Gentest erspart 5.000 Frauen die Chemotherapie pro Jahr
01.06.2026 - 09:48:15 | boerse-global.deZiel ist es, die Belastung für Patientinnen zu reduzieren und die Lebensqualität nach der Behandlung zu verbessern.
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Akupunktur als Therapiebegleiter
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) etabliert sich als wertvolle Unterstützung in der Krebstherapie. Am Mammazentrum des Jerusalem-Krankenhauses in Hamburg haben Fachkräfte in den vergangenen 15 Jahren rund 4.000 Brustkrebspatientinnen behandelt. Das von der Dorit & Alexander Otto Stiftung geförderte Programm läuft außerhalb der gesetzlichen Krankenkassen.
Die Behandelnden betonen: TCM ersetzt keine konventionelle Krebstherapie, ist aber ein wichtiges Werkzeug zur Bewältigung von Nebenwirkungen. Spezielle Verfahren wie die Saam- und Dong-Ssi-Akupunktur helfen bei typischen Beschwerden:
- Hitzewallungen: Betreffen bis zu 80 Prozent der Patientinnen
- Gelenkschmerzen: Treten bei bis zu 50 Prozent unter Aromatasehemmern auf – oft Grund für einen Therapieabbruch
- Lymphödeme: Mit einer Häufigkeit zwischen 15 und 30 Prozent
- Polyneuropathie und Fatigue: Chronische Erschöpfung und Nervenschäden durch Chemotherapie
Die Wirksamkeit belegt unter anderem die SWOG S1200-Studie aus dem Jahr 2018 im Fachblatt JAMA. Sie zeigte eine deutliche Schmerzreduktion bei Patientinnen mit Gelenkschmerzen durch Aromatasehemmer. Sicherheitsrichtlinien von SIO-ASCO aus dem Jahr 2022 empfehlen, Akupunktur nur an Händen, Armen, Beinen und Füßen durchzuführen.
Yoga gegen Erschöpfung und Schlafstörungen
Auch andere begleitende Methoden zeigen messbare Erfolge. Eine Studie des National Cancer Institute im Journal of Clinical Oncology untersuchte das YOCAS-Yogaprogramm. Daran nahmen 410 Krebsüberlebende teil – die meisten davon Brustkrebspatientinnen. Eine Gruppe erhielt die Standardversorgung, die andere zusätzlich vier Wochen lang dreimal wöchentlich Yoga.
Das Ergebnis: Die Yoga-Gruppe zeigte deutliche Verbesserungen bei Stimmung, Angstzuständen, Erschöpfung und Schlaflosigkeit. Yoga wirkt demnach als wirksame nicht-medikamentöse Lösung gegen mehrere Nebenwirkungen gleichzeitig.
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Gentest erspart vielen die Chemotherapie
Der Fokus der modernen Onkologie liegt zunehmend darauf, unnötige Behandlungen zu vermeiden. Auf der ASCO-Jahrestagung in Chicago Ende Mai 2026 präsentierten Forscher Ergebnisse der internationalen OPTIMA-Studie.
Die vom University College London geleitete Studie umfasste mehr als 4.000 Patientinnen aus sechs Ländern. Zum Einsatz kam der Prosigna-DNA-Test, der 50 Gene analysiert, um das Rückfallrisiko bei frühem hormonpositivem Brustkrebs zu bestimmen.
Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmerinnen konnten sicher auf eine Chemotherapie verzichten und allein mit Hormontherapie behandelt werden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate lag bei 93,7 Prozent für die Gruppe ohne Chemotherapie – verglichen mit 94,9 Prozent für jene mit Chemotherapie. Allein in Großbritannien könnten so jährlich mehr als 5.000 Patientinnen die toxischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie erspart bleiben.
Personalisierte Impfstoffe und Zelltherapien
Die Krebstherapie insgesamt befindet sich im Umbruch. Rund 40.000 Experten diskutierten auf dem Weltkrebskongress Anfang Juni 2026 über mehr als 7.000 Studien. Im Fokus stehen personalisierte Krebsimpfstoffe und Zelltherapien.
Zelltherapien heilen bereits heute bei bestimmten Lymphdrüsenkrebsarten in 40 Prozent der Fälle. Die aktuelle Forschung erweitert diese Ansätze nun auf Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Ziel ist es, das Immunsystem gezielt gegen Tumore zu trainieren – und die Abhängigkeit von stark belastenden Standardtherapien weiter zu reduzieren.
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