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Gemini Spark: Google startet KI-Agenten für 90 Euro monatlich

30.05.2026 - 09:10:12 | boerse-global.de

Google bringt Gemini Spark für Abonnenten, Tencent führt WorkBuddy global ein. Die KI-Assistenten automatisieren komplexe Arbeitsabläufe eigenständig.

Gemini Spark: Google startet KI-Agenten für 90 Euro monatlich - Foto: über boerse-global.de
Gemini Spark: Google startet KI-Agenten für 90 Euro monatlich - Foto: über boerse-global.de

Statt passiver Chatbots setzen die Technologiegiganten nun auf eigenständig handelnde KI-Agenten, die komplexe Arbeitsabläufe automatisieren. Gleich zwei große Player haben am Freitag ihre neuesten Entwicklungen vorgestellt.

Google Gemini Spark: Der Rund-um-die-Uhr-Assistent

Google hat seinen Gemini Spark für Abonnenten des AI-Ultra-Tarifs in den USA gestartet. Anders als herkömmliche Chatbots soll der Agent rund um die Uhr verfügbar sein und eigenständig Aufgaben erledigen. Das System ist tief in die Google-Workspace-Umgebung integriert – von Gmail über Drive und Docs bis zum Kalender.

Die Technik basiert auf dem Gemini 3.5 Flash-Modell und der sogenannten Antigravity-Plattform. Gemini Spark kann Termine planen, Dokumente erstellen und sogar Browser-Fernsteuerungen durchführen. Maximal 15 Aufgaben gleichzeitig sind möglich. In Praxistests erstellte der Agent innerhalb weniger Minuten eine fünfeinhalb Seiten lange Reiseroute samt Gästeliste – allein durch die Analyse von E-Mails und Kalendereinträgen.

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Doch es gibt auch Warnungen: Entwickler weisen auf Risiken durch sogenannte Prompt-Injection-Angriffe hin. Böswillige Eingaben könnten theoretisch sensible Daten aus Gmail-Konten abgreifen. Der Dienst läuft zunächst als Beta-Version auf Web-, Android- und iOS-Plattformen. Der monatliche Preis liegt bei umgerechnet rund 90 Euro.

Tencent WorkBuddy: Chinesischer Anbieter setzt auf globale Expansion

Parallel dazu hat Tencent Cloud seinen Produktivitätsagenten WorkBuddy weltweit eingeführt. Das Besondere: Nutzer steuern ihn über natürliche Sprachbefehle in Kommunikationsplattformen wie Slack, Telegram, Discord oder WeChat.

WorkBuddy nutzt das Model Context Protocol (MCP), um sich mit externen Tools wie GitHub, Jira, Notion und Google Drive zu verbinden. Mehr als 100 spezialisierte Expertenrollen stehen zur Verfügung. Die gesamte Umgebung läuft in einer gesicherten Sandbox.

Tencents Strategie setzt bewusst auf kleinere, kosteneffizientere KI-Modelle – ein klarer Unterschied zu Wettbewerbern wie Alibaba oder ByteDance. Der Konzern meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 25 Milliarden Euro, ein Plus von neun Prozent im Jahresvergleich. KI-bezogene Dienste trugen mehr als 20 Prozent zu diesem Ergebnis bei.

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Mit der Einführung solch leistungsfähiger KI-Agenten steigen auch die regulatorischen Anforderungen für Unternehmen, die diese Systeme in Europa einsetzen möchten. Welche konkreten Pflichten die neue EU-KI-Verordnung für Sie vorsieht, erklärt dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Browser-Erweiterungen: Der Kampf um den Tab-Dschungel

Auch im Bereich der Browser-Erweiterungen tut sich einiges. Quick Tea, seit Samstag verfügbar, verwandelt geöffnete Tabs in eine interaktive Wissensdatenbank. Forscher und Studenten können damit PDFs analysieren, Inhalte zusammenfassen und Informationen über mehrere Seiten hinweg vergleichen.

Weitere Neuzugänge:

  • Dex: Ein Arbeitsplatz-Assistent, der kontextuell zusammenhängende Informationen bündelt und Daten plattformübergreifend extrahiert.
  • Quick Tab Cleaner: Eine Chrome-Erweiterung, die doppelte Tabs anhand exakter URL-Übereinstimmungen erkennt und entfernt.
  • Perplexity Comet: Ein Browser mit belegten Antworten und Sprachsteuerung.
  • ChatGPT Atlas: Ein macOS-Tool mit einem „Agenten-Modus" für mehrstufige Arbeitsabläufe und 30-Tage-Browser-Speicher.

Für Open-Source-Fans gibt es Rowboat. Der Assistent erstellt ein dauerhaftes Wissensnetz aus Meetings und Entscheidungen – alle Daten im editierbaren Markdown-Format, kompatibel mit Obsidian.

Microsoft plant offenbar „Super-App"

Bereits Anfang der Woche zeigte sich, dass Googles NotebookLM zunehmend Funktionen bündelt, die zuvor auf separate Transkriptions- und Wissensmanagement-Tools verteilt waren. Der kostenlose Dienst erlaubt Abfragen in hochgeladenen Dokumenten und Notizen per Sprachsteuerung.

Und Microsoft? Durchgesickerte Informationen vom Samstag deuten auf eine einheitliche „Super-App" hin. Das Projekt soll bestehende Copilot-Tools für Chat und Programmierung mit einer neuen Agenten-Ebene namens Autopilot kombinieren. Ein proaktiver Agent namens Scout wäre Microsofts nächster Schritt im Wettlauf um autonome Produktivitätssoftware.

Die Entwicklung zeigt: Der Arbeitsplatz der Zukunft wird zunehmend von KI-Agenten geprägt sein, die nicht mehr auf Befehle warten, sondern eigenständig handeln.

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