Gemini 3.5 Flash-Lite: Google startet günstiges KI-Modell
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern erweitert sein KI-Angebot mit einem neuen, kosteneffizienten Modell und kreativen Funktionen für Google Photos. Nutzer können bald Videos und Memes aus eigenen Aufnahmen generieren.
Gemini 3.5 Flash-Lite: Schnell, günstig, multimodal
Am heutigen Samstag hat Google mit Gemini 3.5 Flash-Lite ein neues Modell veröffentlicht, das speziell auf hohe Durchsatzraten und niedrige Kosten ausgelegt ist. Es verarbeitet Texte, Bilder, Videos, Audiodateien und PDFs gleichermaßen. Die technischen Eckdaten sind beachtlich: Bis zu 1.048.576 Token als Eingabe und 65.536 Token als Ausgabe sind möglich.
Das Modell unterstützt erweiterte Funktionen wie Context Caching, Code-Ausführung und sogenanntes Search Grounding – die Verknüpfung mit aktuellen Suchergebnissen. In Benchmarks zeigt sich die 3.5-Flash-Serie leistungsstark: 76,2 Prozent im Terminal-Bench 2.1 und 84,2 Prozent im CharXiv Reasoning. Und das zu einem Bruchteil der Kosten vergleichbarer Spitzenmodelle.
Die Veröffentlichung folgt auf den Launch des regulären Gemini 3.5 Flash Mitte Mai 2026. Anfang der Woche hatte Google zudem bereits Gemini 3.6 Flash vorgestellt – ein Modell, das für komplexe mehrstufige Abläufe optimiert ist.
Google Photos wird zur KI-Kreativwerkstatt
Bereits gestern begann der Rollout von Video Remix und Me Meme in Google Photos. Beide Funktionen nutzen die multimodalen Fähigkeiten von Gemini. Video Remix, angetrieben vom Gemini Omni-Modell, erlaubt es zahlenden KI-Abonnenten, zehnsekündige Videoclips mit verschiedenen Vorlagen zu transformieren. Wasserfarben-Optik, digitale Kritzeleien oder eine orangefarbene Sonnenuntergangs-Stimmung – die Möglichkeiten sind vielfältig.
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Verfügbar ist die Funktion zunächst in den USA, Indien, Brasilien und Argentinien. Ein Starttermin für den deutschen Markt steht noch nicht fest.
In den USA testet Google zudem die experimentelle Funktion Me Meme für iOS und Android. Sie nutzt das Gemini Nano Banana-Modell und erlaubt es, personalisierte Memes aus den eigenen Fotos zu erstellen. Zu finden ist das Feature unter dem Reiter „Erstellen" in der Google-Photos-App.
Wasserzeichen: Google reagiert auf Nutzerkritik
Nach Rückmeldungen an Google-Vizepräsident Josh Woodward testet der Konzern nun eine Anpassung der Wasserzeichen-Politik. In der Google-App-Version 17.43.11 wurden „Wasserzeichen-Einstellungen" entdeckt, die es Nutzern erlauben könnten, das sichtbare Gemini-Logo von KI-generierten Bildern zu entfernen.
Doch Vorsicht: Die unsichtbaren Sicherheitsmaßnahmen bleiben bestehen. Google setzt weiterhin auf SynthID und C2PA-Metadaten, um die Herkunft KI-generierter Dateien nachvollziehbar zu machen. Dieser Ansatz entspricht dem Industriestandard, den auch andere große KI-Entwickler verfolgen.
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Gemini Omni: High-End-Videogenerierung im Abo
Für anspruchsvolle Videoproduktionen steht das Gemini Omni-Modell in Googles Flow-Plattform bereit. Dieses „Anything-to-Anything"-Modell erzeugt Videoclips auf Basis hochgeladener Videos und Textanweisungen. Die Nutzung erfolgt über ein Creditsystem: Ein Clip kostet zwischen 15 und 40 Credits. Das AI Pro-Abo für umgerechnet rund 18 Euro monatlich beinhaltet 1.000 Credits – genug für etliche Experimente.
Die Konkurrenz schläft nicht: Während Google sein Ökosystem rasant ausbaut, arbeiten auch SAP und deutsche KI-Startups an eigenen Lösungen. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Bereich generativer KI bleibt eines der spannendsten Technologiethemen des Jahres.
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