Generative, Bionics

Generative Bionics und AMD: Drei Datenfabriken für humanoide Roboter

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Vertrag mit AMD unterstützt den geplanten Aufbau von Trainingszentren für humanoide Robotik; der erste italienische Standort soll 2027 starten.
Eine weitläufige, minimalistische Industriehalle mit Server-Infrastruktur und kühler, professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Das Robotikunternehmen Generative Bionics hat auf der Technologiemesse CES Unveiled in Mailand den Aufbau eines Netzwerks aus drei Datenfabriken für physische künstliche Intelligenz angekündigt. Für die Errichtung der Trainingsanlagen schloss das Unternehmen am 21. Oktober 2026 einen Rahmenvertrag mit dem Halbleiterhersteller AMD ab.

Das Vorhaben sieht ein Investitionsvolumen von bis zu 200 Mio. Euro vor und soll rund 100 Mitarbeiter beschäftigen. Der erste Hub entsteht auf einer Fläche von 5.000 m² in Italien, wobei der Betriebsstart frühestens für das vierte Quartal 2027 vorgesehen ist.

Rechenleistung für komplexe Simulationen

Generative Bionics verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, Europas größte Trainingsanlage für humanoide Robotik aufzubauen. AMD, das bereits seit der Seed-Finanzierungsrunde über AMD Ventures an dem Unternehmen beteiligt ist, liefert dafür die Recheninfrastruktur auf Basis von AMD Helios auf Rack-Ebene.

Diese Systeme sollen das Modelltraining, die Verarbeitung physikalischer und synthetischer Daten sowie Tausende parallele Simulationen mit digitalen Zwillingen unterstützen.

Im Zentrum der Entwicklung steht ein geschlossener Zyklus von der Realität in die Simulation und zurück. Aufgaben der hauseigenen Roboterplattform GENE.01 werden in digitalen Zwillingen tausendfach nachgebildet und dabei bezüglich Layouts, Objekten, Materialien, Betriebsbedingungen und potenziellen Fehlermodi variiert.

Anzeige

Der rasante Fortschritt in der Robotik und künstlichen Intelligenz krempelt ganze Industriezweige um und schafft völlig neue Marktverhältnisse. Wer verstehen möchte, welche Unternehmen diese technologische Revolution maßgeblich vorantreiben, findet in diesem kostenlosen Report fundierte Einblicke. Robotik und KI: Die Profiteure der neuen Industrieära entdecken

Die daraus validierten Handlungsmodelle werden anschließend wieder auf den realen Robotern im Feldeinsatz implementiert. In der ursprünglichen Ankündigung blieben Angaben zum gesamten Investitionsbudget, zum finalen Standort, zur genauen Roboteranzahl sowie zum konkreten Umfang der Helios-Systeme noch offen.

Datenerfassung und industrielle Anwendung

Die GENE.01-Plattform erfasst am 21. Oktober 2026 vorgestellten Details zufolge Sensordaten aus visuellen Systemen, Bewegungsabläufen, Kontakt-, Kraft- und Näherungssensoren, Temperaturmessungen, menschlicher Interaktion sowie einer multimodalen sensorischen Haut. Durch die Verknüpfung der Sensorik mit der Rechenleistung von AMD sollen praxisnahe Arbeitsmodelle trainiert werden.

Als erster Kooperationspartner fungiert der Schiffbaukonzern Fincantieri, bei dem humanoide Roboter unter anderem für Schweißarbeiten qualifiziert werden sollen. Für das Projekt arbeiten Teams aus den Bereichen Robotik, künstliche Intelligenz und Datentechnik gemeinsam an einem Standort.

Europäische Standorte und geopolitische Einordnung

Nach dem ersten italienischen Standort plant Generative Bionics einen zweiten Hub in Europa, bei dessen Auswahl günstige Energiekosten eine Rolle spielen sollen, sowie einen dritten Standort für globale Märkte.

Anzeige

Experten analysieren derzeit die größte industrielle Umwälzung seit Jahrzehnten, bei der Robotik und KI als zentrale Wachstumstreiber fungieren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Milliarden-Investitionen in diese Technologien traditionelle Abläufe grundlegend verändern. Kostenlosen Report zur nächsten industriellen Revolution herunterladen

Der Zeitplan für das Drei-Standorte-Netzwerk erstreckt sich bis 2030. Der Gesamtplan umfasst ein Volumen von bis zu 2 Mrd. US-Dollar. Vor weniger als einem Jahr schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 70 Mio. Euro ab und beschäftigt mittlerweile über 100 Mitarbeiter.

Der Geschäftsführer von Generative Bionics, Daniele Pucci, betonte, dass die Europäische Union ihre Datensouveränität wahren müsse. Künftig gehe es vor allem um Daten und physikalische Modelle, weshalb Roboter nicht bloß als Produkt, sondern als elementare Infrastruktur verstanden werden müssten.

Keith Strier, Senior Vice President für globale KI-Märkte bei AMD, bezeichnete die Zusammenarbeit als Beitrag zur europäischen Industrie- und Technologiesouveränität, gestützt auf skalierbare Hochleistungsrechensysteme.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70393461 |