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Gen Z und KI: 93 Prozent sehen Gewalt in sozialen Medien

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 12:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Junge Menschen nutzen KI als Alltagshelfer und Seelentröster, während psychische Probleme und Bildschirmzeit zunehmen. Die EU plant strengere Regeln.

Generation Z: KI-Nutzung zwischen Begeisterung und psychischer Belastung
Eine junge Person sitzt allein in einem Raum, beleuchtet vom Schein eines Tablet-Bildschirms, mit nachdenklichem Ausdruck. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Bitkom-Umfrage vom Juli 2026 zeigt: 77 Prozent der KI-Nutzer haben Freude an der Technologie, 76 Prozent fühlen sich entlastet. Gleichzeitig wünschen sich 58 Prozent der Nicht-Nutzer eine Welt ohne KI. Die Schere zwischen Begeisterung und Ablehnung öffnet sich.

KI als Vertraute

Laut einer YouGov-Analyse nutzt bereits knapp die Hälfte der 14- bis 27-Jährigen regelmäßig KI-Assistenten. Die „EU Kids Online“-Studie belegt: 72 Prozent der 9- bis 17-Jährigen verwenden KI – vor allem für Schulaufgaben wie Zusammenfassungen oder Texterklärungen.

Doch die Nutzung geht tiefer. Rund 9,2 Prozent der Jugendlichen sprechen mit KI über persönliche Sorgen. Bei Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren sind es sogar 14,2 Prozent. Eine Befragung vom April 2026 zeigt: Junge Menschen mit Depressionen greifen gezielt auf KI-Chatbots zurück. Die Technologie wird zum digitalen Seelentröster.

Psychische Belastung steigt rasant

Die Zahlen zur psychischen Gesundheit junger Menschen sind alarmierend. Daten des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2022 zeigten bereits: 14 Prozent der jungen Frauen waren in psychologischer Behandlung, aber nur 4,3 Prozent der jungen Männer. Ein DAK-Report vom März 2025 verzeichnete einen Anstieg der Fehltage wegen Depressionen um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Langfristige Erhebungen aus dem Frühjahr 2025 offenbaren: Klinikaufenthalte wegen Depressionen stiegen innerhalb von zwei Jahrzehnten um 77 Prozent. Experten beobachten eine wachsende Abhängigkeit von digitalen Beziehungsangeboten. Der Replika-Chatbot zählt weltweit rund 42 Millionen Nutzer. Laut einer Studie behandeln viele Anwender die KI als Partnerersatz – besonders wenn menschliche Beziehungen unbefriedigend sind. Das birgt erhebliche Risiken.

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Vier Stunden Bildschirm am Tag

Die tägliche Online-Zeit bleibt hoch. Eurobarometer-Daten vom Juli 2026 beziffern die Bildschirmzeit von Jugendlichen auf durchschnittlich 4,5 Stunden an Wochentagen und 6,1 Stunden am Wochenende. Rund 14 Prozent der Befragten verbringen mehr als zehn Stunden täglich online. Fast jeder dritte Jugendliche fühlt sich durch soziale Medien gestresst.

Ein Hauptbelastungsfaktor: die Konfrontation mit Gewalt. Eine Studie der Universität Regensburg vom Juli 2026 befragte 2.000 Jugendliche. Ergebnis: 93 Prozent hatten bereits Darstellungen von Krieg und Gewalt in sozialen Medien gesehen. Über die Hälfte wurde unfreiwillig damit konfrontiert. Die psychischen Folgen sind gravierend: 26,1 Prozent zeigen Vermeidungsverhalten, über 21 Prozent leiden unter Intrusionen – dem ungewollten Wiedererleben der Bilder. Knapp 15 Prozent haben erhöhte Anspannung.

Schulen testen KI-Tutoren

Auch im Bildungssektor entstehen neue Herausforderungen. In der Schweiz testen Schulen KI-Tutoren, die Lehrkräften detaillierte Daten über Leistungs- und Verhaltensprofile der Schüler liefern. Bildungstechnologie-Experten warnen vor einer Erosion sicherer Lernräume durch ständige Überwachung. Der Anpassungsstress und Überwachungsdruck wird zunehmend als psychologisches Risiko identifiziert.

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EU plant Altersgrenze für soziale Netzwerke

Die Politik reagiert. Ein im Juli 2026 an die EU-Kommission übergebener Expertenbericht könnte den Weg für eine EU-weite Altersgrenze für soziale Netzwerke ebnen. Ein Gesetzesvorschlag wird für den Herbst 2026 erwartet. Technisch wäre eine Altersverifikation ab 2027 über die EUDI-Wallet möglich.

Der Druck ist enorm: 92 Prozent der Europäer fordern einen verbesserten Onlineschutz für Kinder und Jugendliche. Bisherige politische Antworten gelten als unzureichend.

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