Gelenkschmerzen bei Frauen: 57% in der Perimenopause betroffen
14.06.2026 - 02:09:16 | boerse-global.de
FĂŒr Mitte Juni ist am Ortho-Campus in Krefeld-HĂŒls eine Fachveranstaltung geplant. Dr. Andreas Hachenberg spricht dort ĂŒber moderne AnsĂ€tze beim HĂŒftgelenkersatz â mit dem Ziel, Eingriffe fĂŒr Patienten schonender zu gestalten.
Die Goblet-Kniebeuge als Allrounder
Physiotherapeuten setzen zunehmend auf prĂ€ventive KrĂ€ftigung. Der Physiotherapeut Will Harlow empfiehlt die Goblet-Kniebeuge als eine der effektivsten Ăbungen. Sie trainiert Kraft, Gleichgewicht und Knochengesundheit. FĂŒr den optimalen Effekt sind 10 bis 20 Wiederholungen bis zur muskulĂ€ren Auslastung nötig â bei geringem Verletzungsrisiko.
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Hormone und Gelenke: Eine oft ĂŒbersehene Verbindung
Bei der Diagnose von Gelenkschmerzen wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr hormonelle Ursachen. Besonders die Frozen Shoulder (Schultersteife) wird bei Frauen in den Wechseljahren hĂ€ufig falsch eingeordnet. Die OrthopĂ€din Dr. Ricarda Seemann bestĂ€tigt: Die SensibilitĂ€t fĂŒr den Zusammenhang zwischen Menopause und Schmerzen im Bewegungsapparat steigt.
Die Zahlen sind deutlich: Rund 40 Prozent der Frauen in den frĂŒhen Wechseljahren leiden unter Gelenkschmerzen. In der Perimenopause sind es 57 Prozent, in der Postmenopause fast 60 Prozent. Fachleute fordern deshalb, hormonelle Faktoren bei Patientinnen dieser Altersgruppe in die orthopĂ€dische Anamnese einzubeziehen.
BĂŒrokratie in der Reha: 300 Minuten Nachweis pro Tag
Die neurologische FrĂŒhrehabilitation kĂ€mpft mit enormem Dokumentationsaufwand. Das Therapiezentrum Burgau versorgt jĂ€hrlich 700 bis 800 Patienten mit schweren HirnschĂ€digungen. Um Leistungen nach dem OPS 8-552 abzurechnen, mĂŒssen pro Patient und Tag durchschnittlich 300 Minuten Therapie- und Pflegeleistungen nachgewiesen werden.
Die Lösung: strukturierte Datenvernetzung ĂŒber digitale Schnittstellen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann forderte im Juni eine Lockerung der Dokumentationspflichten. BĂŒrokratieabbau sei ein wesentlicher Hebel fĂŒr Einsparungen â ohne die Existenz von KrankenhĂ€usern zu gefĂ€hrden.
Gerichte klÀren: Was zahlt die Kasse?
Die rechtliche Einordnung von Hilfsmitteln bleibt ein zentrales Thema. Zwei Urteile zeigen die Trennlinie:
Das Landessozialgericht Sachsen verpflichtete eine Krankenkasse 2013 zur Ăbernahme eines motorbetriebenen Bewegungstrainers fĂŒr eine MS-Patientin. Das GerĂ€t reduzierte die Frequenz manueller Krankengymnastik und galt als notwendiger Teil des Therapieplans.
Anders entschied das Landessozialgericht NRW 2009: Unterricht in lebenspraktischen FĂ€higkeiten fĂŒr Erblindete â wie Kochen oder WĂ€schewaschen â ist keine Kassenleistung. Das fĂ€llt in den Bereich der Sozialhilfe. Die Einweisung in den Gebrauch eines Blindenstocks bleibt dagegen Kassenleistung.
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Neue Angebote: Vom Ergotherapie-Studio bis zum Tanz
Das ambulante Angebot wĂ€chst. In LĂŒdenscheid eröffnete Anfang Juni ein neues Ergotherapie-Studio unter der Leitung von Lena Schulte â als Erweiterung einer bestehenden Physiotherapiepraxis.
Gleichzeitig boomen spezialisierte Trainingsmethoden. Reformer-Pilates aus den USA nutzt GerÀte mit beweglichen Schlitten und Federsystemen und kombiniert FlexibilitÀt mit Kraft. Auch der Gesellschaftstanz entdeckt sich als Gesundheitsmittel neu: Internationale Sportvereine verzeichnen wachsende Mitgliederzahlen bis ins Alter von 80 Jahren.
