Gemini, Work

Gemini Work Agent: Google verbindet eigene KI mit Anthropics Claude

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Arbeitsagent verbindet Google- und Claude-Modelle mit Unternehmensanwendungen; Sicherheitsfunktionen und Branchenvarianten ergänzen das Angebot.
Ein minimalistisches, modernes Bürogebäude mit großen Glasfronten und hellem, natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Google Cloud stellte am 8. Oktober 2026 auf der Konferenz Gemini at Work 2026 den Gemini Work Agent vor. Das System ist als universeller Arbeitsagent für Geschäftskunden konzipiert und greift neben den hauseigenen Gemini-Modellen auch auf das Modell Claude von Anthropic zurück.

Wie Berichte vom 28. Oktober 2026 darlegen, steht die Anwendung Unternehmenskunden vorerst in einer geschlossenen Vorschauphase (private Preview) zur Verfügung. Das Angebot grenzt sich von dem im Mai gestarteten Gemini Spark ab, der auf Privatnutzer ausgerichtet ist.

Dynamische Modellwahl und anwendungsübergreifender Einsatz

Der Gemini Work Agent beantwortet Anfragen, erstellt Inhalte, schreibt und führt Programmcode aus und erledigt Aufgaben über Google Workspace, Microsoft 365 sowie Slack hinweg. Anwender geben ein Ziel vor, das der Agent über eine zentrale Oberfläche schrittweise abarbeitet.

Google steuert die Modellauswahl dabei dynamisch je nach spezifischer Anforderung und behält die Kostenkontrolle im Blick, indem situativ zwischen Google-Modellen und Anthropics Claude gewechselt wird. Weitere Modelle sollen künftig folgen. Technisch basiert das System auf der Gemini Enterprise Agent Platform, einer Weiterentwicklung von Vertex AI, die über 200 Modelle unterstützt.

Die Software agiert über verschiedene Anwendungen und Endgeräte hinweg, bindet interne Unternehmensdaten sowie Werkzeuge ein und gibt Arbeitsergebnisse direkt in Dokumenten, E-Mails oder Entwicklungsumgebungen aus. Der Nutzungskontext bleibt über Sitzungen hinweg erhalten. Zudem kann der Agent Prozesse auch nach dem Schließen von Geräten eigenständig weiterführen.

Betriebe können zudem sogenannte Coworker Agents anlegen, die über eine eigene Identität, einen Speicher, einen Kalender sowie eine eigene E-Mail-Adresse unter agents.company.com verfügen. Für anspruchsvolle Arbeitsabläufe teilen temporäre Sub-Agenten Aufgaben parallel auf.

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Im Google-Workspace-Umfeld greift das System auf Gmail, Drive, Docs, Sheets, Slides, Chat und Calendar zu; so erkennt die Workspace Intelligence beispielsweise eine per E-Mail angefragte Präsentationsaufgabe und übergibt diese per Tastendruck an Gemini.

Branchenspezifische Varianten und neue Sicherheitsarchitektur

Für den professionellen Einsatz umfasst die Plattform Werkzeuge zur Datenanalyse, für das Data Engineering und maschinelles Lernen. Erstmals stehen spezialisierte Branchenausgaben für Finanzdienstleistungen und den Rechtsbereich in einer Vorschau bereit.

Weitere Versionen für Behörden, das Gesundheitswesen und den Einzelhandel befinden sich in der Entwicklung. Administrative Kontrollen umfassen rollenbasierte Rechte, Audit- und Aktivitätsprotokolle, isolierte Ausführungsumgebungen (Sandbox) und Ausgabenbegrenzungen in Echtzeit.

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Ergänzend dazu sind seit dem 27. Oktober 2026 VPC-Konnektivität und statischer IP-Egress für den Datenverkehr von Agenten sowie benutzerdefinierten MCP-Servern als Gemini-Enterprise-Funktion allgemein verfügbar (GA).

Diese Freigabe beschränkt sich vorerst auf die Regionen us-central1 und europe-west1 und bedeutet keine allgemeine Verfügbarkeit des gesamten Agent-Gateway-Service. Vorgefertigte Konnektivitätsvorlagen leiten den Datenverkehr der Agenten über Private Service Connect in das kundeneigene VPC-Netzwerk.

Dafür stehen die Modi PRIVATE_RANGES_ONLY für rein interne VPC-Adressbereiche sowie ALL_TRAFFIC für den gesamten Verkehr einschließlich Internet- und SaaS-Schnittstellen bereit, wobei Letzterer für VPC Service Controls erforderlich ist.

Bei ALL_TRAFFIC erfolgt der ausgehende Datenverkehr über Cloud NAT mit statischen externen IP-Adressen für IP-Zulassungslisten. Vorgenommene Netzwerkverbindungen sind dabei unveränderlich, Anpassungen der Vorlagen können nicht im laufenden Betrieb erfolgen, und Gateways ohne Vorlage müssen bei Änderungen gelöscht und neu aufgebaut werden.

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