Gemini-Lücke: Angreifer umgehen Android-Sperrbildschirm
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine kritische Schwachstelle im KI-Assistenten Gemini erlaubt Unbefugten, den Sperrbildschirm von Android-16-Geräten zu umgehen. Angreifer können so Nachrichten über SMS oder WhatsApp verschicken – ohne das Handy zu entsperren.
Update-Rollout läuft
Die Lücke setzt physischen Zugriff auf das Gerät voraus. Mit einer speziellen Multi-Touch-Geste auf dem Sperrbildschirm lässt sich Gemini dazu bringen, Kommunikationsfunktionen auszuführen, die eigentlich geschützt sein sollten.
Google hat bereits am 19. Juli einen Patch gestartet. Nutzer, die das Update noch nicht erhalten haben, sollten Gemini vorerst die Berechtigung für den Sperrbildschirm-Zugriff entziehen. Betroffen sind alle Android-Modelle, bei denen sich der KI-Assistent direkt über den gesperrten Bildschirm aktivieren lässt. Eine Fernausnutzung gilt laut Sicherheitsforschern als ausgeschlossen.
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Agentische Systeme unter Beschuss
Die Entdeckung fällt in eine Zeit wachsender Sicherheitsbedenken. Eine Studie der University of Washington untersuchte mehrere Browser mit integrierten KI-Agenten – vier von sieben getesteten Anwendungen konnten die Same-Origin-Policy umgehen. Diese Funktion soll eigentlich den unbefugten Datenaustausch zwischen Websites verhindern. Auch Googles Chrome mit Gemini zählt zu den risikobehafteten Implementierungen.
Die Sicherheitsplattform Hugging Face berichtet zudem von ersten bestätigten Einbrüchen, die vollständig von autonomen KI-Agenten durchgeführt wurden. Die Angreifer nutzten bösartige Datensätze, um Sicherheitslücken zur Code-Ausführung in der Produktionsinfrastruktur auszunutzen. Zur Analyse mussten die betroffenen Unternehmen auf spezialisierte KI-Forensik-Modelle zurückgreifen.
Auch bei Ransomware zeichnet sich ein neuer Trend ab: Der Akteur „JadePuffer“ setzt Schadsoftware ein, die gezielt Machine-Learning-Modelle angreift und zerstört. Die Angreifer nutzen Lücken in Integrationsframeworks, um innerhalb weniger Minuten großflächige Löschungen vorzunehmen.
EU-Kommission treibt Öffnung voran
Trotz dieser Risiken drängt die EU-Kommission auf mehr Wettbewerb. Im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) muss Google Android für KI-Assistenten von Drittanbietern öffnen. Ab Juli 2027 sollen Nutzer ihren bevorzugten KI-Agenten frei wählen können. Ab Anfang 2027 ist Google zudem verpflichtet, anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen.
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Die Wirtschaft zeigt sich skeptisch. Eine Untersuchung von Boomi und Forrester ergab: 86 Prozent der befragten Unternehmen haben Pilotprojekte mit KI-Agenten gestartet, aber nur 34 Prozent vertrauen diesen Systemen. Firmen ohne klare Kontrollmechanismen erleiden demnach signifikante finanzielle Einbußen durch unsichere Implementierungen.
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