Gemma, Google

Gemma 4: Google bringt flĂŒssige KI auf Macs mit 16 GB RAM

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DeepMinds Open-Source-Modellfamilie Gemma 4 ermöglicht KI-Betrieb auf Macs mit 16 GB RAM und erreicht hohe Geschwindigkeiten durch optimierte Software.

Gemma 4 von DeepMind: Neue KI-Modelle laufen auf Macs mit 16 GB RAM
Nahaufnahme eines MacBook Pro mit abstrakten neuronalen Netzwerk-Visualisierungen auf dem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Google DeepMind hat mit Gemma 4 eine neue Open-Source-Modellfamilie veröffentlicht, die erstmals flĂŒssig auf Macs mit nur 16 Gigabyte RAM lĂ€uft.

Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt fĂŒr lokale KI-Anwendungen auf Apple Silicon. WĂ€hrend große Sprachmodelle bislang meist leistungsstarke Server-Hardware benötigten, ermöglichen optimierte Runtimes und Kompressionstechniken nun den Betrieb auf handelsĂŒblichen Macs.

FĂŒnf ModellgrĂ¶ĂŸen fĂŒr unterschiedliche Einsatzzwecke

Die Gemma-4-Reihe umfasst fĂŒnf Varianten – von den extrem effizienten E2B- und E4B-Modellen fĂŒr Edge-GerĂ€te bis zum 31 Milliarden Parameter starken Flaggschiff. Besonders bemerkenswert: Die E2B-Version lĂ€uft sogar auf einem Raspberry Pi 5. Das 31B-Modell hingegen glĂ€nzt in Benchmarks vor allem bei Reasoning-Aufgaben und Code-Generierung.

Parallel zu den Modellveröffentlichungen sorgen neue Inferenz-Engines fĂŒr Furore. BaseRT, eine proprietĂ€re Laufzeitumgebung fĂŒr macOS, erzielt laut Herstellerangaben bis zu 6,4-fach höhere Geschwindigkeiten als das verbreitete llama.cpp. Der Trick: BaseRT schreibt direkt auf die Metal-GPU-API von Apple. Auf M3- und M4-Pro-Hardware erreichte die Engine 223 Tokens pro Sekunde bei Qwen3-0.6B-Modellen. Bei Mixture-of-Experts-Architekturen steigerte sich die Prefill-Geschwindigkeit um das 1,81-Fache – allerdings bleibt die KompatibilitĂ€t auf Architekturen wie LLaMA, Gemma und Whisper beschrĂ€nkt.

Framework-Optimierungen senken Hardware-HĂŒrden

Anzeige

WĂ€hrend die technische Umsetzung lokaler KI-Modelle immer effizienter wird, mĂŒssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Welche Pflichten die neue EU-KI-Verordnung fĂŒr die Entwicklung und den Einsatz solcher Systeme vorschreibt, erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklĂ€rt

Auch auf Framework-Ebene tut sich einiges. PyTorch 2.13, das Anfang des Quartals erschien, bringt FlexAttention fĂŒr Apple Silicon mit. Entwickler versprechen eine bis zu 12-fache Beschleunigung gegenĂŒber der standardmĂ€ĂŸigen Scaled-Dot-Product-Attention. ZusĂ€tzlich senkt das Update den GPU-Speicherverbrauch bei bestimmten Operationen um das Vierfache.

Das speziell fĂŒr Apples Unified-Memory-Architektur entwickelte MLX-Framework bleibt das zentrale Werkzeug fĂŒr lokale KI. Technische Anleitungen vom 22. Juli zeigen: Macs mit 16 GB RAM hosten 7B- bis 9B-Modelle mit 35 bis 60 Tokens pro Sekunde – bei 4-Bit-Quantisierung. FĂŒr 70B-Modelle mit 8-Bit-PrĂ€zision sind dagegen 128 GB RAM nötig.

Ollama Version 0.32.3 vom 23. Juli behebt zudem Probleme mit hĂ€ngengebliebenen Modell-Downloads und erweitert die Hardware-UnterstĂŒtzung auf NVIDIA B200 und Windows ARM64.

Neue Konkurrenz fĂŒr Apple Silicon

WÀhrend Apple-Hardware kontinuierlich optimiert wird, drÀngen neue Anbieter auf den Markt. Acrab prÀsentierte am 23. Juli den G?LIX 1 SoC samt Agent-Box-System. Mit 20 Arm-CPU-Kernen und 273 GB/s Bandbreite soll das System beim Gemma-26B-Modell eine 7,5-fach höhere Prefill-Rate erreichen als der Mac Mini M4 Pro.

Anzeige

Mit dem rasanten Einzug von KI-Systemen in den GeschĂ€ftsalltag entstehen auch neue Anforderungen an die IT-Sicherheit und Compliance. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Unternehmen jetzt konkret fĂŒr ihre Rechtssicherheit tun mĂŒssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

KI auf dem Smartphone: Kompression macht’s möglich

Im Mobilbereich ermöglichen spezialisierte Kompressionstechniken den Betrieb großer Modelle auf Smartphones. PrismML, ein Spin-off des Caltech, portierte Alibabas 27B-Parameter-Modell Qwen 3.6 auf das iPhone 17 Pro. Durch patentierte Kompression schrumpfte der Speicherbedarf von 54 auf 4 Gigabyte – bei gleichbleibender Leistung. PrismML-Vertreter prognostizieren, dass innerhalb von drei Jahren der Großteil der KI-Leistung auf lokale GerĂ€te verlagert wird.

Tether’s QVAC Fabric wiederum prĂ€sentierte das BitNet LoRA Framework fĂŒr plattformĂŒbergreifendes Feintuning von 1-Bit-Modellen. Tests zeigen: Ein 1B-Modell lĂ€sst sich auf dem iPhone 16 in etwa einer Stunde und 45 Minuten feintunen – die BitNet-Architektur benötigt dabei deutlich weniger VRAM als Standard-16-Bit-Modelle.

Die aktuellen Entwicklungen passen zu breiteren Marktprognosen. Analysten von ABI Research erwarten, dass Inferenz-Workloads bis 2035 eine Leistung von 46 Gigawatt verbrauchen werden. Andere Forschungsinstitute sagen voraus, dass bis 2028 ĂŒber 90 Prozent aller PCs ĂŒber dedizierte Neural Processing Units verfĂŒgen werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69862989 |