Gesundheits-Digital-Gesetz, Millionen

Gesundheits-Digital-Gesetz: 445 Millionen Euro Entlastung pro Jahr

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 20:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das Bundeskabinett verabschiedet das Gesundheits-Digital-Gesetz mit erwarteten jährlichen Einsparungen von 445 Millionen Euro.

GeDIG: Kabinett beschließt Digitalgesetz für das Gesundheitswesen
Eine Hand hält ein Tablet, das eine digitale Pflegeanwendung oder einen Behandlungsplan anzeigt, in einer modernen Pflegeumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Es soll die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen beenden und die Nutzung von Gesundheitsdaten optimieren. Die erwartete jährliche Entlastung: rund 445 Millionen Euro.

E-Rezept und ePA kommen voran

Das E-Rezept wird auf häusliche Krankenpflege und Heilmittel ausgeweitet. Die elektronische Patientenakte (ePA) bekommt neue Funktionen wie Impferinnerungen und Vorsorgeangebote. Die elektronische Überweisung soll bis zum 1. September 2029 flächendeckend kommen, ein Faxverbot zwischen Leistungserbringern bis Herbst 2029. Branchenverbände fordern die konsequente Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die Telematikinfrastruktur (TI).

Finanzierung: Digitale Pflege wird erstmals refinanzierbar

Der Entwurf zum Pflege-Neuordnungsgesetz (PNOG) sieht erstmals vor: Digitale Anwendungen in der stationären Pflege werden gezielt refinanzierbar. Eine Expertin der Samariterstiftung betont: „Der digitale Nutzen entsteht erst durch Integration und Schulungen.“ Die bloße Anschaffung von Geräten reiche nicht.

Parallel wächst der Druck beim Thema Cybersicherheit. Fachverbände und kirchliche IT-Netzwerke fordern auf einem Fachkongress in Berlin: Cybersicherheit muss dauerhaft in der Regelfinanzierung verankert werden. Ein Förderprogramm des Gesundheitsministeriums mit bis zu 1,8 Milliarden Euro erreicht kleinere Träger bisher kaum. 2025 gab es durchschnittlich 25 Störungen in der Telematikinfrastruktur pro Monat. Ein Datenschutzexperte warnt zudem vor Re-Identifikationsrisiken bei erweiterter Gesundheitsdatennutzung.

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Modellprojekt „Pflege 2030“ zeigt Erfolge

In Bayern testete ein Modellprojekt über dreieinhalb Jahre digitale Werkzeuge im Pflegealltag. Das bayerische Gesundheitsministerium förderte den Versuch mit 3,1 Millionen Euro. Erfolgreich eingesetzt wurden sprachbasierte Pflegedokumentationen und interaktive Exergames für Bewohner. Fazit der Fachleute zum Projektabschluss Mitte Juli 2026: Technologie kann den Fachkräftemangel nicht kompensieren, aber die Effizienz steigern.

Auch in anderen Bereichen gibt es Fortschritte. Das Klinikum Osnabrück entwickelte eine App für fiberendoskopische Schluckuntersuchungen, die den Dokumentationsaufwand reduziert. Die Universität Vechta gründete Anfang 2026 ein Start-up für virtuelle Ehrenamtsformate gegen Einsamkeit in Pflegeheimen. In der Förderphase nahmen über 1.000 Freiwillige an mehr als 1.000 digitalen Veranstaltungen teil.

Pflegereform: Merz kündigt Debatte für Herbst an

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Bundeskanzler Friedrich Merz hat die geplante Pflegereform für Herbst 2026 angekündigt. Diskussionsbedarf gibt es bei geplanten Kürzungen der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Gesundheitsministerin Warken hatte einen Entwurf mit Ausgabenbremsen vorgelegt, um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen.

Ärzteverbände und Krankenkassenvertreter äußern Bedenken zur digitalen Patientensteuerung. Das GeDIG sieht ein System zur digitalen Ersteinschätzung vor, das Patienten in die passende Versorgungsebene leiten soll. Befürworter erwarten eine effizientere Steuerung – die Ärzteschaft warnt vor einer Dominanz von Kasseninteressen bei medizinischen Entscheidungen.

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