Chile, Irland

Genetischer Nachweis: EuropÀer brachten Pocken nach Amerika

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 04:00 Uhr | dpa.de

Ein internationales Team liefert den bislang eindeutigsten Beweis dafĂŒr, dass die europĂ€ische Kolonialisierung die Pocken in die Neue Welt gebracht hat.

  • Impfstoffe brachten die Rettung vor den Pocken, die auch in der Neuen Welt wĂŒteten. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Impfstoffe brachten die Rettung vor den Pocken, die auch in der Neuen Welt wĂŒteten. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • Eine Studie gibt den bislang klarsten Hinweis, dass die EuropĂ€er die Pockenkrankheit in die Neue Welt brachten. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
    Eine Studie gibt den bislang klarsten Hinweis, dass die EuropÀer die Pockenkrankheit in die Neue Welt brachten. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
Impfstoffe brachten die Rettung vor den Pocken, die auch in der Neuen Welt wĂŒteten. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa Eine Studie gibt den bislang klarsten Hinweis, dass die EuropĂ€er die Pockenkrankheit in die Neue Welt brachten. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa

Analysen von Pocken-Erbgut aus Mumien in Chile brachten den bislang eindeutigsten Beweis zutage, dass die auch in Amerika verheerende Krankheit aus Europa stammte. «Diese Entdeckung liefert den ersten molekularen Nachweis dafĂŒr, dass die Pocken wĂ€hrend der Kolonialzeit (...) eingeschleppt wurden», fasst Shigeki Nakagome vom Trinity College Dublin die Forschungsergebnisse zusammen. Die Erkenntnisse stĂŒtzen bisherige Annahmen zur Ausbreitung der Infektionskrankheit. 

Mumifizierte Leichen in Chile

Das Forschungsteam aus Irland, Chile und Japan hatte nach eigenen Angaben die ersten Pockengenome aus der Kolonialzeit, die in Amerika gewonnen worden waren, analysiert. Es untersuchte dafĂŒr zwei mumifizierte Leichen indigener Menschen, die zwischen dem spĂ€ten 15. und frĂŒhen 17. Jahrhundert im Norden Chiles bestattet worden waren, heißt es in der Pressemitteilung der irischen UniversitĂ€t. 

Die durch das Variola-Virus verursachten Pocken spielten eine wesentliche Rolle bei dem katastrophalen BevölkerungsrĂŒckgang, den die indigenen Völker in Nord-, Mittel- und SĂŒdamerika nach der Ankunft der EuropĂ€er erlebten. Das Virus trat laut Studie in Wellen auf und habe in Amerika schĂ€tzungsweise drei bis vier Millionen TodesfĂ€lle verursacht, möglicherweise sogar mehr, insbesondere unter indigenen Bevölkerungsgruppen ohne vorherigen Kontakt zu den Viren.

Bislang keine direkten Belege

Bislang gab es dem Team zufolge keine direkten genetischen Belege, die die AusbrĂŒche in Amerika wĂ€hrend der Kolonialzeit mit den in der Alten Welt zirkulierenden StĂ€mmen in Verbindung brachten. 

Die Studie, die in der Fachzeitschrift «Science» veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass die Viren zu einer inzwischen ausgestorbenen Linie des Pockenvirus gehörten. Diese liegt evolutionÀr zwischen mittelalterlichen europÀischen StÀmmen und denen, die in spÀteren Jahrhunderten zirkulierten.

de | wissenschaft | 69906975 |