Gemini Live: Google testet Kamera-Deaktivierung und Push-to-Talk
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 22:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Google arbeitet an erweiterten Nutzerkontrollen für Gemini Live – inklusive Kamera-Deaktivierung und Push-to-Talk.
Der US-Konzern reagiert damit offenbar auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Komplexität und Privatsphäre seines multimodalen KI-Assistenten. Analysen des Google-App-Codes deuten auf mehrere neue Funktionen hin, die den Nutzern mehr Kontrolle über die Interaktion mit der Künstlichen Intelligenz geben sollen.
Kamera abschalten: Neuer Schalter für „Guided Vision"
In der Google-App-Version 17.38.5.sa.arm64 entdeckten Entwickler einen neuen Schalter zur Deaktivierung des „Guided Vision"-Modus. Diese Funktion, die 2025 gemeinsam mit dem Pixel 10 eingeführt wurde, ermöglicht dem Assistenten die Echtzeit-Analyse von Objekten durch die Smartphone-Kamera.
Der Schalter ist bislang nicht öffentlich verfügbar. Branchenbeobachter vermuten, dass er entweder die Kamera-Berechtigungen vollständig entzieht oder die App auf eine einfachere Oberfläche zurücksetzt. Die Entwicklung könnte auf Nutzerkritik an der überladenen KI-Schnittstelle zurückgehen – oder auf den Wunsch nach feinerer Kontrolle darüber, wann die Kamera während Gesprächen aktiv ist.
Push-to-Talk statt Dauerhören
Parallel testet Google einen Push-to-Talk-Modus (PTT) für Gemini Live. Statt des bisherigen Stummschalters sollen Nutzer künftig einen zentralen Knopf gedrückt halten, während sie sprechen.
Die aktuelle Version von Gemini Live hört permanent zu, um natürliche Dialoge zu ermöglichen. Der PTT-Modus wäre eine Alternative für alle, die manuelle Kontrolle über ihre Audioeingabe bevorzugen. Auch diese Funktion wurde in derselben Softwareversion entdeckt – ein konkreter Veröffentlichungstermin steht jedoch noch aus.
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Neue Datenschutz-Einstellungen für KI-Training
Die Schnittstellen-Änderungen kommen zeitgleich mit einer Überarbeitung des Google-Datenschutzrahmens. Der Konzern hat den Umfang der Trainingsdaten für seine Gemini-Modelle erweitert – darunter fallen nun auch hochgeladene Medien von Diensten wie Lens und Circle to Search.
Als Reaktion hat Google ein neues Untermenü „Search Services History" in den Kontoeinstellungen eingeführt. Damit können Nutzer verhindern, dass ihre Fotos, Audiodateien und Videos für das KI-Training verwendet werden. Die bisherigen Web- & App-Aktivitäten wurden zudem in zwei Kategorien aufgeteilt: „Search Services History" und „Personalisierte Empfehlungen". Daten können bis zu vier Jahre gespeichert werden, wobei Auto-Lösch-Optionen zwischen 3 und 36 Monaten zur Verfügung stehen.
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Gemini-Ökosystem wächst rasant
Die neuen Kontrollen sind Teil einer massiven Expansion der Gemini-Plattform. Erst kürzlich startete Google Gemini 3.5 Live Translate – eine Echtzeit-Übersetzung für über 70 Sprachen, die die ursprüngliche Betonung des Sprechers bewahrt.
Die KI-Funktionen werden zudem tiefer in das kommende Android 17 integriert, das unter anderem schwebende Fenster und biometrische Telefonsperren bietet. Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt: Die Nutzung von KI-Werkzeugen am Arbeitsplatz ist zuletzt sprunghaft gestiegen – in Großbritannien etwa von 34 Prozent im Jahr 2025 auf 73 Prozent heute. Für Power-User bietet Google zudem ein „AI Ultra"-Abonnement für umgerechnet rund 230 Euro pro Monat an, das die leistungsfähigsten multimodalen Modelle bündelt.
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