Gesund.de meldet 145 Millionen Euro: E-Rezept-Boom um 45 Prozent
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 21:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seit dem 1. Juli erhalten die Anwendungen der elektronischen Patientenakte (ePA) Updates mit erweiterten Medikationsfunktionen. Gleichzeitig verzeichnen digitale Gesundheitsplattformen massive Zuwächse im Rezeptgeschäft.
ePA-Update: Vom Papierplan zum digitalen Medikationsmanagement
Ein bedeutendes technisches Update für ePA-Anwendungen ist Anfang Juli in Kraft getreten. Es bereitet die Infrastruktur für den elektronischen Medikationsplan (eMP) vor, dessen schrittweise Einführung Mitte Juli beginnt. Der eMP soll den bisherigen papierbasierten Medikationsplan (BMP) ersetzen und Patientendaten zentral bündeln – mit dem Ziel, die Arzneimittelsicherheit und die Koordination zwischen Ärzten und Apothekern zu verbessern.
Die neuen Funktionen umfassen zudem die Integration von rezeptfreien Arzneimitteln (OTC) und Betäubungsmitteln (BtM) in die digitalen Aufzeichnungen. Hinzu kommen Push-Benachrichtigungen, die Patienten über Dokumenten-Uploads und Zugriffsereignisse informieren. Diese Neuerungen werden derzeit in ausgewählten Modellregionen getestet, bevor sie bundesweit ausgerollt werden.
Milliardenmarkt E-Rezept: Gesund.de meldet Rekordzahlen
Die Finanzergebnisse des zweiten Quartals 2026 zeigen einen robusten Aufwärtstrend für digitale Rezeptdienste. Die Plattform Gesund.de meldete einen Umsatz von 145 Millionen Euro mit verschreibungspflichtigen (Rx) Bestellungen im zweiten Quartal – ein Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 bedeutet dies ein Plus von fünf Prozent.
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Für das erste Halbjahr 2026 summiert sich der Rx-Umsatz der Plattform auf 283 Millionen Euro. Dr. Peter Schreiner, CEO von Gesund.de, führt das Wachstum auf die gelungene Kombination aus digitaler Bequemlichkeit und der Unterstützung lokaler Apotheken zurück.
Der aktuelle Erfolg ist das Ergebnis einer stetigen Entwicklung. Bereits im Mai 2024 lag der Anteil elektronischer Rezepte bei 77 Prozent – ein Anstieg um 13 Prozentpunkte seit Jahresbeginn. Auch die Krankenkassen treiben den Wandel voran: Die AOK Bayern ermöglichte ihren Versicherten bereits ab dem 22. Juli 2024, E-Rezepte über die eigene App „AOK Mein Leben" einzulösen.
Apotheken vor Ort: Digitalisierung als Überlebensstrategie
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Während große Plattformen hohe Volumen melden, setzen auch einzelne Apotheken zunehmend auf digitale Management-Tools, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In Regionen wie Binz haben lokale Apotheken die digitale Rezeptübermittlung, Verfügbarkeitsprüfungen und Lieferservices in ihren Alltag integriert. Diese Angebote richten sich gezielt an chronisch Kranke, Berufstätige und Saisonbesucher, die zuverlässig an Medikamente kommen müssen, ohne persönlich vorbeizukommen.
Die technische Basis dieser Dienste bleibt transparent und entwicklerorientiert. Die Gematik unterhält derzeit über 260 öffentliche Repositories auf GitHub und stellt damit die technischen Grundlagen für E-Rezept-Anwendungen auf iOS und Android bereit. Diese Repositories enthalten wichtige Programmierschnittstellen (APIs) für die Telematikinfrastruktur und den Matrix-basierten TI-Messenger. So bleibt das digitale Gesundheitsökosystem für verschiedene Softwareanbieter und Krankenkassen interoperabel.
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