauigkeit kognitiver Testergebnisse bei Kindern verbessern. Dies gelte allerdings nur unter der Voraussetzung, dass akuter Stress den durch das Locus-coeruleus-Noradrenalin-System vermittelten Prozess nicht beeinträchtigt.

Um entsprechende Konzepte in der Praxis zu verankern, werden vermehrt Fachkräfte qualifiziert. Im Bistum Eichstätt haben in Berg 25 Teilnehmer eine Trainerausbildung in Neurokinetik erfolgreich abgeschlossen. Das Aufgabengebiet der Absolventen umfasst neben der Lernförderung im Kindesalter vor allem die Sturz- und Demenzprävention bei älteren Menschen.

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Regionale Angebote und Initiativen

Das Interesse schlägt sich in zahlreichen regionalen Praxisformaten nieder. In Dasing organisiert der Seniorenbeirat ein Gedächtnistraining am Samstag, 7. November, im Bürgersaal. Im Landratsamt Landsberg am Lech referiert die Trainerin Isabelle Hetschko am Donnerstag, 26. November, über Gehirngesundheit; der kostenfreie Vortrag konzentriert sich auf Bewegungsübungen, Wahrnehmungsschulung und Gehirnjogging.

Regelmäßige Treffpunkte bieten auch Vereine und Verbände an: Der Verein Kultur im Dorf veranstaltet in Kochertürn wöchentliche Übungsstunden mit Christa Karle. Der Deutsche Hausfrauen-Bund führt über seinen Ortsverband Schönbuchlichtung am Dienstag, 10. November 2026, eine Veranstaltung mit Inge Schieler in Holzgerlingen durch.

Das Seniorenbüro Ginkgos in Ilvesheim bietet am Montag, 9. November 2026, Gehirnjogging im Sitzen mit Anne-Marie Klose-Boxheimer an, während der Moriztreff 60plus in Rottenburg am Neckar am Donnerstag, 12. November 2026, einen Informationsnachmittag mit Annette Rosner gestaltet.

Auch international setzen Kommunen auf ähnliche Programme: Das Ayuntamiento de Jimena de la Frontera startet ab Donnerstag, 5. November, neue Workshop-Reihen an drei verschiedenen Standorten der Gemeinde.

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