Gemeinschaftsverpflegung: 16 Millionen fordern DGE-Standards
Veröffentlicht: 05.06.2026 um 16:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die QualitĂ€t dieser Verpflegung rĂŒckt zunehmend in den Fokus von Politik und VerbĂ€nden.
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VerbÀnde fordern verbindliche Standards
Die BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) unterzeichnete am 5. Juni 2026 ein Positionspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Titel: âGemeinschaftsverpflegung: gesĂŒnder essen mit Systemâ.
Die Kernforderungen: Die QualitĂ€tsstandards der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) mĂŒssen bei Vergaben berĂŒcksichtigt werden. Hochwertige ErnĂ€hrung soll fester Bestandteil der Finanzierung von Gesundheits-, Pflege- und Sozialleistungen werden. Zudem fordern die VerbĂ€nde verpflichtende Fortbildungen fĂŒr die beteiligten Berufsgruppen.
Ein Fachevent im Juli 2026 soll einen systematischen Ăberblick ĂŒber bestehende Zertifizierungen geben. Im Fokus stehen der DGE-VerpflegungsCheck (seit September 2025), das GreenCanteen-Siegel und die Bio-AHVV-Auszeichnung.
Kommunale Analysen zeigen groĂe Unterschiede
Die RealitĂ€t vor Ort ist heterogen. Ein Gutachten der Stadt Dortmund vom 4. Juni 2026 untersuchte 334 Kitas und ĂŒber 150 Schulen. Ergebnis: Kitas bieten durchschnittlich einmal pro Woche Fleisch an, Schulen zwei- bis dreimal. Die Mehrheit der Einrichtungen nutzt AufwĂ€rmkĂŒchen.
Immerhin: 76 Prozent der Dortmunder Caterer produzieren im Umkreis von weniger als 30 Kilometern. Die stÀdtischen Kitas des Eigenbetriebs FABIDO erreichten im April 2026 eine Bio-Quote von 67,5 Prozent.
Andernorts ziehen Kommunen Konsequenzen. WolfenbĂŒttel plant ab Juni 2026 ein verpflichtendes Mittagessen in stĂ€dtischen Kitas. Die Kostenverteilung ist noch Gegenstand von Beratungen.
Spanien macht Druck â Deutschland investiert
International setzt Spanien neue MaĂstĂ€be. Die Regierung legte Anfang Juni 2026 PlĂ€ne fĂŒr ein Dekret vor, das die Verpflegung in KrankenhĂ€usern und Seniorenheimen reguliert. Es folgt auf ein bereits geltendes Dekret fĂŒr Schulkantinen vom 15. April 2026.
Die spanischen Richtlinien schreiben tĂ€glich Obst und GemĂŒse vor â davon mindestens 45 Prozent saisonal. Fertiggerichte sind auf maximal einmal pro Monat begrenzt. Zuckerhaltige GetrĂ€nke und Energydrinks sind verboten.
In Deutschland schafft der Bund die strukturellen Voraussetzungen. Ab 2026 stellt er den LĂ€ndern rund 4 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t zur VerfĂŒgung. Die Mittel sind bis 2029 fĂŒr den Ausbau, die Sanierung und die Ausstattung von Kitas und Hochschulen vorgesehen.
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Parallel tritt am 1. August 2026 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung fĂŒr Grundschulkinder in Kraft. Er wird bis 2029 auf die Klassen eins bis vier ausgeweitet. Voraussetzung: eine verlĂ€ssliche Mittagsverpflegung.
Mensa-Innovation: Biertreber als Klimaretter
Einrichtungen setzen zunehmend auf innovative Lebensmittelkonzepte. Das Studierendenwerk Bielefeld fĂŒhrte bereits im April 2026 pflanzliche Proteine auf Basis von Biertreber ein. Das Food-Upcycling spare laut Angaben 640 kg CO2-Ăquivalente pro 1.000 Portionen im Vergleich zu herkömmlichen pflanzlichen Alternativen.
Begleitend dazu fanden Anfang Juni 2026 an der UniversitĂ€t Bielefeld Aktionswochen statt. Sie rĂŒckten gesunde, pflanzliche Optionen wie Buddha Bowls und vegane Gerichte in den Fokus.
Diese MaĂnahmen korrespondieren mit globalen Bewegungen, die eine stĂ€rkere Trennung von Gesundheitspolitik und der Vermarktung zuckerhaltiger Produkte fordern. Eine entsprechende Kampagne gegen Partnerschaften im Sportbereich umfasst bereits ĂŒber 90 Organisationen und mehr als eine halbe Million UnterstĂŒtzer.
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