Gemini-Klage abgewiesen: Google gewinnt vor US-Gericht
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Vorwürfe: Der KI-Assistent Gemini habe heimlich Nutzerdaten abgegriffen. Doch die Richterin sah keine ausreichenden Beweise für einen konkreten Schaden.
Keine Klagebefugnis – Verfahren vorerst gescheitert
Richterin Noël Wise vom US-Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien gab am Dienstag, dem 7. Juli 2026, dem Antrag von Google auf Klageabweisung statt. Die Begründung: Die Kläger Thomas Thele und Melo Porter hätten nicht nachweisen können, dass ihnen durch das angebliche Daten-Tracking ein konkreter Nachteil entstanden sei. Ohne diese sogenannte Klagebefugnis („standing") konnte das Verfahren nicht fortgesetzt werden.
Allerdings gewährte das Gericht den Klägern eine Frist von 21 Tagen, um eine überarbeitete Klageschrift einzureichen. Ob die Vorwürfe in neuer Form Bestand haben, bleibt abzuwarten.
Was Google vorgeworfen wurde
Die ursprüngliche Klage Thele v. Google LLC stammt vom 11. November 2025. Die Vorwürfe waren schwerwiegend: Googles KI Gemini soll ab dem 10. Oktober 2025 heimlich sensible Nutzerdaten aus Gmail, Google Chat und Google Meet ausgelesen haben. Auslöser war demnach die automatische Aktivierung der sogenannten „Smart Features". Die Kläger sahen darin einen Verstoß gegen das kalifornische Gesetz zum Schutz der Privatsphäre (California Invasion of Privacy Act, CIPA).
Doch die Richterin ließ die Argumentation nicht gelten. Ohne den Nachweis eines konkreten Schadens – etwa finanzielle Einbußen oder nachweisbare Nachteile – fehlt den Vorwürfen die rechtliche Grundlage.
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Google verschärft Datenschutz-Regeln
Die Klage ist nicht der einzige Grund, warum Google derzeit unter Druck steht. Der Konzern hat in den vergangenen Wochen seine Datenschutzbestimmungen überarbeitet. Seit Juni 2026 müssen Nutzer aktiv in ihren Kontoeinstellungen die Speicherung von Medien in „Suchverlauf" und „Personalisierte Empfehlungen" deaktivieren, wenn sie nicht wollen, dass ihre Daten für das KI-Training verwendet werden. Diese Einstellungen sind unabhängig von den allgemeinen Web- & App-Aktivitäten.
Ein weiteres Update steht Ende des Monats an: Ab dem 29. Juli 2026 wird in den Google Play-Nutzungsbedingungen klargestellt, dass Nutzer für Kosten haften, die durch Hintergrunddatenverbrauch von Systemdiensten und Android-Updates entstehen.
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Gemini wächst – trotz aller Kritik
Die juristischen Turbulenzen bremsen die Expansion von Gemini nicht. Für Abonnenten der Stufen Google AI Pro und Ultra gibt es jetzt eine neue Funktion in Google Meet: „Take notes for me". Gemini transkribiert Meetings, erstellt Zusammenfassungen und verfolgt Aufgaben – und das in mehreren Sprachen, darunter Deutsch, Englisch und Japanisch.
Noch einen Schritt weiter geht die Beta-Funktion „Personal Intelligence", die derzeit in den USA getestet wird. Sie verknüpft Daten aus Fotos, YouTube und dem Suchverlauf, um proaktiv Inhalte und Antworten vorzuschlagen. Ein Feature, das Datenschützern vermutlich weitere Kopfschmerzen bereiten dürfte.
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